Wenn die Migräne fast immer kurz vor der Periode zuschlägt, ist das kein Zufall, sondern ein eigenes Krankheitsbild: die menstruelle Migräne. Dieser Artikel erklärt, warum der Östrogenabfall sie auslöst, was in Studien vorbeugt und wann Du bei einer Aura besonders vorsichtig sein musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Menstruelle Migräne tritt im Fenster von zwei Tagen vor bis drei Tage nach dem Blutungsbeginn auf, ausgelöst durch den Abfall des Östrogens.
- Diese Attacken sind meist ohne Aura, dafür oft länger, stärker und schlechter behandelbar.
- Zur Vorbeugung sind vor allem Magnesium, Coenzym Q10 und Riboflavin untersucht, ihre Wirkung baut sich über Wochen auf.
- Wichtig: Bei Migräne mit Aura sind östrogenhaltige Pillen wegen des erhöhten Schlaganfallrisikos in der Regel nicht geeignet.
- Bei schweren oder neuen Attacken gehört die Migräne ärztlich behandelt, Nährstoffe sind nur eine Ergänzung.
In meiner Sprechstunde erzählen mir Frauen oft dasselbe Muster: Die schlimmsten Kopfschmerzen kommen wie ein Uhrwerk kurz vor oder mit der Periode, sind besonders heftig und lassen sich schlechter wegdrücken als sonst. Das ist keine Einbildung, sondern gut beschrieben, und es hat einen klaren hormonellen Hintergrund. Ich möchte Dir hier ruhig erklären, was dahintersteckt, was wirklich hilft und worauf Du unbedingt achten solltest.
Menstruelle Migräne ist eine Migräne, die eng an den Zyklus gekoppelt ist. Der Auslöser ist nicht die Blutung selbst, sondern der starke Abfall des Östrogens in den Tagen davor. Genau dieser Hormonsturz senkt die Reizschwelle im Gehirn und macht eine Attacke wahrscheinlicher.
Wusstest Du?
Attacken rund um die Periode dauern in Untersuchungen im Schnitt deutlich länger und sind schwerer und hartnäckiger als Attacken zu anderen Zeiten. Deshalb ist es keine Einbildung, wenn sich diese Migräne besonders zäh anfühlt.
Was menstruelle Migräne genau ist
Fachlich wird die menstruelle Migräne über ein festes Zeitfenster definiert: Die Attacken treten im Zeitraum von zwei Tagen vor bis drei Tage nach dem Beginn der Blutung auf, und zwar in mindestens zwei von drei Zyklen. Charakteristisch ist außerdem, dass diese Migräne fast immer ohne Aura verläuft, also ohne die typischen Sehstörungen oder Missempfindungen vorab. Man unterscheidet zwei Formen:
| Form | Wann die Attacken auftreten |
|---|---|
| Rein menstruelle Migräne | ausschließlich im Fenster um die Periode, sonst nie |
| Menstruell-assoziierte Migräne | im selben Fenster, aber zusätzlich auch zu anderen Zeiten (häufiger) |
Die menstruell-assoziierte Form ist deutlich häufiger. Für die Behandlung ist die Unterscheidung nützlich, weil sie zeigt, ob nur um die Periode oder auch dazwischen vorgebeugt werden sollte. Wichtig ist auch die Abgrenzung: Diese Kopfschmerzen sind etwas anderes als die krampfartigen Regelschmerzen im Unterleib, auch wenn beide zur selben Zeit auftreten können.
Warum der Östrogenabfall die Migräne auslöst
Am Ende der zweiten Zyklushälfte, kurz vor der Periode, fällt der Östrogenspiegel steil ab. Dieser Abfall gilt als der wichtigste Auslöser der menstruellen Migräne. Östrogen beeinflusst nämlich Botenstoffe und Schmerzsysteme im Gehirn, unter anderem den Botenstoff CGRP, der bei Migräne eine zentrale Rolle spielt und bei Frauen mit menstrueller Migräne rund um die Periode erhöht ist.
Dazu kommt, dass in dieser Phase auch die entzündungsfördernden Prostaglandine ansteigen, dieselben Botenstoffe, die die Gebärmutter zusammenziehen. Ehrlich bleibt aber: Der genaue Mechanismus ist noch nicht restlos geklärt, der Östrogenabfall ist die am besten belegte Erklärung, nicht ein endgültig bewiesener Schalter. Für Dich zählt vor allem: Das Muster ist hormonell und damit erklärbar, und genau daran lässt sich ansetzen.
Hormonic Base: Magnesium und Q10 als Fundament
Zur Vorbeugung von Migräne sind zwei Nährstoffe am besten untersucht, die auch in Hormonic Base stecken: Magnesium und Coenzym Q10. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei, Q10 ist Teil des Energiestoffwechsels der Zellen. Base liefert beide in einer ärztlich abgestimmten Dosis, zusammen mit 14 weiteren Mikronährstoffen.
Zyklusabhängige Migräne, was tun?
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Häufige Fragen zu Migräne vor der Periode
Warum bekomme ich Migräne immer vor der Periode?
Was hilft gegen menstruelle Migräne?
Welche Nährstoffe helfen bei menstrueller Migräne?
Darf ich mit Migräne die Pille nehmen?
Wissenschaftliche Quellen
- International Headache Society. ICHD-3, Appendix A1.1.1 und A1.1.2: reine und menstruell-assoziierte Migräne ohne Aura (Fenster Tag minus 2 bis plus 3).
- van Casteren, D. S. et al. (2021). Comparing Perimenstrual and Nonperimenstrual Migraine Attacks Using an e-Diary. Neurology, 97(17), e1661-e1671. doi:10.1212/WNL.0000000000012723
- MaassenVanDenBrink, A. et al. (2023). Menstrual migraine is caused by estrogen withdrawal: revisiting the evidence. J Headache Pain, 24, 131. doi:10.1186/s10194-023-01664-4
- Vetvik, K. G. et al. (2014). Prevalence of menstrual migraine: a population-based study. Cephalalgia, 34(4), 280-288. doi:10.1177/0333102413507637
- Facchinetti, F. et al. (1991). Magnesium prophylaxis of menstrual migraine. Headache, 31(5), 298-301. doi:10.1111/j.1526-4610.1991.hed3105298.x
- Sándor, P. S. et al. (2005). Efficacy of coenzyme Q10 in migraine prophylaxis: a randomized controlled trial. Neurology, 64(4), 713-715. doi:10.1212/01.WNL.0000151975.03598.ED
- Schoenen, J. et al. (1998). Effectiveness of high-dose riboflavin in migraine prophylaxis. Neurology, 50(2), 466-470. doi:10.1212/WNL.50.2.466
- Sacco, S. et al. (2017). Hormonal contraceptives and risk of ischemic stroke in women with migraine: EHF/ESCRH consensus statement. J Headache Pain, 18, 108. doi:10.1186/s10194-017-0815-1
- S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, DGN/DMKG (AWMF 030-057, 2022).
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