Haarausfall nach Absetzen der Pille: Ursachen und was wirklich hilft

Du hast die Pille abgesetzt und leidest unter Haarausfall? Damit bist Du nicht alleine. Viele Frauen bemerken einige Woche bis Monate nach dem Absetzen der Antibabypille verstärkten Haarausfall. Laut einer aktuellen Studie betrifft es ganze 26% aller Frauen, die die Pille absetzen. Trotz der starken Belastung gibt es eine gute Nachricht: Es gibt wirksame, natürliche Mittel gegen Haarausfall.

Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieses hormonell bedingten Haarausfalls nach Absetzen der Pille und stellt wissenschaftlich fundierte Lösungen vor – von Ernährungstipps über Haarpflege bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln. So erfährst Du,warumder Haarausfall auftritt,wie langeer in der Regel anhält, und vor allemwas Du dagegen tun kannst.

Eine Frau in Berufskleidung spricht auf einer Bühne in ein Mikrofon, während hinter ihr eine Präsentation läuft.

Written by

Lisa Emmer, MD

Warum kommt es zu Haarausfall nach Absetzen der Pille?

Hormonelle Umstellung führt zu telogenem Effluvium

Das plötzliche Absetzen der Pille bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Während der Pilleneinnahme werden dem Körper künstliche Hormone zugeführt, die das natürliche Hormongleichgewicht unterdrücken. Vor allem der Östrogenspiegel bleibt während der Pilleneinnahme dauerhaft erhöht. Wird die Pille abgesetzt, fällt der Östrogenspiegel abrupt ab – dieser abrupte Wechsel kann Haarausfall auslösen.

  • Wie beeinflusst Östrogen das Haarwachstum?Östrogen wirkt im Körper normalerweise Haar-wachstums-fördernd. Sinkt der Östrogenspiegel plötzlich, wechseln viele Haare vorzeitig von der Wachstumsphase (Anagen) in die Ruhe- und Ausfallphase (Telogen). Einige Wochen später fallen diese Haare dann verstärkt aus – man sieht büschelweise Haare in Bürste oder Dusche. Dieses Muster nennt man telogenes Effluvium, also akuten diffusen Haarausfall durch einehormonelle Stressreaktion.

  • Wann setzt der Haarausfall ein? Der Haarausfall beginnt typischerweise 2–3 Monate nach dem Absetzen der Pille. Denn so lange dauert es, bis die vorzeitig in die Ruhephase übergegangenen Haare tatsächlich ausfallen. Viele Frauen erschrecken, da die Haare scheinbarplötzlichalle ausfallen – tatsächlich ist es eine verzögerte Folge der hormonellen Umstellung.

Schwankungen von Androgenen und genetische Veranlagung

Neben dem Östrogenentzug spielen auch männliche Hormone (Androgene genannt) eine wichtige Rolle. Die Pille (vor allem Kombinationspillen mit synthetischem Östrogen und Gestagen) unterdrückt die Ausschüttungmännlicher Hormone(Androgene) bei der Frau. Wird die Pille abgesetzt, kann es kurzfristig zu einem relativen Anstieg dieser Hormone kommen und bei empfindlichen Frauen Haarausfall begünstigen.

  • Wie beinflussen Androgene das Haar? Manche Frauen haben Haarfollikel, die sehr empfindlich auf Androgene wie DHT reagieren. Wenn der Androgenspiegel nach dem Absetzen der Pille steigt, kann dies dazu führen, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird. Das bedeutet, dass Haare schneller ausfallen und sich nicht so schnell regenerieren wie zuvor.

  • Wer ist betroffen?Vor allem Frauen, die eine genetische Veranlagung für androgenetischen Haarausfall (erblich bedingten Haarausfall) haben, bemerken nach dem Absetzen der Pille eine Verschlechterung. Die Pille hatte diesen Haarausfall möglicherweise zuvor unterdrückt.

Weitere Einflussfaktoren, die Haarausfall verursachen können

  • Nährstoffmangel:Während der Hormonumstellung nach dem Absetzen der Pille kann der Körper mehr Nährstoffe verbrauchen. Ein Mangel an Eisen, Zink, Vitamin D oder B-Vitaminen kann den Haarausfall verstärken.

  • Stress:Die hormonelle Umstellung selbst stellt bereits eine Art „Stress“ für den Körper dar. Zusätzlich kann emotionaler Stress oder Schlafmangel den Haarausfall noch verschlimmern.

Was du dir merken solltest:

  • Der plötzliche Abfall von Östrogenführt dazu, dass viele Haare schneller in die Ruhephase übergehen und nach einiger Zeit ausfallen.

  • In manchen Fällen steigt der Androgenspiegelleicht an, was bei empfindlichen Frauen den Haarausfall verstärken kann.

  • Nährstoffmängel und Stresskönnen Haarausfall initiieren und die Regeneration der Haare verzögern.

Aber: Dieser Haarausfall ist fast immer vorübergehend! Der Körper benötigt einige Monate, um sich an die neue Hormonlage anzupassen und durch gezielte Maßnahmen kannst du Dein Haarwachstum unterstützen und den Übergang erleichtern.

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Was kannst du gegen Haarausfall nach Absetzen der Pille tun?

  1. Ernährung anpassen und Nährstoffmängel ausgleichen

Eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Vitaminen und Mineralstoffen durch Supplements und die Ernährung ist entscheidend für gesundes Haarwachstum. Folgende Nährstoffe sind besonders wichtig:

  • Biotin (Vitamin B7):Unterstützt die Keratinproduktion und trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.

  • Vitamin D:Eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung wird mit Haarwachstumsstörungen in Verbindung gebracht.

  • Eisen: Essenziell für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel. Niedrige Eisenwerte können Haarausfall begünstigen.

  • Zink: Unterstützt den Zellstoffwechsel und trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.

  • Omega-3-Fettsäuren:Fördern die Kopfhautgesundheit und können Entzündungen entgegenwirken.

  • Phytoöstrogene: Natürliche pflanzliche Verbindungen aus Lebensmitteln wie Leinsamen (Lignane) oder Soja (Isoflavone wie Genistein in PCOS Daily) können helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren.

  • Proteine: Eine hohe Proteinzufuhr ist wichtig für die Bildung von Keratin – dem Hauptbestandteil von Haaren. Studien zeigen, dass ein zu niedriger Eiweißkonsum (z. B. bei restriktiven Diäten oder Untergewicht) mit diffusem Haarausfall assoziiert ist. Empfohlen werden 1,5-2 g Protein pro kg Körpergewicht täglich.

2. Stress reduzieren

Da hormonelle Umstellungen den Körper unter Stress setzen können, ist es hilfreich, Maßnahmen zur Stressbewältigung in den Alltag zu integrieren:

  • Entspannungstechniken: So banal es klingt, doch Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, Stresshormone zu reduzieren und damit Haarausfall entgegenzuwirken.

  • Ausreichend Schlaf:Der Körper regeneriert sich nachts – auch das Haarwachstum und die Regeneration der Haarfollikel werden durch guten Schlaf gefördert.

  • Regelmäßige Bewegung:Moderate und abwechslungsreiche sportliche Aktivität kann das hormonelle Gleichgewicht unterstützen und den Stresslevel senken.

  • Kognitive Stressreduktion: Versuche, negativen Gedankenschleifen („Oh Gott, ich verliere meine Haare“) bewusst zu vermeiden. Du weißt nun, warum deine Haare ausfallen und dass die nu ein temporäres Phänomen ist. Techniken wie Journaling, Reframing und Affirmationen können helfen, untersützende Gedanken zu etablieren – und damit Haarausfall zu reduzieren.

  • Soziale Unterstützung: Der Austausch mit anderen Betroffenen oder Experten senkt das Gefühl von Kontrollverlust. Hier kannst du ein kostenloses Gespräch mit einem unseren erfahrenen Ärzt:innen bei Hormonic Care buchen.

3. Haarpflege anpassen - weniger ist mehr!

Die Wirksamkeit vieler Haarprodukte, die explizit gegen Haarausfall entwickelt wurden, ist laut Studien leider begrenzt. Folgende Maßnahmen zeigen laut Studien jedoch den höchsten potenziellen Nutzen:

  • Topische Minoxidil-Lösungen:Der einzige in der EU für weiblichen Haarausfall zugelassene Wirkstoff mit wissenschaftlicher Evidenz. Hier empfehlen wir vor Anwendung ärztliche Rücksprache.

  • Kopfhautmassagen: Laut Studien fördert regelmäßige Massage (z. B. mit Rosmarinöl) die Durchblutung der Haarfollikel und kann über Monate positive Effekte zeigen.

  • Hitzestyling vermeiden:Übermäßiges Glätten oder Föhnen kann das Haar und die Kopfhaut zusätzlich schwächen und die Regeneration der Haarfollikel beeinträchtigen.

  • Keine Evidenz für Koffeinshampoos oder Biotinshampoos:Auch wenn sie oft empfohlen werden, dringen die enthaltenen Wirkstoffe meist nicht tief genug in die Haut ein, um eine relevante Wirkung zu entfalten.

3. Hormonhaushalt unterstützen mit Hormonic Base

Die Hormonic Base ist ein auf Basis klinischer Forschung entwickeltes Nahrungsergänzungsmittel, das wichtige Mikronährstoffe enthält, um eine ausgeglichene Hormonproduktion und die hormonelle Balance zu unterstützen. Enthalten sind 16 essentielle Wirkstoffe, von welchen besonders relevant bei post-pill-bedingtem Haarausfall folgende sind:

  • Vitamin D3 + K2: Reguliert Immunfunktionen, unterstützt Haarfollikel, schützt vor Entzündungen.

  • Vitamin B6 & B9:Tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei und unterstützen hormonelle Regulation.

  • Zink: Trägt zur Erhaltung gesunder Haarstruktur bei.

  • Selen: Wichtig für die Schilddrüsenfunktion – deren Störung ist häufig mit Haarausfall assoziiert.

  • Magnesium-Komplex:Wichtig für über 300 Enzyme und Stoffwechselprozesse, Stressresilienz sowie die hormonelle Balance.

  • Curcumin, Coenzym Q10 & NAC:Antioxidative Wirkstoffe, die oxidative Schäden an Zellen, inklusive Haarfollikel, abfangen können.

Erfahre hier mehr über die Hormonic Base, um Deinen Körper gezielt mit essenziellen Nährstoffen während hormoneller Umstellungsphasen zu unterstützen.

Fazit: Gib Deinem Körper Vertrauen und Zeit

Der Haarausfall nach dem Absetzen der Pille ist für viele Frauen eine belastende, aber vorübergehende Phase. Dein Körper reagiert auf eine tiefgreifende hormonelle Veränderung – und das ist zunächst völlig normal. Was zählt, ist, wie du ihn jetzt unterstützt:

Mit gezielter Nährstoffzufuhr, stressreduzierenden Maßnahmen, einer nährstoffreichen Ernährung, einem positiven Mindset und der richtigen Begleitung schaffst du die besten Bedingungen für Erholung und Regeneration.

💡Wichtig: Immer geduldig bleiben, denn sichtbare Ergebnisse beim Haarwachstum geschehen nicht über Nacht. Haare wachsen circa 1–1,5 cm pro Monat und Veränderungen zeigen sich erst nach Wochen, oft Monaten.

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