Das prämenstruelle Syndrom betrifft viele Frauen, wird aber oft missverstanden. Dieser Leitfaden ordnet Symptome, Ursachen und Behandlung nach aktueller Studienlage ein und zeigt, was wirklich hilft.
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) betrifft etwa 75% der Frauen weltweit und kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Dabei variieren die Schweregrade der Symptome erheblich. Etwa 20-30% der Frauen berichten über Symptome, die ihre täglichen Aktivitäten erheblich beeinträchtigen, während etwa 3-8% an einer besonders schweren Form des PMS, bekannt als Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS), leiden. In diesem Blogpost werden die verschiedenen Ursachen von PMS, die Symptome sowie die besten Ernährungs- und Supplementierungsstrategien zur Linderung der Beschwerden ausführlich erläutert. Zudem gehen wir darauf ein, warum Frauen mit PCOS besonders gefährdet für das PMS sind.
Mögliche Ursachen von PMS
1. Hormonelle Schwankungen
Ein Mangel an Progesteron in der zweiten Zyklushälfte ist einer der Hauptursachen für PMS. Ein Progesteronmangel kommt durch ausbleibende Eisprünge, Gelbkörperschwäche oder hohe Stresslevel zustande. Die daraus resultierende Östrogendominanz führt zu typischen Symptomen wie Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühlen.
2. Serotoninmangel
Ein niedriger Serotoninspiegel führt zu Depressionen, Reizbarkeit und Heißhungerattacken, die häufige Symptome von PMS sind. Ein Mangel an L-Tryptophan, einer der neun essenziellen Aminosäuren, kann diesen Serotoninmangel verursachen.
3. Hoher Koffeinkonsum
Der Zusammenhang zwischen PMS und hohem Koffeinkonsum wurde in mehreren Studien untersucht, und die Ergebnisse zeigen, dass hoher Koffeinkonsum die Symptome von PMS verschlimmern kann. Koffein beeinflusst das zentrale Nervensystem, erhöht den Cortisolspiegel, kann Angstgefühle und Nervosität verstärken und die Ausscheidung von Magnesium und Kalzium durch den Urin erhöhen. Beide Mineralstoffe sind jedoch wichtig für die Muskelentspannung und die hormonelle Balance. Ein Mangel an diesen Mineralstoffen kann zu stärkeren PMS-Symptomen wie Muskelkrämpfen und Kopfschmerzen führen. Eine Studie der Universität Massachusetts zeigte, dass Frauen, die mehr als 200 mg Koffein pro Tag konsumieren, ein erhöhtes Risiko für schwerere PMS-Symptome haben.
4. Alkohol
Der Konsum von Alkohol kann PMS-Symptome verschlimmern und hat weitreichende Auswirkungen auf die Leberfunktion und den Östrogenstoffwechsel. Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Metabolismus von Hormonen, einschließlich Östrogen. Alkohol beeinflusst die Leberfunktion und kann dessen Fähigkeit, Östrogen effektiv zu verstoffwechseln, beeinträchtigen. Das führt zu einer erhöhten Verfügbarkeit von Östrogen im Blut, was hormonelle Ungleichgewichte und PMS-Symptome verstärken kann. Eine Studie hat gezeigt, dass Alkohol den Abbau von Östrogen verlangsamen kann, was zu erhöhten Östrogenspiegeln führt. Hohe Östrogenspiegel sind mit verstärkten PMS-Symptomen verbunden.
5. Chronische Entzündungen
Chronische Entzündungen im Körper werden häufig durch erhöhte Werte von Entzündungsmarkern wie C-reaktivem Protein (CRP), Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) und Interleukinen (z. B. IL-6) angezeigt. Studien haben gezeigt, dass Frauen mit PMS höhere Werte dieser Entzündungsmarker haben und es einen direkten Zusammenhang zwischen erhöhten Entzündungsmarkern und der Schwere der PMS-Symptome gibt.
6. Chronischer Stress
Chronischer Stress führt zu einer anhaltenden Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol. Cortisol stört das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron, indem es die Produktion von Progesteron senkt und die Östrogendominanz fördert, was typische PMS-Beschwerden wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Brustspannen verstärken kann. Das sogenannte "Cortisol-Steal"-Phänomen beschreibt, wie der Körper unter Stress Progesteron in Cortisol umwandelt, um den erhöhten Bedarf an Stresshormonen zu decken. Dies führt zu einem Progesteronmangel, der PMS-Symptome wie Schlaflosigkeit, Angst und Depression verschlimmern kann.
7. Magnesiummangel
Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelentspannung und -funktion. Ein Magnesiummangel kann zu Muskelkrämpfen, Spannungen und Schmerzen führen, die häufige Symptome von PMS sind. Frauen mit PMS berichten oft von verstärkten Krämpfen und Schmerzen, die durch niedrige Magnesiumspiegel verschlimmert werden können. Magnesium hat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und hilft, Stress und Angst zu reduzieren. Frauen mit PMS erleben oft erhöhte Stresslevel und Angstzustände. Ein ausreichender Magnesiumspiegel kann dazu beitragen, diese Symptome zu mildern, indem er das Nervensystem unterstützt und die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol reguliert. Frauen, die Magnesium einnehmen, berichten häufig über signifikante Verbesserungen ihrer PMS-Symptome, einschließlich reduzierter Krämpfe, verbesserter Stimmung und weniger Müdigkeit.
8. Vitamin D-Mangel
Vitamin D hat entzündungshemmende Eigenschaften, die dazu beitragen können, chronische Entzündungen zu reduzieren. Da Entzündungen eine Rolle bei der Verschlimmerung von PMS-Symptomen spielen, kann ein Vitamin-D-Mangel zu einer erhöhten Entzündungsreaktion und damit zu verstärkten PMS-Symptomen führen. Frauen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln leiden häufiger und intensiver unter PMS-Symptomen. Die Einnahme von Vitamin D kann die Symptome signifikant verbessern. Auch täglich etwa 15-20 Minuten Sonnenlicht auf unbedeckter Haut kann ausreichen, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion zu unterstützen.
9. Schilddrüsenunterfunktion
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) tritt auf, wenn die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert. Schilddrüsenhormone, insbesondere Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), spielen eine Schlüsselrolle bei der Regulation anderer Hormone im Körper, einschließlich Östrogen und Progesteron. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu unregelmäßigen Menstruationszyklen führen, was die prämenstruellen Symptome verstärken kann. Frauen mit Hypothyreose berichten häufig von verlängerten und schweren Periodenblutungen sowie von intensiveren PMS-Symptomen.
10. Prostaglandin-Ungleichgewicht durch Schmerzmittel
Prostaglandine sind hormonähnliche Substanzen, die in fast allen Geweben des Körpers vorkommen und eine Vielzahl von Funktionen erfüllen, einschließlich der Regulation von Entzündungen, Schmerzen und der Menstruation. Ein Ungleichgewicht oder eine übermäßige Produktion von Prostaglandinen kann zu den Schmerzen und Beschwerden beitragen, die mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) einhergehen. Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) - wie Ibuprofen und Aspirin - werden häufig zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt, insbesondere zur Linderung von PMS-Symptomen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass NSAIDs den Eisprung hemmen können, was negativ auf den Progesteronspiegel und PMS-Symptome auswirken könnte. Es wird empfohlen, NSAIDs nur kurzfristig zur Linderung von akuten Schmerzen und Krämpfen einzusetzen, um mögliche Auswirkungen auf den Eisprung zu minimieren.
Warum Frauen mit PCOS besonders gefährdet für PMS sind
Frauen mit PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) sind besonders gefährdet für PMS, da sie häufig unter hormonellen Ungleichgewichten leiden, die PMS verschlimmern können:
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Seltene Eisprünge: Frauen mit PCOS haben aufgrund seltener Ovulationen oft niedrige Progesteronspiegel. Da Progesteron hilft, die Menstruationsbeschwerden zu lindern, kann ein Mangel zu stärkeren PMS-Symptomen führen.
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Insulinresistenz: Viele Frauen mit PCOS leiden an Insulinresistenz, was zu höheren Androgenspiegeln führen kann. Diese hormonellen Ungleichgewichte verstärken PMS-Symptome wie Stimmungsschwankungen, Akne und vermehrte Körperbehaarung.
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Chronische Entzündungen: Frauen mit PCOS haben häufig erhöhte Entzündungsmarker im Blut, die PMS-Symptome verschlimmern können.
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Stress und Cortisol: Frauen mit PCOS haben oft höhere Stresslevel und damit erhöhte Cortisolspiegel, die die Progesteronproduktion weiter beeinträchtigen und PMS-Symptome verstärken können.
Symptome im Überblick
Wie erkenne ich PMS?
Beschrieben sind weit über 100 verschiedene Symptome. Sie treten regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte auf und klingen mit Einsetzen der Periode wieder ab. Grob lassen sie sich in drei Gruppen einteilen.
Körperlich
- Brustspannen
- Wassereinlagerungen
- Blähungen und Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Heißhunger oder Appetitlosigkeit
- Müdigkeit und Lethargie
- Akne und Hautveränderungen
Seelisch
- Reizbarkeit
- Stimmungsschwankungen
- Gedrückte Stimmung
- Angst und innere Unruhe
- Plötzliche Weinkrämpfe
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen
Verhalten und Kognition
- Schlafstörungen
- Verminderte Konzentration
- Sozialer Rückzug
- Schwindel
- Verdauungsbeschwerden
Treten die Beschwerden auch unabhängig vom Zyklus auf, steckt häufig etwas anderes dahinter. Genau hier hilft ein Symptomtagebuch über mind. zwei Zyklen.
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Häufige Fragen zu PMS
Was hilft schnell gegen PMS?
Ist es PMS oder bin ich schwanger?
Hilft die Pille gegen PMS?
Wie lange dauert PMS?
Welche Vitamine und Nährstoffe helfen bei PMS?
Wissenschaftliche Quellen
- American College of Obstetricians and Gynecologists (2023). Premenstrual Syndrome (PMS). ACOG Clinical Guidance.
- Opatowski M. et al. (2025). Polycystic Ovary Syndrome and the Risk of Premenstrual Disorders: A Nationwide Register-Based Study in Sweden. PMC12221545.
- Thys-Jacobs S. et al. (1998). Calcium carbonate and the premenstrual syndrome. Am J Obstet Gynecol 179(2):444-452. doi:10.1016/S0002-9378(98)70377-1
- Wyatt K.M. et al. (1999). Efficacy of vitamin B6 in the treatment of premenstrual syndrome: systematic review. BMJ 318:1375-1381. doi:10.1136/bmj.318.7195.1375
- Csupor D. et al. (2019). Vitex agnus-castus in premenstrual syndrome: a meta-analysis. Complement Ther Med 47:102190. doi:10.1016/j.ctim.2019.08.024
- Mohammadi M.M. et al. (2022). Effect of omega-3 fatty acids on premenstrual syndrome: a meta-analysis. J Obstet Gynaecol Res 48(6):1293-1305. doi:10.1111/jog.15217
- Bertone-Johnson E.R. et al. (2016). Caffeine and premenstrual syndrome (Nurses' Health Study II). PMID:27385613
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- IQWiG / gesundheitsinformation.de (2022). Behandlung von PMS-Beschwerden.
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