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Akazienfaser

Löslicher Ballaststoff (Acacia senegal)·Shape Formula

Akazienfaser

Löslicher pflanzlicher Ballaststoff aus dem Pflanzensaft afrikanischer Akazienbäume, der im Darm langsam fermentiert wird.

Akazienfaser, in der internationalen Forschung auch als Gum Arabic oder Akaziengummi (E414) bekannt, ist ein pflanzlicher Ballaststoff, der aus dem getrockneten Pflanzensaft (Exsudat) der Akazienbäume Acacia senegal und Acacia seyal gewonnen wird. Diese Bäume wachsen hauptsächlich in der Sahelzone Afrikas, einer Trockenregion südlich der Sahara. Der Sudan ist seit Jahrzehnten der weltweit wichtigste Produzent und stellt einen Großteil des global verfügbaren Akazienfaser-Rohstoffs.

Der Rohstoff entsteht durch gezielte Einschnitte in die Baumrinde, woraufhin ein natürlicher Pflanzensaft austritt, an der Luft aushärtet und anschließend gesammelt und zu einem feinen Pulver verarbeitet wird. Es handelt sich also um ein vollständig pflanzliches, natürliches Produkt – kein hochverarbeiteter Lebensmittelzusatzstoff im klassischen Sinn, auch wenn die E-Nummer-Bezeichnung dies suggerieren könnte.

Akazienfaser besteht zu über 85 bis 90 Prozent aus löslichen Ballaststoffen, vorrangig komplexen Arabinogalactanen. Im Gegensatz zu vielen anderen löslichen Ballaststoffen wie Inulin oder Beta-Glucan ist Akazienfaser nicht viskos – sie quillt also nicht stark auf und lässt sich daher besonders gut in Flüssigkeiten integrieren, ohne deren Konsistenz wesentlich zu verändern. Eine besonders hochwertige Form ist inavea™ PURE ACACIA des Herstellers Nexira, der auf nachhaltige Beschaffung und standardisierte Qualität spezialisiert ist.

Im menschlichen Verdauungssystem wird Akazienfaser im oberen Gastrointestinaltrakt nicht abgebaut. Stattdessen erreicht die Faser den Dickdarm weitgehend unverändert und wird dort langsam und gleichmäßig durch die Darmbakterien fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) wie Acetat, Propionat und Butyrat, die in zahlreichen wissenschaftlichen Studien im Kontext der Darmmikrobiota untersucht werden.

Aufgrund der langsamen Fermentation wird Akazienfaser im wissenschaftlichen Kontext häufig mit guter gastrointestinaler Verträglichkeit assoziiert. Schnell fermentierbare Ballaststoffe wie Inulin oder FOS können bei empfindlichen Personen zu Blähungen führen. Akazienfaser wird zudem im Zusammenhang mit der Zusammensetzung der Darmmikrobiota und dem Sättigungsgefühl untersucht. In der EU sind derzeit keine spezifischen gesundheitsbezogenen Aussagen für Akazienfaser zugelassen.

Wirkmechanismus

Arabinogalactane werden von kommensalen Darmbakterien (insbesondere Bifidobakterien und Lactobacillen) langsam fermentiert. Die entstehenden kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) – vor allem Butyrat – werden in der wissenschaftlichen Literatur in Verbindung mit der Energieversorgung der Kolonozyten untersucht.

Quellen

Studienlage:

  • Gum arabic establishes prebiotic functionality in healthy human volunteers in a dose-dependent manner (Calame W et al., 2008): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18466655/
  • Acacia Gum Is Well Tolerated While Increasing Satiety and Lowering Peak Blood Glucose Response in Healthy Human Subjects (Larson R et al., 2021): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33672963/
  • Effects of Gum Arabic ingestion on body mass index and body fat percentage in healthy adult females: two-arm randomized, placebo controlled, double-blind trial (Babiker R et al., 2012): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23241359/
  • Effect of Gum Arabic (Acacia Senegal) supplementation on visceral adiposity index (VAI) and blood pressure in patients with type 2 diabetes mellitus as indicators of cardiovascular disease (CVD): a randomized and placebo-controlled clinical trial (Babiker R et al., 2018): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29558953/
  • The Effect of Gum Arabic (Acacia Senegal) on Cardiovascular Risk Factors and Gastrointestinal Symptoms in Adults at Risk of Metabolic Syndrome: A Randomized Clinical Trial (Jarrar AH et al., 2021): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33435475/