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Capsaicin

Capsaicinoid (Capsicum)·Hormonic Base

Capsaicin

Scharfstoff aus Chili- und Paprikafrüchten, der wissenschaftlich im Kontext von Thermogenese und Stoffwechsel untersucht wird.

Capsaicin ist der charakteristische Scharfstoff in Chili- und Paprikafrüchten der Gattung Capsicum. Chemisch zählt es zur Stoffgruppe der Capsaicinoide; verwandte Verbindungen sind Dihydrocapsaicin, Nordihydrocapsaicin und – in nicht-scharfen Sorten – die sogenannten Capsinoide, die ähnliche stoffwechselbezogene Eigenschaften zeigen, ohne den brennenden Geschmack zu erzeugen.

Über die Ernährung wird Capsaicin in stark variablen Mengen aufgenommen, abhängig von Esskultur und individuellen Vorlieben. In thailändischen, mexikanischen oder südindischen Küchen kann die tägliche Capsaicin-Zufuhr die einer typischen mitteleuropäischen Ernährung um ein Vielfaches überschreiten. Hauptquellen sind Chilischoten, Cayennepfeffer, Tabasco und in geringerem Umfang scharfe Paprikasorten.

In Nahrungsergänzungsmitteln wird Capsaicin meist als standardisierter Extrakt aus Cayennepfeffer oder anderen Capsicum-Arten eingesetzt. Die Standardisierung erfolgt häufig auf einen definierten Capsaicinoid-Gehalt. Die Dosierungen unterscheiden sich zwischen den Produkten erheblich; magensaftresistente Kapseln werden eingesetzt, um eine direkte Reizung der Magenschleimhaut zu reduzieren.

Im wissenschaftlichen Kontext wird Capsaicin im Zusammenhang mit Thermogenese, Appetitregulation und Stoffwechsel untersucht. Mechanistisch steht die Aktivierung des TRPV1-Rezeptors (Transient Receptor Potential Vanilloid 1) im Vordergrund, eines calciumdurchlässigen Ionenkanals, der mit Wärmewahrnehmung und sympathischer Aktivierung verbunden ist. In übergewichtigen Populationen analysieren Studien Effekte auf gewichtsbezogene Endpunkte, Lipidwerte und Komponenten des metabolischen Syndroms; die Ergebnisse sind heterogen und je nach Studiendesign unterschiedlich ausgeprägt.

Bei empfindlichem Magen kann Capsaicin Wärmegefühl im Magenbereich oder sodbrennen-artige Beschwerden hervorrufen. Diese Effekte limitieren sich bei regelmäßiger Einnahme häufig nach 7–14 Tagen selbst, da die TRPV1-Rezeptoren mit der Zeit weniger empfindlich werden. In der EU sind derzeit keine spezifischen gesundheitsbezogenen Aussagen für Capsaicin zugelassen.

Wirkmechanismus

Capsaicin aktiviert den Transient-Receptor-Potential-Vanilloid-1-Kanal (TRPV1), einen Calcium-permeablen Ionenkanal auf sensorischen Neuronen und in mehreren peripheren Geweben. Die TRPV1-Aktivierung wird im wissenschaftlichen Kontext mit Thermogenese, Lipidoxidation und Modulation der Sättigungssignale in Verbindung gebracht.

Quellen