
Aminosäurederivat (N-Acetyl-L-Cystein)·Hormonic Base
NAC (N‑Acetyl‑L‑Cystein)
Cystein-Derivat und Vorstufe für die körpereigene Glutathion-Bildung.
N-Acetylcystein, kurz NAC, ist ein Derivat der schwefelhaltigen Aminosäure L-Cystein. Im Gegensatz zu freiem Cystein, das im Körper rasch oxidiert, ist NAC chemisch stabiler und besser oral bioverfügbar. NAC zählt nicht zu den klassischen Nahrungsinhaltsstoffen: In der Ernährung kommt es nicht in nennenswerten Mengen vor; was der Körper benötigt, gewinnt er aus cysteinhaltigen Proteinen der Nahrung – etwa aus Eiern, Geflügel, Joghurt oder Hülsenfrüchten.
NAC wird seit Jahrzehnten als Arzneistoff eingesetzt. Es ist in vielen Ländern zugelassener Wirkstoff in schleimlösenden Präparaten und wird im klinischen Kontext zudem als Antidot bei Paracetamol-Vergiftungen verwendet, weil es die Bildung von Glutathion unterstützt. Daneben wird NAC als Nahrungsergänzungsmittel angeboten – die regulatorische Einordnung variiert je nach Land.
Die zentrale physiologische Bedeutung von NAC liegt in seiner Funktion als Glutathion-Vorstufe. Glutathion ist ein körpereigenes Tripeptid aus Glutamat, Cystein und Glycin und gilt als wichtiges körpereigenes Redox-Molekül. Cystein ist dabei der geschwindigkeitsbestimmende Baustein – die Glutathion-Synthese hängt direkt von der verfügbaren Cysteinmenge ab. NAC liefert dieses Cystein in stabiler Form und unterstützt damit indirekt die zelluläre Glutathion-Reserve.
Im wissenschaftlichen Kontext wird NAC vor allem im Zusammenhang mit oxidativem Stress untersucht. Typische Studiendosierungen im NEM-Bereich liegen bei etwa 1.200 bis 1.800 mg pro Tag, häufig auf zwei Gaben verteilt. Im PCOS- und Endometriose-Kontext analysieren Humanstudien reproduktionsbezogene Outcomes wie Ovulations- und Progesteronmarker, Endometriumdicke oder die Ausbreitung von Endometrioseherden, ergänzt durch metabolische Marker. Die Studienlage ist vorhanden, in einzelnen Endpunkten jedoch unterschiedlich belastbar.
Wirkmechanismus
NAC liefert Cystein, das Schlüsselsubstrat der Glutathion-Synthese, und stellt damit die zelluläre Glutathion-Reserve wieder her. Über die Thiolgruppe wird NAC zudem im wissenschaftlichen Kontext mit Redox-Reaktionen in Verbindung gebracht und kann Disulfidbrücken in Mukopolysacchariden spalten – die Grundlage seiner mukolytischen Wirkung.
Quellen
Studienlage:
- Efficacy of NAC in PCOS (systematic review/meta-analysis 2025): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39861414/
- NAC improves endometriosis-related pain and the size of endometriomas: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36981595/
- Endometrioma reduction by N-acetylcysteine: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23737821/
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