Zweimal im Jahr bringt die Zeitumstellung viele aus dem Takt: müde am Morgen, wach am Abend. Dieser Guide erklärt, was dabei mit Melatonin und Cortisol passiert, warum Frauen oft stärker betroffen sind und wie du dich schneller wieder einpendelst.
Zweimal im Jahr werden die Uhren umgestellt, und viele fühlen sich danach tagelang wie im falschen Film: müde am Morgen, hellwach am Abend. Das ist keine Einbildung. Hinter dem Gefühl steckt deine innere Uhr, die kurz aus dem Takt gerät. Dieser Artikel erklärt, was dabei hormonell passiert und wie du dich schneller wieder einpendelst.
Besonders für Frauen ist das Thema interessant, weil Schlaf, Stresshormone und Zyklus eng miteinander verknüpft sind. Wenn der Schlaf leidet, bleibt das selten ohne Folgen für das hormonelle Gleichgewicht.
Die Sommerzeit gilt in Deutschland von Ende März bis Ende Oktober, danach geht es zurück zur Normalzeit. Eingeführt wurde sie ursprünglich, um das Tageslicht am Abend besser zu nutzen und Energie zu sparen. Über den tatsächlichen Nutzen wird bis heute gestritten, und auf EU-Ebene wurde sogar über eine Abschaffung diskutiert. Unabhängig von dieser politischen Debatte bleibt für dich vor allem die Frage relevant, was die Umstellung mit deinem Körper macht und wie du gut damit umgehst.
Deine innere Uhr und die Rolle von Melatonin
Im Zentrum deines Tagesrhythmus steht Melatonin, oft das Hormon der Dunkelheit genannt. Sobald es abends dunkel wird, steigt die Melatoninproduktion und signalisiert dem Körper, dass es Zeit für Ruhe ist. Morgens, mit dem Licht, sinkt sie wieder. Dieser Rhythmus steuert nicht nur den Schlaf, sondern beeinflusst auch Stoffwechsel, Stimmung und viele weitere Körperfunktionen.¹
Gegenspieler ist das Cortisol, das morgens seinen natürlichen Gipfel hat und uns wach werden lässt. Melatonin und Cortisol bilden zusammen ein fein abgestimmtes Tag-Nacht-System. Die Zeitumstellung greift genau hier ein, denn sie verschiebt den äußeren Takt, während die innere Uhr noch dem alten Rhythmus folgt.
Gesteuert wird dieses System von einer Art Hauptuhr im Gehirn, die sich vor allem am Licht orientiert. Trifft morgens Licht auf die Netzhaut, sendet sie ein Signal, das die Melatoninproduktion bremst und den Körper in den Wachmodus bringt. Genau deshalb ist Licht der wichtigste Taktgeber: Es entscheidet maßgeblich mit, wann dein Körper denkt, dass Tag oder Nacht ist. Wenn sich die Uhrzeit verschiebt, das Lichtmuster aber nur langsam mitkommt, gerät dieses System vorübergehend durcheinander.
Die Zeitumstellung verschiebt den äußeren Takt, während deine innere Uhr noch hinterherhängt.
Was bei der Umstellung im Körper passiert
Bei der Umstellung auf die Sommerzeit verlieren wir eine Stunde. Die Morgen werden dunkler, die Abende heller. Für die innere Uhr bedeutet das: Sie muss sich neu justieren, was meist einige Tage dauert. In dieser Phase passt der Melatoninrhythmus noch nicht zur neuen Uhrzeit, weshalb viele abends schlechter einschlafen und morgens schwerer aus dem Bett kommen.
Dieser Effekt ähnelt einem milden Jetlag, nur ohne Reise. Fachleute sprechen auch von sozialem Jetlag, wenn die innere Uhr dauerhaft nicht zum äußeren Tagesablauf passt. Die meisten Menschen haben sich nach einigen Tagen wieder eingependelt, manche brauchen etwas länger.
Warum trifft uns die Umstellung im Frühjahr meist stärker als im Herbst? Im Frühjahr verlieren wir eine Stunde, der Tag wird also gefühlt kürzer, und wir müssen früher ins Bett und früher raus, obwohl der Körper noch nicht so weit ist. Im Herbst gewinnen wir dagegen eine Stunde, was den meisten leichter fällt. Das erklärt, warum sich viele besonders nach der März-Umstellung tagelang wie gerädert fühlen.
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Häufige Fragen zur Zeitumstellung
Warum bin ich nach der Zeitumstellung so müde?
Wie lange dauert es, sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen?
Betrifft die Zeitumstellung Frauen staerker?
Was kann ich gegen die Folgen der Zeitumstellung tun?
Wissenschaftliche Quellen
- Roenneberg, T., et al. (2019). Why should we abolish daylight saving time? Journal of Biological Rhythms, 34(3), 227-230. doi:10.1177/0748730419854197
- Manfredini, R., et al. (2019). Daylight saving time and acute myocardial infarction: A meta-analysis. Journal of Clinical Medicine, 8(3), 404. doi:10.3390/jcm8030404
- Cipolla-Neto, J., & Amaral, F. G. (2018). Melatonin as a hormone: New physiological and clinical insights. Endocrine Reviews, 39(6), 990-1028. doi:10.1210/er.2018-00084
- Baker, F. C., & Driver, H. S. (2007). Circadian rhythms, sleep, and the menstrual cycle. Sleep Medicine, 8(6), 613-622. doi:10.1016/j.sleep.2006.09.011
- Wittmann, M., et al. (2006). Social jetlag: misalignment of biological and social time. Chronobiology International, 23(1-2), 497-509. doi:10.1080/07420520500545979
- Touitou, Y., et al. (2017). Association between light at night, melatonin secretion, sleep deprivation, and the internal clock. Life Sciences, 173, 94-106. doi:10.1016/j.lfs.2017.02.008
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