Haarausfall bei Frauen hat viele Ursachen, von Hormonen über Nährstoffmangel bis zu genetischer Veranlagung. Dieser Artikel erklärt die Wachstumsphasen, häufigste Ursachen und was die Forschung zu wirksamen Maßnahmen sagt.
Haarausfall bei Frauen ist weit verbreitet, wird aber selten offen besprochen. Dieser Artikel erklärt, was hinter dünner werdendem Haar steckt, welche Ursachen häufig sind und welche Maßnahmen wissenschaftlich belegt sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Bis zu 50 Prozent aller Frauen erleben im Laufe des Lebens sichtbaren Haarausfall, besonders nach hormonellen Umstellungen.
- Die häufigsten Auslöser sind hormonelle Veränderungen, Nährstoffmängel, Stress, Schilddrüsenstörungen und die erbliche Veranlagung.
- Diffuser Haarausfall über den ganzen Kopf spricht oft für einen inneren Auslöser, den man gezielt angehen kann.
- Nährstoffe wie Eisen, Zink, Selen, Biotin und Vitamin D sind für gesundes Haar wichtig, wirken aber nur, wenn ein Mangel vorliegt.
- Haarwachstum verläuft in Zyklen, sichtbare Verbesserungen brauchen realistisch drei bis sechs Monate.
Kaum ein Thema löst in meiner Sprechstunde so viel stille Verunsicherung aus wie Haarausfall. Viele Frauen kommen erst, wenn der Zopf schon spürbar dünner ist oder der Scheitel breiter wird, und fast alle sagen denselben Satz: dass sie sich damit allein gefühlt haben. Dabei ist Haarausfall bei Frauen häufig, und in den meisten Fällen steckt ein erklärbarer, oft gut behandelbarer Auslöser dahinter.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen normalem Haarverlust und echtem Haarausfall. Es ist völlig normal, täglich etwa 50 bis 100 Haare zu verlieren. Erst wenn deutlich mehr ausfällt, das Haar spürbar dünner wird oder kahle Stellen entstehen, spricht man von Haarausfall, medizinisch Alopezie. Um zu verstehen, was hilft, lohnt sich zuerst der Blick auf den Haarzyklus und die möglichen Ursachen.
Was ist Haarausfall und was ist noch normal?
Haarausfall bezeichnet einen Haarverlust, der über das normale Maß hinausgeht. Fachlich unterscheidet man mehrere Formen: den diffusen Haarausfall, bei dem das Haar gleichmäßig über den ganzen Kopf dünner wird, die androgenetische Alopezie, also die erblich und hormonell bedingte Form, und den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), bei dem einzelne kahle Areale entstehen. Gerade der diffuse Typ ist bei Frauen besonders häufig und meist Ausdruck eines inneren Auslösers wie eines Nährstoffmangels, einer Schilddrüsenstörung oder einer hormonellen Umstellung.
Wie häufig ist Haarausfall bei Frauen?
Haarausfall betrifft weit mehr Frauen, als das Tabu vermuten lässt. Schätzungen zufolge erlebt rund die Hälfte aller Frauen im Laufe des Lebens eine sichtbare Form von Haarausfall, mit deutlich steigender Häufigkeit ab der Perimenopause. Wenn Östrogen und Progesteron absinken, verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten der Androgene, und viele Frauen bemerken in dieser Phase erstmals dünner werdendes Haar. Auch nach einer Schwangerschaft oder nach dem Absetzen der Pille ist vorübergehender Haarausfall sehr verbreitet.
Der Haarzyklus: die vier Wachstumsphasen
Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus vier Phasen, und Haarausfall bedeutet fast immer, dass sich dieses Gleichgewicht verschoben hat. In der Anagenphase (Wachstumsphase) befinden sich rund 85 bis 90 Prozent der Haare, sie dauert zwei bis sieben Jahre und bestimmt die maximale Haarlänge. Es folgt die kurze Katagenphase (Übergangsphase) von etwa zwei bis drei Wochen, in der sich der Follikel zurückbildet. In der Telogenphase (Ruhephase) von rund drei Monaten liegen etwa 10 bis 15 Prozent der Haare, bevor sie in der Exogenphase ausfallen und Platz für neues Wachstum schaffen.
Viele Formen von weiblichem Haarausfall entstehen dadurch, dass zu viele Haare gleichzeitig vorzeitig in die Ruhephase wechseln, das sogenannte Telogen-Effluvium. Genau deshalb zeigt sich der Haarverlust oft erst zwei bis drei Monate nach dem eigentlichen Auslöser, etwa nach einer Infektion, einer Diät, einer Geburt oder einer Phase mit starkem Stress.
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Häufige Fragen zu Haarausfall bei Frauen
Was sind die häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Frauen?
Wie erkenne ich, ob mein Haarausfall hormonell bedingt ist?
Welche Nährstoffe helfen gegen Haarausfall?
Wie lange dauert es, bis Maßnahmen gegen Haarausfall wirken?
Wissenschaftliche Quellen
- Almohanna, H. M. et al. (2019). The Role of Vitamins and Minerals in Hair Loss: A Review. Dermatol Ther (Heidelb), 9(1), 51-70. doi:10.1007/s13555-018-0278-6
- Guo, E. L., Katta, R. (2017). Diet and hair loss: effects of nutrient deficiency and supplement use. Dermatol Pract Concept, 7(1), 1-10. doi:10.5826/dpc.0701a01
- Grymowicz, M. et al. (2020). Hormonal Effects on Hair Follicles. Int J Mol Sci, 21(15), 5342. doi:10.3390/ijms21155342
- Trüeb, R. M. (2016). Serum Biotin Levels in Women Complaining of Hair Loss. Int J Trichology, 8(2), 73-77. doi:10.4103/0974-7753.188040
- Kil, M. S. et al. (2013). Analysis of serum zinc and copper concentrations in hair loss. Ann Dermatol, 25(4), 405-409. doi:10.5021/ad.2013.25.4.405
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012; EFSA Journal (Zink und Selen: Beitrag zur Erhaltung normaler Haare).
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