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Kupferspirale vs. Hormonspirale: Der komplette Vergleich - Hormonic
Verhütung13. Jan 20267 Min. Lesezeit

Kupferspirale vs. Hormonspirale: Der komplette Vergleich

Kupferspirale oder Hormonspirale? Beide sind langzeitig wirksam und pillen-frei. Dieser ärztlich geprüfte Vergleich erklärt Wirkung, Nebenwirkungen und für wen welche Methode besser passt.

Kurz erklärt

Die Kupferspirale und die Hormonspirale sind beide kleine, T-förmige Verhütungsmittel, die von der Frauenärztin in die Gebärmutter eingesetzt werden und mehrere Jahre wirken. Der entscheidende Unterschied: Die Kupferspirale verhütet komplett hormonfrei über Kupferionen, die Hormonspirale gibt lokal das Gestagen Levonorgestrel ab.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beide Spiralen (Intrauterinpessare) gehören zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt, mit einem Pearl-Index unter 1.
  • Die Kupferspirale wirkt hormonfrei über Kupferionen und ist je nach Modell 3 bis 10 Jahre wirksam.
  • Die Hormonspirale gibt lokal Levonorgestrel ab, wirkt 3 bis 5 Jahre und macht die Blutung meist schwächer.
  • Typisch: Unter der Kupferspirale wird die Regel oft stärker und länger, unter der Hormonspirale schwächer oder sie bleibt ganz aus.
  • Keine der beiden schützt vor sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Welche Spirale besser passt, hängt von deiner Blutung, deiner Hormonverträglichkeit und deinen Wünschen ab, nicht von einer pauschalen Regel.

Von Lee Paulina Pape · Gründerin · MSc Psychologie · Hormonic

Wer verhüten möchte, ohne täglich an eine Pille denken zu müssen, landet früher oder später bei der Spirale. Und dann bei der Frage, die viele Frauen umtreibt: Kupferspirale oder Hormonspirale? Beide sitzen in der Gebärmutter, beide wirken jahrelang, beide gelten als sehr sicher, und trotzdem könnten sie unterschiedlicher kaum sein.

Der wichtigste Unterschied steckt schon im Namen: Die eine verhütet komplett hormonfrei, die andere über ein lokal wirkendes Gestagen. Das verändert vieles, von der Blutung über die möglichen Nebenwirkungen bis zu der Frage, für wen sich welche Methode eignet. Dieser Vergleich ordnet die Fakten, ärztlich geprüft und ohne Panikmache, damit du die Entscheidung gut informiert mit deiner Frauenärztin treffen kannst.

Kupferspirale oder Hormonspirale – was ist der Unterschied?

Beide Methoden sind sogenannte Intrauterinpessare, also kleine T-förmige Körper, die in die Gebärmutter eingelegt werden. Die Kupferspirale ist mit einem feinen Kupferdraht umwickelt und gibt kontinuierlich Kupferionen ab, die Spermien in ihrer Beweglichkeit hemmen und eine Befruchtung verhindern, ganz ohne Hormone. Die Hormonspirale enthält stattdessen ein Depot mit dem Gestagen Levonorgestrel, das sie in kleinen Mengen direkt in der Gebärmutter freisetzt. Beide sind mit einem Pearl-Index unter 1 hochwirksam, unterscheiden sich aber deutlich in Wirkweise und Nebenwirkungen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Punkte im direkten Vergleich.

Merkmal Kupferspirale Hormonspirale
Wirkweise Kupferionen machen Spermien unbeweglich und verhindern die Befruchtung Levonorgestrel verdickt den Zervixschleim, hemmt Spermien und baut die Schleimhaut zurück
Hormone Nein – komplett hormonfrei Ja – lokales Gestagen (Levonorgestrel)
Wirkdauer je nach Modell 3 bis 10 Jahre je nach Präparat 3 bis 5 Jahre
Blutung oft stärker, länger und krampfhafter meist schwächer und kürzer, bei bis zu jeder zweiten Frau bleibt sie ganz aus
Typische Nebenwirkungen verstärkte Regelblutung, Zwischenblutungen, Unterleibskrämpfe anfangs Schmierblutungen, dazu möglich: Brustspannen, Kopfschmerzen, Hautveränderungen, Stimmungstiefs
Für wen geeignet Frauen, die hormonfrei verhüten möchten oder Hormone nicht vertragen Frauen mit starker, schmerzhafter Regel oder Östrogenunverträglichkeit
Wusstest Du?

Die Kupferspirale wirkt auch als Notfallverhütung: Sie kann bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden und ist dann die zuverlässigste Form der Notfallverhütung, deutlich sicherer als die Pille danach.

Die Kupferspirale (hormonfrei)

Die Kupferspirale ist ein kleiner Kunststoffkörper, der mit einem dünnen Kupferdraht umwickelt ist. In der Gebärmutter gibt sie fortlaufend winzige Mengen Kupferionen ab. Diese Ionen setzen die Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien herab und lösen in der Gebärmutter eine leichte lokale Reaktion aus, die eine Befruchtung und Einnistung verhindert. Das alles geschieht ohne ein einziges Hormon, weshalb der natürliche Zyklus samt Eisprung erhalten bleibt.

Je nach Modell wirkt die Kupferspirale drei bis zehn Jahre. Mit einem Pearl-Index von etwa 0,3 bis 0,8 gehört sie zu den sichersten Methoden überhaupt und ist im Alltag zuverlässiger als die Pille, weil das tägliche Denken entfällt. Nach dem Einsetzen musst du dich um nichts mehr kümmern.

Der häufigste Grund, warum Frauen mit der Kupferspirale hadern, ist die Blutung. Studien und die Erfahrung aus der Praxis zeigten, dass die Regel unter Kupfer oft stärker, länger und krampfhafter wird, besonders in den ersten Monaten. Auch Zwischen- und Schmierblutungen kommen anfangs vor. Bei manchen Frauen legt sich das mit der Zeit, bei anderen bleibt die Blutung kräftiger als vorher.

Die Kupferspirale ist damit vor allem für Frauen interessant, die bewusst hormonfrei verhüten möchten, die Hormone nicht vertragen oder aus medizinischen Gründen meiden sollen, und die mit einer eher normalen bis leichten Regel starten. Wer ohnehin schon unter sehr starken oder schmerzhaften Blutungen leidet, ist mit ihr meist weniger gut beraten.

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Die Hormonspirale (Levonorgestrel)

Die Hormonspirale sieht der Kupferspirale zum Verwechseln ähnlich, arbeitet aber ganz anders. Statt Kupfer trägt sie ein kleines Depot mit dem Gestagen Levonorgestrel, das sie kontinuierlich und in sehr geringer Dosis direkt in der Gebärmutter freisetzt. Das Hormon verdickt den Schleim am Gebärmutterhals, sodass Spermien kaum noch hindurchkommen, hemmt zusätzlich ihre Beweglichkeit und baut die Gebärmutterschleimhaut zurück. Bei manchen Frauen wird zeitweise auch der Eisprung unterdrückt.

Je nach Präparat wirkt die Hormonspirale drei bis fünf Jahre. Mit einem Pearl-Index um 0,2 ist sie sogar noch etwas sicherer als die Kupferspirale. Weil das Levonorgestrel überwiegend lokal wirkt, sind die Hormonmengen im Blut deutlich niedriger als bei der Pille, systemische Nebenwirkungen also seltener, wenn auch nicht ausgeschlossen.

Für viele Frauen ist genau die Blutung der große Vorteil: Sie wird unter der Hormonspirale meist schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft, bei bis zu jeder zweiten Frau bleibt sie nach einigen Monaten ganz aus. Deshalb wird die Hormonspirale auch bei sehr starken oder schmerzhaften Regelblutungen eingesetzt. In den ersten Monaten sind allerdings unregelmäßige Schmierblutungen normal, bis sich der Körper eingestellt hat.

Da doch ein Hormon im Spiel ist, berichten manche Frauen über Brustspannen, Kopfschmerzen, Hautveränderungen wie Akne, Stimmungstiefs oder eine nachlassende Libido. Ob die Hormonspirale zu einer Gewichtszunahme führt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt: Größere Auswertungen zeigten keinen klaren, ursächlichen Zusammenhang zwischen Levonorgestrel-Spiralen und einem deutlichen Gewichtsanstieg. Wie du auf ein Gestagen reagierst, bleibt aber individuell. Wie sich die Hormonspirale konkret von der klassischen Pille unterscheidet, liest du im Detail in unserem Vergleich Pille oder Hormonspirale.

Die Hormonspirale eignet sich damit besonders für Frauen mit starker, langer oder schmerzhafter Regel, für alle mit einer Östrogenunverträglichkeit (da sie kein Östrogen enthält) und für alle, die eine sehr zuverlässige, wartungsarme Verhütung suchen und mit einem lokalen Gestagen gut zurechtkommen.

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Welche Spirale passt zu wem?

Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt kein pauschales Besser. Die richtige Wahl hängt vor allem von deiner Blutung und deiner Beziehung zu Hormonen ab.

  • Du möchtest hormonfrei verhüten, verträgst Hormone schlecht oder hast eine eher leichte Regel? Dann spricht viel für die Kupferspirale.
  • Du hast eine sehr starke, lange oder schmerzhafte Regel, eine Östrogenunverträglichkeit oder wünschst dir eine schwächere Blutung? Dann ist die Hormonspirale oft die bessere Wahl.
  • In beiden Fällen gilt: Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt keine der Spiralen, dafür braucht es zusätzlich ein Kondom.

Welche Methode am Ende zu deinem Körper und deinem Leben passt, entscheidest du am besten gemeinsam mit deiner Frauenärztin, die deine Vorgeschichte kennt.

Nach dem Entfernen: was mit dem Körper passiert

Beide Spiralen lassen sich jederzeit von der Frauenärztin entfernen, und die Fruchtbarkeit kehrt anschließend rasch zurück. Bei der hormonfreien Kupferspirale ist der Zyklus ohnehin nie pausiert, er läuft direkt normal weiter. Nach der Hormonspirale muss sich der Körper meist nur kurz neu einpendeln, da die Hormonmengen von vornherein niedrig waren.

Wer von einer hormonellen Verhütung kommt und den Körper beim Umstieg unterstützen möchte, findet in unserem Guide Pille absetzen viele übertragbare Tipps, und wenn dich das Thema Haare beschäftigt, lohnt der Blick auf Haarausfall nach dem Absetzen der Pille.

Unabhängig davon, für welche Verhütung du dich entscheidest: Deinen Körper kannst du in dieser Zeit ganz hormonfrei mit den richtigen Mikronährstoffen unterstützen. Magnesium und Vitamin B6 etwa tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur normalen Funktion des Nervensystems bei, Vitamin B6 zusätzlich zur Regulierung der Hormontätigkeit.

Häufige Fragen zu Kupfer- und Hormonspirale

Was ist besser Kupferspirale oder Hormonspirale?

Pauschal ist keine der beiden besser. Die Kupferspirale verhütet hormonfrei und eignet sich für Frauen, die Hormone meiden möchten und eine eher leichte Regel haben. Die Hormonspirale macht die Blutung meist schwächer und passt gut bei starker oder schmerzhafter Regel sowie bei Östrogenunverträglichkeit. Beide sind mit einem Pearl-Index unter 1 sehr sicher. Welche zu dir passt, hängt von deiner Blutung, deiner Hormonverträglichkeit und deinen Wünschen ab.

Welche Nebenwirkungen hat die Kupferspirale?

Die häufigste Nebenwirkung der Kupferspirale ist eine stärkere, längere und krampfhaftere Regelblutung, vor allem in den ersten Monaten. Auch Zwischen- und Schmierblutungen sowie Unterleibskrämpfe kommen vor. Da die Kupferspirale komplett hormonfrei ist, treten typische Hormon-Nebenwirkungen nicht auf. In seltenen Fällen kann die Spirale verrutschen oder ausgestoßen werden, weshalb regelmäßige Kontrollen sinnvoll sind.

Nimmt man mit der Hormonspirale zu?

Ein eindeutiger, ursächlicher Zusammenhang zwischen der Hormonspirale und einer Gewichtszunahme ist wissenschaftlich nicht belegt. Größere Auswertungen fanden keinen klaren Effekt von Levonorgestrel-Spiralen auf das Körpergewicht. Da das Hormon überwiegend lokal in der Gebärmutter wirkt, sind die Hormonmengen im Blut niedrig. Wie einzelne Frauen auf ein Gestagen reagieren, bleibt aber individuell verschieden.

Wie sicher ist die Kupferspirale?

Die Kupferspirale gehört mit einem Pearl-Index von etwa 0,3 bis 0,8 zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt und ist im Alltag zuverlässiger als die Pille, weil kein tägliches Denken nötig ist. Je nach Modell schützt sie drei bis zehn Jahre. Sie kann zudem bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr als besonders wirksame Notfallverhütung eingesetzt werden. Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt sie allerdings nicht.

Wissenschaftliche Quellen

  • World Health Organization (2015). Medical Eligibility Criteria for Contraceptive Use, 5th edition. WHO, Genf.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Kupferspirale und Hormonspirale. familienplanung.de (abgerufen 2026).
  • Kulier, R. et al. (2007). Copper containing, framed intra-uterine devices for contraception. Cochrane Database of Systematic Reviews, (4), CD005347. doi:10.1002/14651858.CD005347.pub3
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.: Intrauterinpessar / Kupferspirale. frauenaerzte-im-netz.de (abgerufen 2026).
  • Faculty of Sexual & Reproductive Healthcare (FSRH, 2023). Clinical Guideline: Intrauterine Contraception. FSRH, London.
  • Bahamondes, L., Fernandes, A., Monteiro, I., Bahamondes, M. V. (2020). Long-acting reversible contraceptive (LARCs) methods. Best Practice & Research Clinical Obstetrics & Gynaecology, 66, 28-40. doi:10.1016/j.bpobgyn.2019.12.002

Über die Autorin

Lee Paulina Pape

Gründerin · MSc Psychologie · Hormonic

Lee ist Psychologin (MSc) und Mitgründerin von Hormonic. Als CEO macht sie hormonelle Frauengesundheit verständlich und zugänglich.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche Verhütungsmethode für dich geeignet ist, besprich bitte mit deiner Frauenärztin.

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