
Catechin-Komplex (Camellia sinensis)·Shape Formula
Grüntee-Extrakt
Standardisierter Extrakt aus Grüntee-Blättern mit hohem Gehalt an Catechinen, insbesondere EGCG.
Grüntee-Extrakt wird aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis gewonnen – derselben Pflanze, aus der auch schwarzer und weißer Tee hergestellt werden. Der entscheidende Unterschied liegt im Herstellungsprozess: Während die Blätter für schwarzen Tee fermentiert (oxidiert) werden, werden Grüntee-Blätter direkt nach der Ernte schonend erhitzt oder gedämpft. Dadurch wird die enzymatische Oxidation gestoppt und pflanzliche Inhaltsstoffe – insbesondere die sogenannten Catechine – bleiben in höherer Konzentration erhalten.
Zu den wichtigsten Catechinen zählen Epigallocatechingallat (EGCG), Epigallocatechin (EGC), Epicatechingallat (ECG) und Epicatechin (EC). EGCG ist mengenmäßig der dominanteste und am intensivsten erforschte Vertreter und gilt als charakteristischer Wirkstoff von Grüntee-Extrakten. Hochwertige Grüntee-Sorten wie japanischer Sencha oder Matcha sind besonders catechinreich; Matcha enthält durch die Verwendung des gesamten gemahlenen Blattes besonders hohe Mengen.
In der normalen Ernährung wird Grüntee als Teeaufguss konsumiert. Die aufgenommenen Catechinmengen aus einer Tasse liegen typischerweise zwischen 50 und 200 mg, abhängig von Sorte, Wassertemperatur und Ziehzeit. In Nahrungsergänzungsmitteln werden Grüntee-Extrakte als standardisierte Pflanzenextrakte eingesetzt, häufig mit einem definierten Gesamt-Catechin- und EGCG-Gehalt. Je nach Produkt enthalten Tagesdosen von Grüntee-Extrakten teils mehrere hundert Milligramm EGCG. Wichtig ist hier die Beachtung der EU-Verordnung 2022/2340, die bestimmte EGCG-Mengen aus Grüntee-Extrakten in Nahrungsergänzungsmitteln spezifischen Kennzeichnungspflichten unterstellt.
Im wissenschaftlichen Kontext wird Grüntee-Extrakt vor allem im Zusammenhang mit Stoffwechselprozessen, oxidativem Status und kardiometabolischen Parametern untersucht. Mechanistisch werden Wechselwirkungen mit Enzymsystemen wie der Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und Signalwegen wie AMPK beschrieben.
Humanstudien analysieren Grüntee-Extrakt häufig im Hinblick auf Körpergewicht, Fettstoffwechsel, Blutzucker- und Blutfettwerte. Auch im Kontext PCOS bei übergewichtigen Frauen wurden Effekte auf hormonelle und biochemische Marker untersucht. Die Ergebnisse sind insgesamt heterogen und stark von Dosierung, Studiendauer, Extraktstandardisierung und untersuchter Population abhängig. Bei sehr hohen EGCG-Dosen, insbesondere auf nüchternen Magen, sind hepatobiliäre Beschwerden beschrieben worden – die Sicherheitsobergrenzen der EU sollten daher beachtet werden. In der EU sind derzeit keine spezifischen gesundheitsbezogenen Aussagen für Grüntee-Extrakt zugelassen.
Wirkmechanismus
EGCG beeinflusst im wissenschaftlichen Kontext die Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und kann dadurch die Verfügbarkeit von Noradrenalin in Adipozyten verlängern – ein Mechanismus, der mit gesteigerter Thermogenese und Lipolyse assoziiert wird. Zusätzlich aktiviert EGCG AMPK und moduliert weitere zelluläre Signalwege.
Quellen
Studienlage:
- Effects of Chinese green tea on weight, and hormonal and biochemical profiles in obese patients with polycystic ovary syndrome: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16378915/
- Green Tea (Camellia sinensis) - A Review of Its Phytochemistry, Pharmacology, and Toxicology: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35745040/
- Green tea effects on cognition, mood and human brain function: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28899506/







