Osteoporose: Symptome, Ursachen und was im Körper wirklich passiert

Osteoporose, umgangssprachlich auch als Knochenschwund bekannt, betrifft Millionen Menschen weltweit. Vor allem Frauen in bestimmten hormonellen Lebensphasen sind häufig betroffen. Die Erkrankung verläuft häufig "still" – Betroffene bemerken oft über lange Zeit keine Symptome, bis es plötzlich zu Knochenbrüchen kommt. In diesem Artikel erfährst Du, was Osteoporose ist, wie sie im Körper entsteht, welche Anzeichen und Risikofaktoren es gibt und wie man dem Knochenabbau vorbeugen kann.

Written by

Amelie Weiss, PhD & Research Fellow

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine chronische Knochenerkrankung, bei der die Knochen an Substanz und Stabilität verlieren. Die Knochendichte nimmt ab und die innere Struktur des Knochengewebes wird porös und brüchig. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) selbst bei kleinen Belastungen oder leichten Stürzen deutlich an. Osteoporose gehört weltweit zu den häufigsten Knochenerkrankungen – Schätzungen zufolge erleidet etwa jede dritte Frau über 50 im Laufe ihres Lebens einen osteoporosebedingten Bruch; bei Männern ist es etwa jeder fünfte. Medizinisch wird Osteoporose als "stille Krankheit" bezeichnet, da sie lange ohne Beschwerden verläuft und oft erst durch eine erste Fraktur diagnostiziert wird.

Wie entsteht Osteoporose im Körper?

Unsere Knochen werden ständig erneuert – ein Prozess, den man als Knochenstoffwechsel oder Knochenumbau bezeichnet. Spezialisierte Zellen im Knochen (Osteoklasten als "Abbauzellen" und Osteoblasten als "Aufbauzellen") arbeiten im Gleichgewicht, um altes Knochengewebe abzubauen und neues zu bilden.

Im jungen Erwachsenenalter überwiegt der Aufbau: Bis etwa zum 30. Lebensjahr steigert sich die Knochenmasse und erreicht die maximale Knochendichte. Ab der Lebensmitte hält sich der Aufbau einige Zeit die Waage mit dem Abbau, doch mit fortschreitendem Alter verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten des Knochenabbaus.

Bei Frauen beschleunigt sich diesem Prozess vor allem in den Wechseljahren, da das schützende Sexualhormon Östrogen stark absinkt. Doch auch bei jüngeren Frauen, zum Beispiel jenen mit einem Östrogenmangel, kann der Knochenabbau vermehrt auftreten. Fehlen schützende Hormone oder kommen zusätzliche Faktoren hinzu – etwa Bewegungsmangel, Untergewicht, kalzium- und vitamin-D-arme Ernährung oder die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Kortison) – wird mehr Knochensubstanz abgebaut als neu gebildet.

Diese negative Bilanz führt dazu, dass die Knochen innen hohlraumreicher und dünner werden. Wenn dieser Knochenabbau im Körper das normale Maß übersteigt und die Knochendichte stark abnimmt, entsteht Osteoporose.

Schon gewusst?

Jede dritte Frau über 50 erleidet im Laufe der Zeit einen osteoporosebedingten Bruch. Und oft war der Knochenschwund schon Jahre vorher im Gange – ohne dass sie es wusste.

Osteoporose Symptome – so zeigt sich der Knochenabbau

Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt oft lange unbemerkt. Erste Anzeichen (Osteoporose-Anzeichen) zeigen sich meist spät, doch man unterscheidet grob frühe von fortgeschrittenen Symptomen.

Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt oft lange unbemerkt. Erste Anzeichen (Osteoporose-Anzeichen) zeigen sich meist spät, doch man unterscheidet grob frühe von fortgeschrittenen Symptomen.

Frühe Osteoporose Symptome

In den frühen Phasen verursacht Osteoporose in der Regel keine spürbaren Symptome. Die Knochensubstanz nimmt zwar bereits ab, doch Schmerzen oder andere Beschwerden treten meist noch nicht auf. Mögliche erste Osteoporose-Anzeichen – wie zum Beispiel unklare Rückenschmerzen oder ein allmählicher Verlust an Körpergröße um einige Zentimeter – werden oft nicht erkannt oder anderen Ursachen zugeschrieben. Deshalb bleibt beginnender Knochenschwund häufig jahrelang unentdeckt.

Fortgeschrittene Osteoporose Symptome

Im fortgeschrittenen Stadium werden die Folgen der Osteoporose deutlich. Typische Symptome einer weit fortgeschrittenen Osteoporose sind Knochenbrüche (Fragilitätsfrakturen), die bereits bei geringfügiger Belastung oder einem leichten Sturz auftreten. Besonders häufig brechen geschwächte Wirbelkörper in der Wirbelsäule – dies kann plötzlich starke Rückenschmerzen verursachen. Durch solche Wirbelbrüche verringert sich die Körpergröße merklich, und es entwickelt sich mit der Zeit eine nach vorn gekrümmte Haltung (Rundrücken oder "Witwenbuckel"). Auch Brüche am Handgelenk oder am Oberschenkelhals (Hüftfraktur) treten bei Osteoporose oft schon nach Bagatellunfällen auf. Diese Frakturen gehen mit erheblichen Schmerzen einher und führen nicht selten zu langfristigen Einschränkungen der Beweglichkeit.

Warum Osteoporose oft lange unentdeckt bleibt

Viele Betroffene wissen jahrelang nicht, dass sie Osteoporose haben. Warum bleibt der schleichende Knochenabbau so oft unentdeckt? Die Hauptgründe sind:

  • Symptomlosigkeit: Im frühen Verlauf verursacht Osteoporose keinerlei Schmerzen oder andere wahrnehmbare Beschwerden.

  • Unspezifische Anzeichen: Erste mögliche Hinweise wie Rückenschmerzen oder eine leicht gebeugte Haltung werden häufig dem normalen Alterungsprozess zugeschrieben.

  • Keine Routine-Diagnostik: Eine Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie) wird meist erst bei konkretem Verdacht oder erhöhtem Risiko durchgeführt – es gibt kein routinemäßiges "Screening" in jüngeren Jahren.

  • Verborgene Frakturen: Selbst kleine Wirbelkörperbrüche bleiben mitunter unbemerkt, da sie entweder keine akuten Symptome verursachen oder die Schmerzen als Rückenschmerzen fehlgedeutet werden.

Diese Faktoren führen dazu, dass Osteoporose oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium – etwa nach dem ersten Knochenbruch – diagnostiziert wird.

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Wer hat ein erhöhtes Risiko für Osteoporose?

Osteoporose kann prinzipiell jeden betreffen, doch bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Osteoporose-Risiko. Vor allem Menschen über 70 sind häufig betroffen.

  • Geschlecht und Hormone: Frauen erkranken deutlich öfter als Männer, insbesondere nach den Wechseljahren durch den Östrogenabfall. Eine frühe Menopause (vor 45) oder die operative Entfernung der Eierstöcke erhöht das Risiko zusätzlich.

  • Genetische Veranlagung: Osteoporose und Knochenbrüche in der Familie (z.B. Oberschenkelhalsbruch der Mutter) lassen auch das eigene Risiko steigen.

  • Körperbau: Sehr schlanke bzw. zierliche Personen mit niedrigem Körpergewicht haben weniger Knochensubstanz als Reserve und tragen ein höheres Risiko.

  • Lebensstil: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und chronischer Stress wirken sich negativ auf die Knochengesundheit aus.

  • Ernährung: Eine kalziumarme Ernährung, Vitamin-D-Mangel oder Essstörungen (z.B. Magersucht) können die Knochen schwächen.

  • Medikamente und Krankheiten: Bestimmte Medikamente (vor allem Kortison in Langzeittherapie, aber auch einige Anti-Hormon- oder Antiepileptika) begünstigen Osteoporose. Auch chronische Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion oder chronische Niereninsuffizienz erhöhen das Risiko.

Je mehr dieser Faktoren bei einer Person vorliegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Osteoporose zu erkranken.

Kann man Osteoporose vorbeugen?

Ein präventiver Lebensstil kann helfen, Osteoporose vorzubeugen oder den Verlauf zu verlangsamen. Wichtige Maßnahmen zur Stärkung der Knochen sind:

  • Kalziumreiche Ernährung: Eine ausgewogene Kost mit ausreichend Kalzium (z.B. Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse) bietet das Baumaterial für starke Knochen. Auch genügend Eiweiß ist wichtig für die Knochengesundheit.

  • Vitamin D: Dieses Vitamin fördert die Kalziumaufnahme und wird mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Regelmäßige kurze Sonnenexposition (unter Beachtung des Sonnenschutzes) oder bei Bedarf Vitamin-D-Präparate können einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen.

  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung und kraftaufbauende, belastende Übungen (wie z.B. zügiges Gehen, Treppensteigen, Krafttraining) stärken Knochen und Muskeln. Besonders Kraft- und Balanceübungen können helfen, Knochen aufzubauen und Stürzen vorzubeugen.

  • Verzicht auf Risikostoffe: Auf Rauchen sollte verzichtet werden, und Alkohol nur in Maßen genossen werden – beide Faktoren schwächen auf Dauer die Knochen.

  • Gesundes Körpergewicht: Weder starkes Untergewicht noch extremes Übergewicht sind ideal für die Knochen. Ein moderates, gesundes Gewicht trägt zur Knochenerhaltung bei.

  • Stürze vermeiden: Im höheren Alter sollten Maßnahmen zur Sturzprävention ergriffen werden (z.B. Wohnraum anpassen, Gleichgewichtstraining), um Frakturen vorzubeugen.

Wichtig ist es außerdem, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Frauen in den Wechseljahren und andere Risikogruppen sollten das Thema Knochengesundheit mit ihrem Arzt besprechen – gegebenenfalls kann eine Knochendichtemessung Klarheit über den Knochenstatus schaffen.

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Fazit: Warum Osteoporse mehr als eine Alterskrankheit ist

Osteoporose wird oft als reine Alterskrankheit abgetan – doch das greift zu kurz. Tatsächlich beginnt der Knochenabbaumeist schleichend in den mittleren Lebensjahren und nicht erst im hohen Alter. Frauen spüren die Auswirkungen des hormonbedingten Knochenverlusts bereits rund um die Menopause, auch wenn lange nichts davon nach außen sichtbar ist. Osteoporose ist damit mehr als ein unvermeidbares Altersleiden: Es handelt sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die zwar im Alter am häufigsten zutage tritt, deren Verlauf aber durch Lebensstil und Vorsorge maßgeblich beeinflusst werden kann. Je früher man sich um die Knochengesundheit kümmert – durch bewusste Ernährung, Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und medizinische Kontrolle bei Risikofaktoren – desto besser lässt sich der Knochenschwund bremsen. Das Fazit: Knochengesundheit ist keine Frage des Alters allein, sondern sollte in jeder Lebensphase Beachtung finden.

Quellen:

  • World Health Organization (WHO), Fragility Fractures Fact Sheet, 2023

  • Dachverband Osteologie (DVO), Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose (Leitlinie), 2023

  • NIAMS – National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases, Osteoporosis: Overview and Symptoms, 2022

  • Compston JE, McClung MR, Leslie WD, Osteoporosis, The Lancet, 2019

  • Eastell R, Rosen CJ, Black DM, et al., Pharmacological Management of Osteoporosis in Postmenopausal Women (Endocrine Society Guideline), Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2019

  • International Osteoporosis Foundation (IOF), Epidemiology of Osteoporosis (Facts & Statistics), 2021

  • Rachner TD, Khosla S, Hofbauer LC, Osteoporosis: now and the future, The Lancet, 2011

  • Kanis JA, McCloskey EV, Harvey NC, et al., European guidance für die Diagnostik und Therapie der Osteoporose, Osteoporosis International, 2019

FAQs

Osteoporose selbst verursacht lange Zeit keine deutlichen Beschwerden. Man merkt die Krankheit oft erst, wenn es zu einem Knochenbruch kommt – zum Beispiel bricht ein Wirbel oder ein Handgelenk bei einer eigentlich leichten Belastung. Indirekte Hinweise können eine abnehmende Körpergröße oder ein sich entwickelnder Rundrücken sein, die auf schon stattgefundenen Wirbelabbau hindeuten.

Ein gewisser Knochenabbau beginnt bei jedem Menschen ab etwa 30 Jahren, doch Osteoporose im Krankheitsausmaß tritt meist erst später auf. Frauen sind ab den Wechseljahren (um die 50) verstärkt betroffen, da dann der Knochenschwund wegen des Östrogenabfalls deutlich zunimmt. Im höheren Alter (70+) steigt die Häufigkeit bei beiden Geschlechtern stark an. In seltenen Fällen kann Osteoporose auch schon in jüngeren Jahren auftreten – etwa durch erbliche Faktoren, hormonelle Probleme, Untergewicht oder chronische Krankheiten.

Frauen haben nach den Wechseljahren einen starken Abfall des schützenden Hormons Östrogen, wodurch ihre Knochen schneller an Dichte verlieren. Zudem erreichen Frauen meist eine etwas geringere maximale Knochendichte als Männer und leben im Durchschnitt länger. Diese Kombination führt dazu, dass Osteoporose bei Frauen öfter diagnostiziert wird. Rund 80 % der Osteoporose-Patienten sind weiblich.

Ja, der Knochenabbau lässt sich in vielen Fällen aufhalten oder zumindest verlangsamen. Durch eine geeignete medikamentöse Therapie kann der Körper angeregt werden, weniger Knochen abzubauen bzw. mehr aufzubauen. So kann man den Knochenschwund stoppen und das Frakturrisiko senken. Wichtig sind außerdem begleitende Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und ausreichend Vitamin D, um die Behandlung zu unterstützen. Eine frühzeitige Diagnose erhöht die Chancen, den Verlauf der Osteoporose effektiv zu bremsen.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien, wissenschaftlichen Studien, Reviews und Meta-Analysen und wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.