PAP-Abstrich beim Frauenarzt: Alles was Du wissen musst

Ein regelmäßiger PAP-Test beim Frauenarzt ist der wichtigste Baustein der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Trotzdem wissen viele Frauen nicht, was dabei eigentlich untersucht wird, wie man die Ergebnisse deutet und welche weiteren Methoden es heute gibt. In diesem Blogartikel erklären wir Dir ruhig und sachlich alles was Du rund um den PAP-Abstrich wissen solltest.

Written by

Lee Pape, MSc

Ein kurzer Überblick

Der PAP-Test bzw. Pap-Abstrich wurde vor fast 100 Jahren von Georgios Papanicolaou entwickelt und hat seither geholfen, die Zahl der Fälle von Gebärmutterhalskrebs drastisch zu reduzieren. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs – vor allem durch humane Papillomviren (HPV) verursacht –, doch durch Früherkennung, unter anderem mit dem PAP-Test , und HPV-Impfung sollen diese Zahlen weiter sinken. Seit 2020 gibt es in Deutschland ein organisiertes Vorsorgeprogramm: Frauen ab 20 können jährlich einen PAP-Abstrich machen lassen, der von den Kassen übernommen wird, und ab 35 Jahren wird alle drei Jahre ein kombiniertes Scrrening aus PAP- und HPV-Test angeboten. Im Folgenden gehen wir Schritt für Schritt durch alle wichtigen Fragen zum PAP-Test.

Was ist der PAP-Test überhaupt?

Der PAP-Test (auch PAP-Abstrich genannt) ist eine zytologische Untersuchung, bei der Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht werden. Ziel ist es, Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen, noch bevor sich Krebs entwickeln kann. Der Test ist nach dem griechischen Pathologen George Papanicolaou benannt, der diese Methode bereits in den 1920er-Jahren entwickelte. Seitdem hat sich der PAP-Abstrich weltweit als Standard in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge etabliert.

Was untersuchst man beim PAP-Test?

Beim PAP-Test entnimmt der Frauenarzt mit einer kleinen Bürste oder einem Spatel Zellen von der Schleimhaut des Muttermunds (dem Übergang zwischen Vagina und Gebärmutterhals). Diese Zellprobe wird auf einem Objektträger ausgestrichen oder in eine Flüssigkeit gegeben und im Labor von Spezialistinnen (Zytologinnen) mikroskopisch untersucht. Dabei achten sie darauf, ob die Zellen gesund und normal aussehen oder Anzeichen von Dysplasie (Zellveränderungen) zeigen.

Wofür ist der PAP-Test da?

Der Pap-Abstrich dient ausschließlich der Früherkennung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Diese Veränderungen können (müssen aber nicht) Hinweise auf Krebsvorstufen sein. Durch die regelmäßige Vorsorge mit dem PAP-Test können Zellveränderungen gefunden und beobachtet oder behandelt werden, bevor daraus Gebärmutterhalskrebs entsteht.

Schon gewusst?

Seit Einführung des Pap-Tests in den 1950er-/1960er-Jahren sind die Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs in Ländern mit Vorsorgeprogrammen deutlich zurückgegangen. Der Test ist also ein echtes Erfolgsmodell der Prävention.

Wie läuft ein PAP-Test ab?

Der Ablauf ist einfach, dauert nur wenige Minuten und ist normalerweise nicht schmerzhaft. Damit Du genau weißt, was Dich erwartet, erklären wir den Ablauf Schritt für Schritt:

  • Der richtige Zeitpunkt für den PAP-Test: Am besten planst Du den Termin für den PAP-Test außerhalb Deiner Menstruation, da Blut im Abstrich die Beurteilung erschweren kann. Optimal ist die Mitte des Zyklus oder kurz nach der Periode. Zwei Tage vor dem Abstrich solltest Du möglichst auf Geschlechtsverkehr, Tampons, Vaginalcremes oder -spülungen verzichten, damit die Probe nicht verfälscht wird.

  • Die Vorbereitung in der Praxis: In der Praxis nimmst Du im Untersuchungsraum wie gewohnt Platz. Für den Abstrich legst Du Dich auf den gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Die Ärztin oder der Arzt untersucht zunächst wie üblich die äußeren Genitalien und führt eine Tastuntersuchung durch. Dann wird ein Spekulum (ein stiftförmiges Instrument mit Klemmflügeln) in die Scheide eingeführt. Dieses spreizt sanft die Scheidenwände, sodass der Muttermund sichtbar wird. Dies kann sich kalt anfühlen und ist vielleicht etwas ungewohnt, sollte aber keine Schmerzen verursachen. Versuche, dabei möglichst entspannt zu bleiben und ruhig zu atmen.

  • Die Zellentnahme: Nun kommt der eigentliche PAP-Abstrich. Mit einem kleinen weichen Bürstchen oder einem Spatel streicht die Ärztin/der Arzt vorsichtig über den Muttermund und den Gebärmutterhalskanal, um Zellen abzunehmen. Dieses Abstreichen dauert nur ein paar Sekunden. Du spürst vielleicht ein leichtes Kitzeln, Kratzen oder Druckgefühl, aber in der Regel tut es nicht weh. Viele Frauen merken kaum etwas davon. Falls Du doch Schmerzen empfindest, sprich es direkt an – meist lässt sich durch kurze Pause oder behutsameres Vorgehen Abhilfe schaffen.

  • Was passiert mit der Probe? Die entnommenen Zellen werden entweder direkt auf einem Glasplättchen ausgestrichen (konventioneller Pap-Abstrich) oder in ein kleines Gefäß mit Flüssigkeit ausgespült (Dünnschichtzytologie, dazu später mehr). Anschließend wird die Probe fixiert und ans zytologische Labor geschickt. Dort färben Fachleute die Zellen an und begutachten sie unter dem Mikroskop. Dieser Prozess kann ein paar Tage bis zu zwei Wochen dauern, je nach Labor.

  • Nach dem Abstrich: Die Untersuchung ist damit eigentlich schon beendet. Das Spekulum wird entfernt, und Du kannst Dich anziehen. Direkt nach dem Abstrich kannst Du Deinen normalen Alltag fortsetzen. Manche Frauen haben leichte Schmierblutungen oder ein kurzfristiges Ziehen – das ist nicht ungewöhnlich, da der Muttermund gut durchblutet ist. Diese Symptome klingen normalerweise schnell wieder ab. Falls jedoch stärkere Schmerzen oder länger anhaltende Blutungen auftreten (sehr selten), solltest Du Deinen Arzt kontaktieren.

  • Ergebnis-Mitteilung: In der Regel erfährst Du das Ergebnis des PAP-Tests innerhalb von 14 Tagen. Einige Praxen melden sich nur bei auffälligen Befunden. Frag im Zweifel einfach nach, wie es gehandhabt wird. Üblicherweise wird Dir die Befundkategorie (z.B. "Pap II" oder "Pap III-D") mitgeteilt und erläutert, falls etwas Auffälliges gefunden wurde.

Was der PAP-Test kann – und was nicht

Der PAP-Test ist ein mächtiges Werkzeug, aber auch kein Wundermittel. Es ist wichtig, die Stärken, aber auch Limitation dieser Untersuchung zu kennen.

Was kann der PAP-Abstrich?

  • Früherkennung von Zellveränderungen: Der PAP-Test spürt auffällige Zellveränderungen an der Schleimhaut des Gebärmutterhalses auf. Solche Veränderungen – auch Dysplasien genannt – sind oft Krebsvorstufen, die sich über Jahre entwickeln. Indem der Test diese Vorstufen entdeckt, bevor sie zu Krebs entarten, ermöglicht er rechtzeitige Gegenmaßnahmen (z.B. engmaschige Kontrollen oder kleine operative Eingriffe). So lässt sich Gebärmutterhalskrebs in vielen Fällen verhindern.

  • Klassifikation des Risikos: Durch die Einteilung der Befunde in verschiedene Pap-Kategorien (I bis V, siehe nächster Abschnitt) gibt der Test eine Einschätzung, wie gravierend die Zellveränderungen sind. Je nach Pap-Stufe können Ärzt*innen dann die weiteren Schritte planen – sei es einfach in einem Jahr wieder zur Kontrolle zu kommen oder sofort genauer hinzuschauen.

  • Hohe Spezifität: Ein auffälliger Pap-Befund (z.B. Pap III, IIID, IV) bedeutet, dass tatsächlich irgendetwas an den Zellen anders ist als normal. Falsch-positive Ergebnisse (also Alarm ohne tatsächliche Veränderung) sind relativ selten. Viel häufiger sind Zellveränderungen echt, aber harmloser Natur (z.B. durch Entzündung) – doch zumindest übersehen wird hier wenig.

Was kann der PAP-Abstrich nicht?

  • HPV-Infektion nachweisen: Wie erwähnt, zeigt ein normaler Pap-Abstrich nicht automatisch an, ob Du HPV in Dir trägst. Eine Frau kann also einen Pap I (völlig normal) haben und trotzdem HPV-positiv sein. Umgekehrt bedeutet ein auffälliger Pap nicht zwingend, dass aktuell noch eine HPV-Infektion besteht – die Zellveränderung kann auch zurückbleiben, nachdem das Virus vielleicht schon weg ist. Kurz: Der Pap-Test ist kein Virus-Test, sondern schaut nur nach den Auswirkungen auf die Zellen.

  • Diagnose sichern: Der Pap-Test ist ein Screening-Test, kein endgültiger Diagnosetest. Das heißt: Er kann Verdachtsmomente liefern, aber keine gesicherte Diagnose stellen. Selbst bei Pap IV oder V (hoher Verdacht auf Krebsvorstufe oder Krebs) muss immer erst eine weitere Untersuchung folgen – zum Beispiel eine Kolposkopie (Spiegeluntersuchung des Gebärmutterhalses mit Vergrößerung) und eine Gewebeprobe (Biopsie). Erst die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes kann bestätigen, ob wirklich Krebszellen vorliegen. Ein Pap-Befund alleine reicht also nicht für Therapiebeschlüsse, er ist der Anfang weiterer Diagnostik.

  • Nicht 100 % zuverlässig: Kein Test ist perfekt – so auch der Pap-Abstrich nicht. In seltenen Fällen kann er Veränderungen übersehen (falsch-negatives Ergebnis). Gründe können sein, dass zu wenige Zellen in der Probe waren, die veränderten Zellen nicht mit abgestrichen wurden oder vom Zytologen fehlinterpretiert wurden. Deshalb ist es wichtig, die regelmäßigen Wiederholungen einzuhalten. Wenn man z.B. jährlich untersucht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, selbst einen zunächst übersehenen Befund beim nächsten Mal doch zu entdecken. Ebenso kann es (ebenfalls selten) falsch-positiv Alarm geben, etwa wenn harmlose Veränderungen fälschlich als dysplastisch gedeutet werden. Insgesamt überwiegt aber der Nutzen klar das Risiko – das Pap-Screening rettet erwiesenermaßen viele Leben.

  • Keine Aussage über andere Organe: Der Pap-Test “kümmert” sich nur um den Gebärmutterhals. Veränderungen im Gebärmutterkörper (Endometrium), in den Eierstöcken oder an den äußeren Genitalien zeigt er nicht. Hierfür sind andere Untersuchungen nötig. Auch ersetzt ein unauffälliger Pap-Abstrich nicht den regelmäßigen Tast-Check der Brust oder ähnliches – jede Vorsorge hat ihr eigenes Feld.

  • Kein unmittelbarer Krebsnachweis: Ein häufiger Mythos: “Beim Abstrich sieht der Arzt doch sofort, ob ich Krebs habe.” Tatsächlich kann man Krebszellen im Pap-Abstrich sehen, wenn schon ein Tumor am Gebärmutterhals vorhanden ist (Pap V). Aber die allermeisten Pap-Befunde – selbst auffällige – bedeuten nicht, dass bereits Krebs da ist. Viel öfter sind es Vorstufen oder ungewöhnliche Zellen, die noch weit von einem Krebs entfernt sind. Der Pap-Test findet also in erster Linie Frühstadien, nicht den Krebs selbst. Und das ist ja auch das Ziel: eingreifen, bevor Krebs entsteht. Also nicht in Panik geraten!

Der Pap-Test ist ein hervorragendes Instrument, um Zellveränderungen früh zu entdecken und damit Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen. Er ersetzt jedoch keine umfassende gynäkologische Betreuung und hat klare Grenzen. Deshalb wird er heute zunehmend mit ergänzenden Tests kombiniert – dazu später mehr. Wenn Du D

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PAP-Test Ergebnisse verstehen (PAP I–V)

Wenn Dein Pap-Ergebnis da ist, klingt es oft erst einmal rätselhaft: Da stehen dann Befunde wie "Pap I", "Pap IIID" oder ähnliches. Was bedeutet das konkret? In Deutschland werden Pap-Abstriche meist nach der Münchner Nomenklatur in Gruppen von I bis V eingeteilt (teils mit Untergruppen). Diese Einteilung gibt an, wie die Zellen unter dem Mikroskop aussehen und wie ernst ein Befund zu nehmen ist. Hier eine Übersicht der Pap-Gruppen I–V und ihre Bedeutung:

Pap-Stufe

Bedeutung des Befunds

Pap I

Normalbefund: Es sind nur gesunde, unauffällige Zellen zu sehen. Kein Hinweis auf Entzündung oder Dysplasie.

Pap II

Leichte Veränderungen, aber unauffällig: Die Zellen zeigen evtl. minimale Abweichungen (z.B. durch Entzündungen oder Reparaturprozesse), jedoch kein Verdacht auf Krebsvorstufen. Ein Pap II gilt im Grunde ebenfalls als normal und harmlos.

Pap III

Unklarer Befund: Es wurden Zellen gefunden, die nicht ganz normal aussehen, aber auch nicht eindeutig einer Vorstufe zuzuordnen sind. So ein Ergebnis liegt im Grenzbereich und muss genauer abgeklärt oder bald kontrolliert werden. Oft stecken entzündliche Veränderungen dahinter.

Pap IIID

Gesicherte Zellveränderungen (Dysplasie), kein Krebs: Hier finden sich leichte bis mittelschwere Dysplasien, also echte Zellveränderungen, die über eine bloße Entzündung hinausgehen. ABER: Es handelt sich nicht um Krebs, sondern um Krebsvorstufen. Diese Veränderungen – zum Beispiel sogenannte CIN 1 oder CIN 2 Läsionen – können sich teilweise von alleine zurückbilden. Pap IIID wird zur genaueren Abschätzung oft noch in IIID1 (leichte Dysplasie) und IIID2 (mäßig schwere Dysplasie) unterteilt.

Pap IV

Schwere Zellveränderungen – Krebs möglich: Bei Pap IV liegen hochgradige Dysplasien vor, die als Krebsvorstufen gelten. Hier besteht der dringende Verdacht, dass ohne Behandlung ein Gebärmutterhalskrebs entstehen könnte. Möglicherweise sind auch schon Krebszellen vorhanden (Carcinoma in situ oder beginnender Krebs). Zur Bestätigung sind weitere Untersuchungen (Kolposkopie/Biopsie) nötig.

Pap V

Hochgradiger Befund – Krebszellen nachweisbar: In der Probe wurden bösartige Tumorzellen gefunden. Dieser Befund bedeutet einen sehr wahrscheinlichen Gebärmutterhalskrebs, der schnellstens weiter diagnostiziert und behandelt werden muss. Zum Glück ist Pap V selten; die meisten Frauen sind durch Vorsorge davor geschützt.

Zusätzlich gibt es manchmal noch Zusätze wie Pap II p (für „Pap II mit auffälligen Plattenepithelzellen“), Pap III x (unklarer Befund, Herkunft der Zellen unklar) oder Pap 0 (wenn die Probe nicht beurteilbar war, z.B. wegen Blut). Diese Details braucht man als Laie aber nicht auswendig zu lernen. Wichtiger ist:

Je höher die Pap-Klasse, desto auffälliger die Zellen. Pap I und II sind unproblematisch, Pap III und IIID sind auffällig, aber keine akute Krebsdiagnose, Pap IV und V sind schwere Befunde, die schnelle Abklärung erfordern.

Lass Dir Dein Ergebnis immer von Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt erklären. Scheue Dich nicht, Fragen zu stellen. Ein guter Arzt wird Dir sagen, was Dein Befund bedeutet und was als Nächstes passiert. Oft bekommst Du bei Pap IIID beispielsweise den Rat, in 3 bis 6 Monaten zur Kontrolle wiederzukommen. Bei Pap III vielleicht auch einen zusätzlichen HPV-Test. Und bei Pap IV/V folgt meist unmittelbar eine Überweisung zur Dysplasiesprechstunde für Kolposkopie und Biopsie.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Nicht jede Zellveränderung wird schlimmer. Gerade leichte Dysplasien (Pap IIID1, CIN1) heilen bei vielen Frauen von alleine aus. Deshalb bedeutet ein Pap IIID in jungen Jahren oft zunächst nur: beobachten und dem Immunsystem eine Chance geben, das Problem selbst zu lösen. Überstürzte Behandlungen werden heute vermieden, um den Gebärmutterhals nicht unnötig zu belasten. Das Pap-Screening ist so aufgebaut, dass es rechtzeitig Alarm schlägt, aber auch Zeitfenster lässt, in denen sich mildere Befunde zurückbilden können.

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Warum ein auffälliger PAP-Test nicht automatisch Alarm bedeutet

Ein auffälliger PAP-Test kann einen ganz schön erschrecken. Doch hier möchten wir Dich ausdrücklich beruhigen: Ein auffälliger Pap-Befund (also alles ab Pap III aufwärts) ist kein Krebsdiagnose! In den meisten Fällen entwickeln sich aus solchen Befunden nie Krebs, vor allem wenn man die Kontrollen einhält. Schauen wir genauer:

  • Häufig nur Vorstufen oder temporäre Veränderungen: Die allermeisten auffälligen Pap-Ergebnisse bedeuten, dass Zellveränderungen oder Vorstufen vorliegen. Beispielsweise zeigt Pap IIID eine leichte bis mittlere Dysplasie. Diese kann sich – insbesondere bei jungen Frauen – in 50–70 % der Fälle von alleine wieder zurückbilden. Dein Körper (vor allem Dein Immunsystem) kann also die Ursache der Veränderungen bekämpfen, z.B. indem es eine HPV-Infektion eliminiert, und dann werden auch die Zellen wieder normal. Das braucht Zeit, aber es passiert oft. Deshalb wird bei moderaten Befunden häufig zunächst abwarten und beobachten empfohlen statt sofort operiert.

  • Kontrolluntersuchungen schützen Dich: Ein auffälliger Pap-Test ist vor allem eins: ein Frühwarnsignal. Er gibt Dir und Deinen Ärzten die Chance, genauer hinzusehen und gegebenenfalls einzugreifen, bevor sich etwas Gefährliches entwickelt. Solange Du die empfohlenen Kontrolluntersuchungen wahrnimmst (sei es nach 6 Monaten eine Pap/HPV-Kontrolle oder eine Kolposkopie), bleibst Du auf der sicheren Seite. Selbst wenn eine Veränderung persistiert oder fortschreitet, wird man sie rechtzeitig entdecken und behandeln können, bevor es zu einem invasiven Krebs kommt. Genau das ist das Prinzip der Vorsorge.

  • Weitere Abklärung bringt Gewissheit: Je nach Befundstufe wird Deine Gynäkologin folgendes tun: Bei unklaren Befunden (Pap III) eventuell einen HPV-Test oder eine Wiederholung nach kurzer Zeit anordnen. Bei höhergradigen Befunden (Pap IIID2, IV) wird meist eine Überweisung in eine Dysplasiesprechstunde erfolgen. Dort schaut eine spezialisierte Ärztin mittels Kolposkopie (einer Lupenbetrachtung des Gebärmutterhalses unter leichter Essigsäure-Lösung) genau hin. Wenn nötig, wird eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. All das dient dazu, herauszufinden, ob wirklich eine behandlungsbedürftige Veränderung vorliegt und wie ausgedehnt sie ist. Oft ergibt die Biopsie, dass es doch weniger schlimm ist als der Pap-Abstrich vermuten ließ. Aber selbst wenn eine Krebsvorstufe bestätigt wird – diese lässt sich meist durch einen kleinen ambulanten Eingriff (eine Konisation, das Entfernen eines Gewebekegels vom Muttermund unter Betäubung) vollständig entfernen. Gebärmutterhalskrebs wird dadurch verhindert.

  • Das Immunsystem spielt eine Rolle: Ein wesentlicher Faktor bei Zellveränderungen am Muttermund ist die Infektion mit HPV. Dein Körper kann HPV-Infektionen in den meisten Fällen innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren erfolgreich bekämpfen. Solange das passiert, verschwinden auch HPV-bedingte Zellveränderungen oft wieder. Stell Dir also einen Pap-Befund wie Pap IIID ruhig als warnendes Augenzwinkern Deines Körpers vor: "Da ist etwas, kümmere Dich drum, aber keine Panik – ich arbeite selbst schon daran." Unterstützen kannst Du Dein Immunsystem durch einen gesunden Lebensstil (z.B. nicht rauchen, denn Rauchen begünstigt das Fortbestehen von HPV-Infektionen).

  • Psychische Entlastung: Zu wissen, dass "auffällig" nicht "Krebs" heißt, soll Dir die Angst nehmen. Viele Frauen haben im Laufe ihres Lebens mal einen auffälligen Pap-Abstrich – und bei den allermeisten klärt es sich ohne bleibende Probleme. Wichtig ist, dass Du Dich informierst (so wie jetzt gerade) und in Rücksprache mit Deiner Ärztin die nächsten Schritte gehst. Nicht in Panik verfallen, sondern informiert handeln lautet die Devise.

Ein Pap-Befund wie IIID oder auch IV ist kein Grund, in Schockstarre zu verfallen. Er ist ernstzunehmen, aber meistens in den Griff zu bekommen. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich über viele Jahre. Wenn jetzt etwas Auffälliges bemerkt wurde, heißt das, Du bist frühzeitig gewarnt worden. Das gibt Dir alle Chancen, mit engmaschiger Kontrolle oder kleiner Therapie schlimmeres zu verhindern. Vertraue darauf: Du bist nicht allein – Deine Frauenärztin wird Dich begleiten, und die Medizin hat hervorragende Möglichkeiten, selbst fortgeschrittene Vorstufen komplett zu entfernen.

Der Zusammenhang zwischen PAP-Test und HPV

Um den Pap-Test vollständig zu verstehen, müssen wir über HPV sprechen. HPV steht für Humane Papillomviren – eine sehr häufige Virusgruppe, von der es über 200 Typen gibt. Einige Typen verursachen Feigwarzen, andere können zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals führen. Vor allem die sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen (wie HPV 16 und 18) sind dafür bekannt, über Jahre unbehandelt Gebärmutterhalskrebs auslösen zu können. Tatsächlich lassen sich bei über 90 % der Gebärmutterhalskrebsfälle HP-Viren als Ursache nachweisen. HPV ist also der eigentliche „Übeltäter“ im Hintergrund – und der Pap-Test spürt die Folgen dieser Infektion auf.

Wie hängen HPV und Pap-Ergebnis zusammen? Stell es Dir so vor: Eine HPV-Infektion der Zellen am Muttermund ist oft der erste Schritt. Meist verläuft so eine Infektion unbemerkt und heilt von allein aus. Wenn sie aber länger bestehen bleibt, kann sie die betroffenen Zellen verändern. Diese veränderten Zellen sind es, die der Pap-Test entdecken kann. Ein auffälliger PAP-Abstrich ist deshalb häufig ein indirektes Zeichen, dass eine HPV-Infektion vorliegt oder vorlag.

  • Hast Du HPV im Körper, aber noch keine Zellveränderungen, wird Dein Pap-Abstrich (noch) normal ausfallen. Hier würde ein HPV-Test bereits Alarm schlagen, während der Pap-Test (noch) „Entwarnung“ gibt. Das ist ein wichtiger Unterschied: Pap schaut nach aktuellen Veränderungen, HPV-Test nach dem Risiko.

  • Hast Du eine auffällige Pap-Zellveränderung, ist in sehr vielen Fällen tatsächlich HPV (meist ein Hochrisiko-Typ) der Verursacher. Gerade bei Pap IIID und Pap IV-Befunden findet man in über 80–90 % HPV. Deshalb ist es üblich, bei Pap-Befunden ab einer bestimmten Stufe ergänzend einen HPV-Test zu machen, um zu sehen, ob eine Hochrisiko-Infektion vorliegt. Das hilft bei der Entscheidung, wie weiter vorzugehen ist.

  • Ein persistierendes (anhaltendes) HPV führt eher zu Pap-Veränderungen. Das heißt, wenn bei Kontrollen immer wieder HPV nachgewiesen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, irgendwann auch einen auffälligen Pap zu bekommen. Deswegen wird vor allem bei Frauen über 30/35 geschaut, ob HPV vielleicht dauerhaft da ist – dann passt man die Vorsorgeintervalle an.

  • Umgekehrt gilt: Ist ein Pap-Befund unklar (z.B. Pap III), kann ein negativer HPV-Test sehr beruhigend sein. Denn wenn kein Hochrisiko-HPV vorliegt, ist die Chance gering, dass etwas Ernsthaftes hinter dem Pap-Befund steckt. Dann kann man oft einfach nach einigen Monaten kontrollieren, statt sofort invasive Schritte zu machen.

HPV-Test vs. PAP-Test

Der Pap-Test ist also quasi der „Wächter“, der schreit, wenn Folgen einer HPV-Infektion sichtbar werden. Der HPV-Test hingegen spürt die Ursache selbst (das Virus) auf, auch wenn die Zellen vielleicht (noch) normal aussehen. Beide Tests ergänzen sich ideal. Man spricht beim gemeinsamen Einsatz auch vom Co-Test (siehe nächster Abschnitt).

HPV und Krebsvorsorge

Das Wissen um HPV hat die Vorsorgestrategien in den letzten Jahren stark beeinflusst. In Deutschland wurde – wie schon erwähnt – 2020 eingeführt, dass Frauen ab 35 routinemäßig auch einen HPV-Test in Kombination mit dem Pap machen lassen können. International gibt es sogar Tendenzen, HPV-Tests als primäre Screeningmethode einzusetzen, weil sie sensitiver sind (also mehr Risiko früh erkennen). Die WHO empfiehlt z.B. HPV-Tests als bevorzugtes Screening-Tool ab 30 Jahren, weil sie mehr Krebsvorstufen entdecken als die alleinige Zytologie. Dennoch ist der Pap-Test nicht „veraltet“ – er bleibt wichtig, um festzustellen, ob und wie stark Zellen bereits verändert sind.

Der Einfluss der HPV-Impfung

Seit einigen Jahren gibt es die HPV-Impfung, welche vor den häufigsten krebsverursachenden HPV-Typen schützt. Geimpfte Frauen haben ein deutlich geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs und damit seltener auffällige Pap-Tests. Trotzdem ersetzen Impfungen nicht die Vorsorge: Da nicht alle krebsauslösenden Typen abgedeckt sind, sollten auch Geimpfte weiterhin regelmäßig Pap-Abstriche (und gegebenenfalls HPV-Tests) durchführen lassen. Die Kombination aus Impfung und Screening bietet den besten Schutz.

Moderne Screeningverfahren eben dem PAP-Abstrich

Neben dem klassischen PAP-Abstrich gibt es inzwischen weitere Untersuchungsmethoden, die das Screening ergänzen können. Dazu zählen sind:

  • HPV-Test: Nachweis von Hochrisiko-HP-Viren (Hauptauslöser von Zervixkrebs) im Zellabstrich. Details dazu findest Du weiter unten.

  • Dünnschichtzytologie: Flüssigkeitsbasierte Zytologie, bei der die Zellen in einer Lösung aufbereitet werden. Details findest Du weiter unten.

  • Pap-HPV-Co-Test: Kombination aus PAP-Abstrich und HPV-Test in einer Untersuchung.

  • Biomarker-Tests (z. B. p16/Ki-67): Spezielle Zellmarker, die Hinweise auf Dysplasie geben können.

Diese modernen Verfahren bieten zusätzliche Informationen, sind aber komplexer. Wir konzentrieren uns hier auf den PAP-Test. Detaillierte Erklärungen zu HPV-Tests, Co-Tests, Dünnschichtzytologie oder Biomarkern folgen in eigenen Blogartikeln auf dem Hormonic-Blog.

Vergleich: PAP-Test vs. HPV-Test

Worin unterscheiden sich der Pap-Abstrich und der HPV-Test genau? Diese beiden Tests werden oft parallel genannt, doch sie haben unterschiedliche Ansätze. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Kriterien gegenüber:

Kriterium

PAP-Test (Zytologie)

HPV-Test (Virusnachweis)

Was wird nachgewiesen?

Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Untersucht das Aussehen der Zellen.

Vorhandensein von Hochrisiko-HPV-Viren. Sucht nach viraler DNA in den Zellen.

Aussagekraft des Ergebnisses

Eingestuft in Befundgruppen (Pap I–V), die anzeigen, ob und wie stark Zellen verändert sind. Befund zeigt an, ob bereits eine Dysplasie vorliegt.

Ergebnis ist „HPV positiv“ oder „HPV negativ“ (manchmal mit Typisierung). Befund zeigt das Risiko: HPV positiv = mögliches künftiges Problem, HPV negativ = derzeit sehr geringes Risiko.

Direkte Krebsanzeichen?

Ja, bei Pap IV/V können bereits Krebsvorstufen oder Krebszellen sichtbar sein. Erkennt fortgeschrittene Veränderungen direkt an den Zellen.

Nein, ein HPV-Test alleine sagt nichts darüber aus, ob Krebs oder Vorstufen schon da sind.

Er erkennt die Ursache, nicht das Ergebnis der Infektion.

Sensitivität (Test-Empfindlichkeit)

Mittel – kann in seltenen Fällen eine vorhandene Läsion übersehen, wenn z.B. wenige veränderte Zellen in der Probe waren. Daher jährliche Wiederholung sinnvoll.

Hoch – erkennt nahezu alle HPV-Infektionen, die relevant sein könnten. Sehr unwahrscheinlich, eine bestehende Infektion zu übersehen.

Spezifität (Test-Treffsicherheit)

Hoch – ein auffälliger Befund bedeutet meist tatsächlich eine relevante Veränderung (auch wenn sie ggf. harmlos ist). Selten Fehlalarme, aber es können harmlose Entzündungen als „auffällig“ gelten.

Eher niedriger – viele Frauen sind HPV-positiv, ohne je Krebs zu bekommen. Es gibt häufiger Fehlalarme, da nicht jede Infektion zu Krebs führen wird.

Bei positivem Ergebnis

Weitere Abklärung je nach Pap-Gruppe: Kontrolle, HPV-Test, Kolposkopie oder Biopsie.

Pap-Ergebnis steuert direkt die nächsten Schritte.

Triage durch Pap-Test oder direkt Kolposkopie je nach Alter/Risiko.

HPV-positiv führt meist zu Pap und/oder reguläre Kontrolle, da es ein Risikohinweis ist.

Nutzen

Findet gegenwärtige Zellveränderungen – also die Veränderungen, die behandelt werden müssten, falls hochgradig. „Entdeckung von Ist-Zustand“

Findet zukünftige Gefährdungen – identifiziert Frauen, die beobachtet werden sollten, bevor überhaupt Zellen entarten. „Früher Hinweis auf mögliches Problem“.

Man sieht: Der Pap-Test und der HPV-Test ergänzen sich hervorragend. Der eine schaut auf die Zellen jetzt, der andere schaut auf das Virus als Risiko für später. Zusammen bieten sie das vollständigste Bild.

Welcher besser ist lässt sich so pauschal nicht sagen, da es auf d das Ziel ter Untersuchung ankommt. Als alleinige Methode erkennt ein HPV-Test mehr potenzielle Probleme (hohe Sensitivität), deshalb empfehlen einige Fachgesellschaften ab einem gewissen Alter auf HPV-basierte Vorsorge umzusteigen. Doch der Pap-Test liefert im Falle eines positiven HPV eben die nötige Detailschärfe, um zu wissen, ob eine Behandlung nötig ist. In Deutschland fährt man mit dem Kombinationsansatz sehr gut: Junge Frauen jährlich Pap (weil in der Jugend viele HPV-Infektionen wieder verschwinden und man nicht jede melden will) und ab 35 beides zusammen alle 3 Jahre.

Wie oft solltest Du den Pap-Test machen?

Nachdem wir nun die verschiedenen Tests kennen, stellt sich die pragmatische Frage: Wie oft muss ich zur Vorsorge, und was wird dann gemacht? Die Antwort hängt vor allem von Deinem Alter und ggf. vorigen Befunden ab. Hier eine Orientierung nach den aktuell gültigen Empfehlungen in Deutschland:

  • Frauen zwischen 20 und 34: Gehe einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung. Dabei wird ein Pap-Abstrich gemacht (zusätzlich zur Tastuntersuchung etc.). Ein HPV-Test wird in diesem Alter nicht routinemäßig angeboten, weil – wie erwähnt – HPV sehr häufig vorkommt und meist folgenlos bleibt. Man würde junge Frauen unnötig beunruhigen. Ausnahme: Wenn Dein Pap-Befund unklar oder leicht auffällig war (z.B. Pap II p oder Pap III), kann Deine Ärztin einen HPV-Test zur Klärung machen. Ansonsten reicht der Pap-Test jährlich. Diese jährliche Frequenz stellt sicher, dass eventuelle Zellveränderungen frühzeitig entdeckt werden.

  • Frauen ab 35: Hier greift das neue organisierte Screeningprogramm. Du kannst alle drei Jahre eine Kombi-Untersuchung aus Pap-Abstrich und HPV-Test durchführen lassen. Das heißt, es wird bei dem Vorsorgetermin beides getestet. Dieses Intervall von 3 Jahren ist sicher, weil wenn Pap und HPV negativ sind, die Wahrscheinlichkeit, in der Zwischenzeit etwas zu entwickeln, sehr gering ist. Natürlich kannst Du weiterhin jährlich zur allgemeinen Untersuchung gehen (die Tast- und Sichtuntersuchung einmal im Jahr wird ohnehin empfohlen), aber der Abstrich erfolgt im Rahmen des Programms eben nur alle 3 Jahre. Viele Frauen legen diese Dinge zusammen, einige gehen auch unabhängig von der Einladung jedes Jahr und bezahlen ggf. einen zusätzlichen HPV-Test selbst, wenn sie es wünschen.

  • Keine starre Altersgrenze: Es gibt in Deutschland keine obere Altersgrenze für das Screening. Frauen über 65 Jahren erhalten zwar keine regelmäßigen Einladungsschreiben der Kasse mehr, aber sie dürfen weiterhin die Vorsorge in Anspruch nehmen, wenn sie möchten. Gerade wenn Du in der Vergangenheit Auffälligkeiten hattest oder nicht geimpft bist, kann es sinnvoll sein, auch jenseits der 65 alle paar Jahre noch einen Abstrich machen zu lassen. Sprich das mit Deinem Arzt ab. Manche Leitlinien sagen, dass man ab 65 bei jahrelang unauffälligen Befunden das Screening beenden kann – das Risiko ist dann sehr gering. Aber das wird individuell entschieden.

  • Bei früheren Auffälligkeiten: Wenn Du in der Vergangenheit einen auffälligen Pap hattest, wirst Du vorübergehend häufiger kontrolliert. Oft ist das Schema so: zweimal hintereinander ein auffälliger Pap IIID → Kolposkopie. Oder nach Behandlung (z.B. Konisation) → in den ersten 2 Jahren alle 6 Monate Abstrich+HPV. Die verkürzten Intervalle dienen dazu, sicherzugehen, dass alles wieder passt. Sind mehrere Kontrollen hintereinander normal, kannst Du ins normale Raster zurückkehren.

  • Besondere Situationen: Bestimmte Umstände erfordern angepasste Vorsorgeintervalle. Zum Beispiel sollten Frauen mit geschwächtem Immunsystem (etwa HIV-positive Frauen oder Organtransplantierte) engmaschiger kontrolliert werden, da bei ihnen HPV-Infektionen aggressiver verlaufen können. Hier wird oft empfohlen, halbjährlich oder jährlich Pap+HPV zu machen – je nach ärztlichem Rat. Auch wenn Du Symptome wie ungewöhnliche Blutungen, Schmerzen oder Ausfluss hast, gilt natürlich: sofort zum Arzt, unabhängig vom letzten Vorsorgetermin. Die Vorsorge ist für beschwerdefreie Frauen gedacht – Symptome müssen immer sofort abgeklärt werden.

  • HPV-Impfung und Vorsorge: Bist Du gegen HPV geimpft? Super! Das senkt Dein Risiko erheblich. Aber trotz Impfung gelten die gleichen Vorsorgeempfehlungen. Warum? Die Impfstoffe decken zwar die häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen ab, aber nicht alle. Außerdem könnten manche Frauen schon vor der Impfung Kontakt mit HPV gehabt haben. Deswegen raten alle Experten, das Screening weiterzuführen, auch wenn man geimpft ist. Langfristig könnte sich herausstellen, dass geimpfte Generationen weniger oft kontrolliert werden müssen – doch dafür laufen noch Studien. Bis dahin: weiter zum Pap-Abstrich gehen.

  • Internationaler Vergleich: Nur der Vollständigkeit halber – falls Du in anderen Ländern lebst oder mal davon hörst: Die USA empfehlen aktuell z.B. im Alter 21–29 alle 3 Jahre Pap; ab 30–65 entweder alle 5 Jahre Co-Test oder alle 5 Jahre HPV allein oder alle 3 Jahre Pap. In vielen europäischen Ländern werden Pap-Tests alle 3–5 Jahre angeboten, teils ergänzt durch HPV. Deutschland ist mit jährlich (bzw. 3-jährigem Co-Test) eher sehr gründlich unterwegs.

Am Ende entscheidest Du gemeinsam mit Deiner Ärztin, was für Dich passt. Manche Frauen fühlen sich wohler, jedes Jahr einen Abstrich zu bekommen, andere folgen entspannt dem 3-Jahres-Intervall. Wichtig ist, überhaupt regelmäßig hinzuge

Take-Home-Message

Der PAP-Test ist ein mächtiges Instrument für Deine Gesundheit – er entdeckt Zellveränderungen, bevor sie gefährlich werden. Nutze dieses Angebot der Früherkennung regelmäßig, denn es gilt: Früherkennung ist Deine beste Versicherung gegen Gebärmutterhalskrebs. Die meisten Ergebnisse sind zum Glück unauffällig. Und selbst wenn mal ein Pap-Befund auffällig ist, gilt: Ruhe bewahren! Es bedeutet fast nie, dass Du Krebs hast, sondern dass wir frühzeitig aufpassen können. Dank moderner Diagnostik (HPV-Tests, Kolposkopie, Biomarker) und gegebenenfalls minimaler Eingriffe lassen sich Vorstufen in den allermeisten Fällen vollständig heilen.

Lass Dich nicht von Mythen oder Angst verunsichern. Ein Pap-Abstrich tut nicht weh, dauert nur wenige Minuten und kann Leben retten – auch Deins. In Kombination mit der HPV-Impfung und ergänzenden Tests befinden wir uns heute auf einem guten Weg, Gebärmutterhalskrebs eines Tages sogar auszurotten. Bis es so weit ist, liegt die Macht in Deiner Hand (und der Deines Frauenarztes): Bleib informiert, bleib entspannt und geh regelmäßig zur Vorsorge. Wissen ist Macht, und Du hast Dir mit diesem Artikel gerade viel Wissen angeeignet. Nutze es, teile es mit Freundinnen und scheue Dich nie, Fragen an Deine Ärztin oder Deinen Arzt zu stellen. Dabei steht Dir unser Ärzte-Team bei Hormonic jederzeit zur Seite. Du kannst Dir hier ganz einfach einen kostenlosen Termin zur digitalen Sprechstunde buchen.

Quellen:

  • Robert Koch-Institut (2023). Krebs in Deutschland für 2019/2020 (14. Ausgabe). Berlin: RKI. [Daten zu Inzidenz Gebärmutterhalskrebs und HPV-Verbreitung]

  • Gemeinsamer Bundesausschuss (2020). Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (organisiertes Screening). Beschluss & Versicherteninformationen, G-BA, Berlin. [Neue Screening-Richtlinie seit 2020: Pap-Abstrich ab 20, Ko-Test ab 35]

  • Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, DKG, DKH) (2020). S3-Leitlinie Prävention des Zervixkarzinoms, Version 1.1 (AWMF-Registernr. 015/027). [Medizinische Leitlinie zur HPV-Impfung, Screening-Methoden und Befundmanagement]

  • Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (2025). Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs – Was bedeuten Pap- und CIN-Befunde? [Patienteninformation über Pap-Klassifikation (Pap I–V), Bedeutung und weitere Schritte]

  • American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) (2021). Practice Advisory: Updated Cervical Cancer Screening Guidelines. Washington, DC. [Empfehlungen zu Pap-Test, HPV-Test und Screeningintervallen, basierend auf US-Richtlinien]

  • World Health Organization (2021). WHO guideline for screening and treatment of cervical pre-cancer lesions for cervical cancer prevention (2nd edition). Geneva: WHO. [Globale Empfehlung, HPV-DNA-Test als primäre Screeningmethode einzusetzen, Ziel: Eliminierung von Zervixkarzinom]

  • Onko-Internetportal (Dt. Krebsgesellschaft) (2022). Gynäkologische Krebsfrüherkennung – Pap-Test und HPV-Test. [Übersicht für Patientinnen zur jährlichen Vorsorge, Pap-Abstrich Durchführung, Aussagekraft und Co-Test ab 35]

FAQs

Der PAP-Test (Pap-Abstrich) ist eine gynäkologische Untersuchung, bei der Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht werden. Ziel ist es, frühe Zellveränderungen zu erkennen, die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sein können. Der Test ist schmerzfrei, dauert nur wenige Sekunden und ist zentraler Bestandteil der Krebsvorsorge.

Die meisten Frauen empfinden den PAP-Abstrich nicht als schmerzhaft. Du spürst das kühle Spekulum und einen leichten Druck, dann vielleicht ein kurzes Kratzen beim Zellabstrich – das war’s. Es ist eher unangenehm, weil es eine intime Untersuchung ist, aber richtige Schmerzen sind unüblich. Wenn Du sehr verkrampft bist, kann das Einführen des Spekulums drücken.

Ein auffälliger PAP-Test bedeutet nicht automatisch Krebs. Meist zeigen sich harmlose Zellveränderungen oder Vorstufen, die gut behandelbar sind oder sich von selbst zurückbilden. Je nach Schweregrad empfiehlt Deine Frauenärztin regelmäßige Kontrollen, einen HPV-Test oder eine weiterführende Untersuchung wie eine Kolposkopie mit Gewebeprobe. Wichtig ist: Ruhe bewahren, nichts überstürzen – Du bist nicht allein, und es gibt klare medizinische Fahrpläne.

PAP IIID zeigt leichte bis mittelschwere Zellveränderungen an – sogenannte Dysplasien. Es handelt sich nicht um Krebs, sondern um eine mögliche Vorstufe. In vielen Fällen bildet sich PAP IIID von selbst zurück, vor allem bei jungen Frauen. Meist folgen engmaschige Kontrollen im Abstand von 6 bis 12 Monaten. Nur wenn sich die Veränderungen verschlechtern oder bestehen bleiben, wird eine Gewebeprobe empfohlen. PAP IIID ist also ein Warnsignal – aber keines, das Panik auslösen muss.

Ja, unbedingt! Die HPV-Impfung ist eine wunderbare Prävention und reduziert Dein Risiko erheblich. Allerdings schützt sie nicht vor allen HPV-Typen, sondern vor den häufigsten Hochrisiko-Typen (und je nach Impfstoff auch vor Feigwarzen-Typen). Es gibt aber seltene HPV-Stämme, die ebenfalls Krebs erzeugen können, gegen die kein Impfstoff abdeckt. Außerdem wurden vielleicht nicht alle impffähigen Mädchen erreicht oder es gab Impflücken. Daher empfehlen alle Gesundheitsbehörden, dass geimpfte Frauen genauso am Screening teilnehmen wie ungeimpfte

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien, wissenschaftlichen Studien, Reviews und Meta-Analysen und wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.