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Risiken der Pille: Was du über Nebenwirkungen wissen solltest - Hormonic
Verhütung12. Aug 20249 Min. Lesezeit

Risiken der Pille: Was du über Nebenwirkungen wissen solltest

Dieser Artikel ist Teil von: Pille absetzen: Nebenwirkungen, Symptome und Zyklus danach

Die Pille ist die meistverwendete Verhütungsmethode weltweit, aber ihre Auswirkungen auf Hormone, Psyche und Nährstoffe werden unterschätzt. Dieser Artikel gibt einen ehrlichen, evidenzbasierten Überblick.

Kurz erklärt: Die Pille ist ein gut untersuchtes und für die meisten Frauen sicheres Verhütungsmittel. Wie jedes Medikament kann sie aber Nebenwirkungen haben, von harmlosen und meist vorübergehenden Begleiterscheinungen wie Zwischenblutungen oder Brustspannen bis zu seltenen, aber ernsten Risiken wie einer Thrombose. Für manche Frauen ist sie deshalb nicht die beste Wahl.

Das Wichtigste in Kürze

  • Häufige Nebenwirkungen sind meist harmlos und lassen in den ersten Monaten oft nach: Zwischenblutungen, Übelkeit, Brustspannen und Kopfschmerzen.
  • Manche Frauen berichten über Stimmungstiefs oder eine nachlassende Libido, Studien zeigten hier gemischte, individuell sehr unterschiedliche Ergebnisse.
  • Das bekannteste ernste Risiko ist die Thrombose. Sie ist selten, das relative Risiko steigt unter östrogenhaltigen Pillen aber messbar an.
  • Besonders vorsichtig sein sollten Raucherinnen über 35, Frauen mit Migräne mit Aura oder familiärer Thromboseneigung.
  • Nach dem Absetzen normalisiert sich der Körper meist innerhalb einiger Monate, manche Beschwerden wie Haarausfall können vorübergehend auftreten.
  • Die Wahl der Verhütung ist individuell und gehört immer in ärztliche Hände.

Kaum ein Medikament wird so oft verschrieben und gleichzeitig so kontrovers diskutiert wie die Antibabypille. Millionen Frauen nehmen sie täglich, viele davon jahrelang, und trotzdem tauchen immer wieder dieselben Fragen auf: Wie gefährlich ist die Pille wirklich? Welche Nebenwirkungen sind normal, und ab wann sollte ich hellhörig werden?

Genau das möchte ich hier ehrlich einordnen, ohne Angst zu machen und ohne etwas zu verharmlosen. Die Pille ist für die meisten Frauen sicher, aber sie ist eben nicht für jede die richtige Wahl. Und je besser Du die möglichen Nebenwirkungen kennst, desto souveräner kannst Du gemeinsam mit Deiner Ärztin entscheiden. Von Lisa Maria Emmer, Gründerin und Ärztin bei Hormonic.

Welche Nebenwirkungen hat die Pille?

Die Nebenwirkungen der Pille reichen von häufigen, meist harmlosen Begleiterscheinungen bis zu seltenen, aber ernsten Risiken. Am häufigsten sind Zwischenblutungen, Übelkeit, Brustspannen und Kopfschmerzen, die oft in den ersten drei Monaten nachlassen. Dazu kommen mögliche Auswirkungen auf Stimmung, Libido und den Nährstoffhaushalt. Selten, aber wichtig sind das erhöhte Thromboserisiko und Effekte auf Herz und Kreislauf. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Kategorien ein.

Kategorie Typische Beispiele
Häufig & meist harmlos Zwischenblutungen, Übelkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen
Stimmung & Psyche Stimmungstiefs, Antriebslosigkeit, selten depressive Verstimmungen
Libido Nachlassendes sexuelles Verlangen bei einem Teil der Frauen
Haut & Haare Besserung oder Verschlechterung von Akne, vorübergehender Haarausfall nach dem Absetzen
Nährstoffhaushalt Möglicher Einfluss auf B-Vitamine, Folat, Zink und Magnesium
Selten & ernst Thrombose und Embolie, erhöhtes Risiko bei Rauchen oder Migräne mit Aura

Wusstest Du?

Viele der typischen Anfangsbeschwerden wie Zwischenblutungen oder Übelkeit sind ein Zeichen dafür, dass sich Dein Körper erst an die neuen Hormone gewöhnt. Studien zeigten, dass diese Nebenwirkungen bei den meisten Frauen innerhalb der ersten drei Monate deutlich nachlassen. Halten sie länger an, lohnt sich das Gespräch über ein anderes Präparat.

Häufige Nebenwirkungen im Detail

Die meisten Nebenwirkungen der Pille sind harmlos und vorübergehend. Sie entstehen, weil der Körper sich an die zugeführten Hormone gewöhnt. Trotzdem lohnt es sich, sie zu kennen, damit Du sie richtig einordnen kannst.

Zwischenblutungen und Einnahmebeginn

Vor allem in den ersten Einnahmemonaten kommt es häufig zu Schmier- oder Zwischenblutungen. Das ist meist kein Grund zur Sorge, sondern eine typische Umstellungsreaktion, die sich in der Regel von selbst legt. Halten die Blutungen über mehrere Zyklen an, kann ein Präparatwechsel sinnvoll sein.

Übelkeit, Brustspannen und Kopfschmerzen

Östrogen kann anfangs Übelkeit, ein Spannungsgefühl in der Brust und Kopfschmerzen auslösen. Auch diese Beschwerden bessern sich meist nach den ersten Zyklen. Neu auftretende, ungewohnt starke Kopfschmerzen oder Migräne mit Sehstörungen sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden.

Stimmung und Psyche

Ein sensibles Thema ist der Einfluss auf die Stimmung. Eine große dänische Kohortenstudie zeigte einen Zusammenhang zwischen der Anwendung hormoneller Verhütung und einer erstmaligen Verordnung von Antidepressiva, besonders bei jüngeren Frauen (Skovlund et al., 2016). Wichtig zur Einordnung: Ein Zusammenhang ist kein Beweis für eine Ursache, und viele Frauen bemerken keinerlei Veränderung. Wer aber unter der Pille anhaltende Stimmungstiefs oder Antriebslosigkeit bemerkt, sollte das ernst nehmen und ansprechen.

Libido

Manche Frauen berichten unter der Pille über ein nachlassendes sexuelles Verlangen, andere spüren keinen Unterschied oder sogar eine Verbesserung, weil die Angst vor einer Schwangerschaft wegfällt. Die Datenlage ist gemischt und sehr individuell. Wenn die Libido spürbar leidet, kann ein Wechsel des Präparats helfen.

Haut, Haare und Gewicht

Auf die Haut wirkt die Pille oft positiv und wird deshalb manchmal gegen Akne eingesetzt. Nach dem Absetzen kann es dagegen vorübergehend zu Hautverschlechterung oder Haarausfall kommen. Auch das Thema Gewicht beschäftigt viele Frauen. Was die Studien dazu wirklich sagen, liest Du in unserem Beitrag zu Gewichtszunahme durch die Pille.

Einfluss auf den Nährstoffhaushalt

Die langfristige Einnahme oraler Kontrazeptiva wird im Zusammenhang mit dem Spiegel einzelner Mikronährstoffe untersucht, darunter bestimmte B-Vitamine, Folat, Zink und Magnesium. Eine ausgewogene Ernährung bleibt die Basis. Wer den Körper gerade nach dem Absetzen gezielt unterstützen möchte, kann auf eine gute Mikronährstoffversorgung achten.

Deinen Körper nach der Pille unterstützen

Nach dem Absetzen der Pille möchten viele Frauen ihren Körper gezielt unterstützen. Die Hormonic Base liefert 16 sorgfältig dosierte Mikronährstoffe, darunter B-Vitamine und Folat, die zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur normalen psychischen Funktion beitragen, sowie Zink, das eine Rolle im normalen Hormonhaushalt spielt. Ärztlich entwickelt, in Österreich hergestellt.

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Seltene, aber ernste Risiken

Neben den harmlosen Begleiterscheinungen gibt es Risiken, die zwar selten sind, aber ernst genommen werden müssen. Sie sind der Hauptgrund, warum die Pille immer ärztlich verordnet und begleitet werden sollte.

Thrombose und Embolie

Das bekannteste ernste Risiko ist die venöse Thrombose, also ein Blutgerinnsel, meist in den tiefen Beinvenen. Östrogenhaltige Kombinationspillen erhöhen dieses Risiko. Ein Cochrane-Review kam zu dem Ergebnis, dass alle kombinierten oralen Kontrazeptiva das Thromboserisiko im Vergleich zur Nichtanwendung erhöhen, wobei das Ausmaß je nach Gestagen und Östrogendosis unterschiedlich ausfällt (de Bastos et al., 2014). Auch eine spätere Meta-Analyse bestätigte dieses erhöhte relative Risiko (Dragoman et al., 2018).

Trotzdem gilt zur Einordnung: In absoluten Zahlen bleibt eine Thrombose ein seltenes Ereignis. Das persönliche Risiko hängt stark von weiteren Faktoren ab.

Wer besonders vorsichtig sein sollte

  • Raucherinnen, besonders über 35 Jahre
  • Frauen mit Migräne mit Aura
  • Eine bekannte familiäre Thromboseneigung oder frühere Thrombosen
  • Starkes Übergewicht sowie längere Immobilität, etwa nach Operationen

Für genau diese Situationen gibt es klare medizinische Empfehlungen. Die Weltgesundheitsorganisation hat mit den Medical Eligibility Criteria (WHO, 2015) Kriterien veröffentlicht, die einordnen, für wen welche Verhütung geeignet ist. Deshalb ist das ärztliche Gespräch vor der Verschreibung so wichtig.

Herz-Kreislauf und Krebsrisiko einordnen

Kombinierte Pillen können bei entsprechender Veranlagung auch das Risiko für Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Ereignisse beeinflussen. Beim Thema Krebs ist ein differenzierter Blick wichtig: Eine große Studie zeigte ein leicht erhöhtes relatives Brustkrebsrisiko unter hormoneller Verhütung, das nach dem Absetzen wieder abnimmt (Mørch et al., 2017). Gleichzeitig zeigen Langzeitdaten, dass die Pille das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs langfristig senken kann (Iversen et al., 2017). Die Pille ist also weder pauschal gefährlich noch harmlos, das Gesamtbild ist differenziert.

Was beim und nach dem Absetzen passiert

Nach dem Absetzen muss sich der körpereigene Zyklus erst wieder einpendeln. Bei vielen Frauen dauert das einige Wochen bis Monate. In dieser Zeit können Beschwerden auftreten, die vorher von der Pille überdeckt wurden, etwa unreine Haut, Zyklusunregelmäßigkeiten oder vorübergehender Haarausfall. Wie Du diese Phase gut begleitest, erfährst Du in unserem Guide zum Pille absetzen.

Wichtig zu wissen: Diese Umstellung ist meist vorübergehend und kein Zeichen dafür, dass die Pille bleibende Schäden hinterlässt. Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen und etwas Geduld helfen dem Körper, wieder in seinen eigenen Rhythmus zu finden.

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Wann Du ärztlichen Rat suchen solltest

Die allermeisten Nebenwirkungen sind harmlos. Es gibt aber Warnzeichen, bei denen Du nicht abwarten, sondern zeitnah ärztlich abklären lassen solltest:

  • Plötzliche Schmerzen, Schwellung oder Wärme in einem Bein
  • Atemnot, Brustschmerzen oder Bluthusten
  • Neu auftretende, sehr starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen
  • Anhaltende depressive Verstimmungen oder starke Stimmungstiefs

Diese Symptome bedeuten nicht automatisch, dass etwas Ernstes vorliegt, sie gehören aber sicherheitshalber immer abgeklärt.

Welche Alternativen gibt es?

Wenn die Pille nicht zu Dir passt, gibt es zahlreiche Alternativen, hormonell wie hormonfrei: von Kupferspirale, Kondom und natürlicher Zyklusbeobachtung bis zu Hormonspirale, Pflaster oder Ring. Einen direkten Vergleich zweier beliebter Methoden findest Du in unserem Beitrag Pille versus Hormonspirale. Welche Methode am besten passt, hängt von Deiner Gesundheit, Deinem Alltag und Deinen Wünschen ab und wird idealerweise ärztlich besprochen.

Fazit

Die Pille ist für die meisten Frauen ein sicheres und zuverlässiges Verhütungsmittel. Die häufigen Nebenwirkungen sind meist harmlos und vorübergehend, während ernste Risiken wie Thrombosen selten sind, aber bekannt sein sollten. Entscheidend ist, das eigene Risikoprofil zu kennen, auf Warnzeichen zu achten und Beschwerden ernst zu nehmen.

Am Ende geht es nicht um Angst, sondern um eine informierte Entscheidung. Wenn Du unsicher bist, ob die Pille noch zu Dir passt oder wie Du sie am besten absetzt, kannst Du das in einem kostenlosen Erstgespräch mit einer Hormonic-Ärztin besprechen.

Häufige Fragen zu den Nebenwirkungen der Pille

Welche Nebenwirkungen hat die Pille?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Zwischenblutungen, Übelkeit, Brustspannen und Kopfschmerzen, die meist in den ersten drei Monaten nachlassen. Manche Frauen bemerken zusätzlich Veränderungen bei Stimmung oder Libido. Selten, aber ernst ist ein erhöhtes Thromboserisiko, vor allem bei östrogenhaltigen Pillen. Wie stark eine Frau Nebenwirkungen spürt, ist sehr individuell.

Wie lange dauern Nebenwirkungen nach dem Absetzen der Pille?

Das ist von Frau zu Frau verschieden. Bei vielen pendelt sich der natürliche Zyklus innerhalb von einigen Wochen bis zu drei Monaten wieder ein. Vorübergehende Beschwerden wie unreine Haut, Zyklusschwankungen oder Haarausfall können in den ersten Monaten auftreten und legen sich meist von selbst. Halten Beschwerden länger als sechs Monate an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Ist die Pille gefährlich?
Für die meisten gesunden Frauen ist die Pille sicher und gut verträglich. Ernste Risiken wie Thrombosen sind selten, treten aber häufiger auf, wenn zusätzliche Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Migräne mit Aura oder eine familiäre Thromboseneigung vorliegen. Deshalb wird die Pille immer ärztlich verordnet und das persönliche Risiko vorher abgewogen. Pauschal gefährlich ist sie nicht, für manche Frauen ist sie aber nicht die beste Wahl.
Welche Pille hat die wenigsten Nebenwirkungen?
Es gibt nicht die eine Pille mit den wenigsten Nebenwirkungen, denn die Verträglichkeit ist sehr individuell. Reine Gestagenpräparate (Minipille) enthalten kein Östrogen und gelten in Bezug auf das Thromboserisiko als günstiger, weshalb sie oft für Frauen mit entsprechenden Risikofaktoren infrage kommen. Welches Präparat am besten passt, hängt von Deiner Gesundheit ab und sollte ärztlich entschieden werden.

Wissenschaftliche Quellen

  • de Bastos, M. et al. (2014). Combined oral contraceptives: venous thrombosis. Cochrane Database of Systematic Reviews, (3), CD010813. doi:10.1002/14651858.CD010813.pub2
  • Dragoman, M. V. et al. (2018). A systematic review and meta-analysis of venous thrombosis risk among users of combined oral contraception. International Journal of Gynaecology and Obstetrics, 141(3), 287-294. doi:10.1002/ijgo.12455
  • Mørch, L. S. et al. (2017). Contemporary Hormonal Contraception and the Risk of Breast Cancer. New England Journal of Medicine, 377(23), 2228-2239. doi:10.1056/NEJMoa1700732
  • Iversen, L. et al. (2017). Lifetime cancer risk and combined oral contraceptives: the Royal College of General Practitioners' Oral Contraception Study. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 216(6), 580.e1-580.e9. doi:10.1016/j.ajog.2017.02.002
  • Skovlund, C. W. et al. (2016). Association of Hormonal Contraception With Depression. JAMA Psychiatry, 73(11), 1154-1162. doi:10.1001/jamapsychiatry.2016.2387
  • World Health Organization (2015). Medical eligibility criteria for contraceptive use (5th ed.). Geneva: WHO.

Über die Autorin

Lisa Maria Emmer

Gründerin · Ärztin · Hormonic

Lisa Maria Emmer ist Mitgründerin und ärztliche Leiterin bei Hormonic. Sie begleitet Frauen mit hormonellen Fragen im Alltag und legt besonderen Wert darauf, ehrlich und wissenschaftlich fundiert zu informieren, statt Angst zu machen oder etwas zu verharmlosen.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Studien, Reviews und Leitlinien und dient ausschließlich zu Informationszwecken. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Entscheidungen über Verhütung oder das Absetzen der Pille solltest Du immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

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