In meinen telemedizinischen Sprechstunden erzählen mir Frauen oft, dass sie sich unter der Pille müder, dünnhäutiger oder einfach nicht ganz wie sie selbst fühlen, ohne dass ein klarer Grund zu finden ist. Einer der Punkte, über den zu selten gesprochen wird, ist der Mikronährstoffhaushalt.
Denn ja, die Pille und ein Nährstoffmangel hängen tatsächlich zusammen. Das ist kein Grund zur Panik und auch kein Argument gegen die Pille, aber ein guter Grund, den eigenen Körper etwas bewusster zu versorgen.
Raubt die Pille wirklich Nährstoffe?
Ja, mehrere Übersichtsarbeiten zeigen, dass Frauen, die die Pille nehmen, im Schnitt niedrigere Blutwerte bestimmter Mikronährstoffe aufweisen als Nicht-Anwenderinnen. Am konsistentesten betrifft das Folat und Vitamin B6, daneben werden B2, B12, Vitamin C und E sowie die Mineralstoffe Magnesium, Zink und Selen genannt (Palmery et al., 2013). Wie stark der Effekt ist, hängt von Präparat, Einnahmedauer und Deiner Ernährung ab.
Nährstoff
Wofür er wichtig ist
Folat (B9)
Zellteilung, Blutbildung, wichtig vor einer Schwangerschaft.
Die Forschung zeichnet ein recht einheitliches Muster. Am besten belegt sind die Effekte auf Folat und die B-Vitamine, doch auch mehrere Mineralstoffe und Antioxidantien tauchen regelmäßig auf.
Folat und B-Vitamine. Eine große Übersichtsarbeit in Nutrition Reviews fand bei Pillenanwenderinnen signifikant niedrigere Werte an Folat, Vitamin B6 und Vitamin B12 (Wilson et al., 2011). Diese Vitamine sind zentral für Energie, Nervensystem und Blutbildung, weshalb niedrige Werte mit Müdigkeit, gedrückter Stimmung und Konzentrationsproblemen in Verbindung gebracht werden. Besonders bei Kinderwunsch ist Folat wichtig, da ein guter Folatstatus das Risiko für Neuralrohrdefekte senkt.
Magnesium. Magnesium ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt, von der Energiegewinnung bis zur Muskel- und Nervenfunktion. In Studien wurde beobachtet, dass Frauen unter oralen Kontrazeptiva häufiger niedrigere Magnesiumwerte hatten. Ein niedriger Magnesiumstatus wird mit Muskelkrämpfen, Reizbarkeit, Schlafproblemen und einer höheren Stressanfälligkeit in Verbindung gebracht.
Zink und Selen. Beide Spurenelemente sind wichtig für Immunsystem, Haut, Haare und Schilddrüse. Untersuchungen berichten bei Pillenanwenderinnen teils niedrigere Serumwerte, wobei die Abnahme mit der Einnahmedauer zunahm (Palmery et al., 2013). Ein niedriger Zinkstatus wird unter anderem mit unreiner Haut, Haarausfall und verlangsamter Wundheilung diskutiert.
Vitamin C, E und Coenzym Q10. Diese Antioxidantien schützen die Zellen vor oxidativem Stress. In mehreren Arbeiten waren die Spiegel von Vitamin C und E sowie von Coenzym Q10 bei Anwenderinnen niedriger. Da die körpereigene Q10-Produktion ohnehin mit dem Alter nachlässt, ist das ein Aspekt, den man im Blick behalten darf.
Ehrlich eingeordnet: Diese Effekte sind gut dokumentiert, bedeuten aber nicht automatisch einen behandlungsbedürftigen Mangel. Viele Frauen mit ausgewogener Ernährung bleiben im Normalbereich. Relevant wird es vor allem bei langer Einnahme, einseitiger Ernährung, hohem Sportpensum oder geplanter Schwangerschaft.
Die Base bündelt 16 Mikronährstoffe und deckt genau die Lücken ab, die unter der Pille am häufigsten auftreten: Folat, Vitamin B6, Magnesium, Zink, Selen und Vitamin E. B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei, Magnesium zur Verringerung von Müdigkeit.
Ein niedriger Mikronährstoffstatus zeigt sich selten dramatisch, sondern eher schleichend. In der Literatur werden am häufigsten anhaltende Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen, Schlafprobleme, Muskelkrämpfe, eine höhere Infektanfälligkeit sowie Veränderungen an Haut und Haaren genannt. Genau diese Beschwerden schreiben viele Frauen fälschlicherweise allein dem Stress zu.
Wichtig ist die Einordnung: Solche Symptome haben viele mögliche Ursachen. Sie beweisen keinen Mangel, sind aber ein guter Anlass, die eigene Versorgung einmal ehrlich anzuschauen, gerade wenn Du die Pille schon lange nimmst.
Wie Du Deinen Nährstoffhaushalt schützt
Du musst die Pille nicht absetzen, um Deinen Körper gut zu versorgen. Meist reicht eine Kombination aus bewusster Ernährung, gezielter Ergänzung und, bei Bedarf, einem Blick auf Deine Werte.
Nährstoffreich essen: Grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte für Folat, Nüsse und Vollkorn für Magnesium, Fisch, Eier und Paranüsse für Selen und B-Vitamine bilden die Grundlage.
Werte checken lassen: Bei anhaltenden Beschwerden oder langer Einnahme kannst Du gezielt Folat, B12, Ferritin und Vitamin D bestimmen lassen, statt zu raten.
Gezielt ergänzen: Am häufigsten sinnvoll sind genau die Nährstoffe, die die Pille beansprucht: Folat, B-Vitamine, Magnesium und Zink.
Vor einer Schwangerschaft vorsorgen: Fachgesellschaften raten, schon einige Monate vor einem geplanten Kinderwunsch auf eine gute Folat- und Mikronährstoffversorgung zu achten.
Genau dafür haben wir die Hormonic Base entwickelt. Sie bündelt 16 Mikronährstoffe und deckt gezielt die Lücken ab, die unter der Pille am häufigsten auftreten: Folat, Vitamin B6, Magnesium, Zink, Selen, Vitamin E und Coenzym Q10. Folat und B6 tragen laut EFSA zu einem normalen Homocystein- beziehungsweise Energiestoffwechsel und zur Regulierung der Hormontätigkeit bei, Magnesium zur Verringerung von Müdigkeit. Vitamin B12 und Vitamin C sind nicht enthalten, die deckst Du am besten über die Ernährung ab.
Wenn Du wissen willst, wie sich Deine Werte konkret verändern, findest Du in unserem Beitrag zu Pille und Blutwerten die neun Biomarker, die sich unter der Pille am deutlichsten verschieben. Und wenn Du überlegst, die Pille abzusetzen, hilft Dir unser Beitrag zu Haarausfall nach dem Absetzen weiter.
Wenn Du unsicher bist, welche Werte für Dich sinnvoll sind, kannst Du das in einem kostenlosen Erstgespräch mit einer unserer Ärztinnen klären.
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Die Pille ist eine sichere, praktische Verhütungsmethode, und sie kann gleichzeitig Deinen Mikronährstoffhaushalt beanspruchen. Am besten belegt sind niedrigere Werte von Folat und Vitamin B6, daneben werden Magnesium, Zink, Selen sowie die Vitamine B12, C und E genannt. Für die meisten Frauen ist das kein Grund zur Sorge, aber ein guter Grund, bewusst zu essen, die Werte bei Bedarf zu prüfen und gezielt zu ergänzen. So bleibst Du gut versorgt, während der Einnahme und danach.
Häufige Fragen zu Pille und Nährstoffmangel
Welche Nährstoffe raubt die Pille?
Am besten belegt sind niedrigere Werte von Folat und Vitamin B6. Daneben beschreiben Reviews auch niedrigere Spiegel von Vitamin B2, B12, C und E sowie von Magnesium, Zink und Selen. Wie stark der Effekt ist, hängt von Präparat, Einnahmedauer und Deiner Ernährung ab.
Muss ich unter der Pille Nahrungsergänzung nehmen?
Nicht zwingend. Viele Frauen mit ausgewogener Ernährung bleiben im Normalbereich. Sinnvoll ist eine gezielte Ergänzung vor allem bei langer Einnahme, einseitiger Ernährung, hohem Sportpensum oder wenn Du eine Schwangerschaft planst. Am häufigsten genannt werden Folat, B-Vitamine, Magnesium und Zink.
Wie schnell erholt sich der Nährstoffhaushalt nach dem Absetzen?
Nach dem Absetzen normalisieren sich viele Werte innerhalb einiger Monate, wenn die Ernährung stimmt. Der Folatspiegel etwa steigt meist innerhalb weniger Monate wieder an. Gerade bei Kinderwunsch lohnt es sich, schon vor dem Absetzen auf einen guten Folatstatus zu achten.
Welches Supplement ist bei der Pille sinnvoll?
Sinnvoll sind vor allem die Nährstoffe, die die Pille beansprucht: Folat, Vitamin B6 und B12, Magnesium sowie Zink. Ein hochwertiges Kombipräparat kann das abdecken. Vitamin B12 und Vitamin C solltest Du zusätzlich über die Ernährung sicherstellen, da nicht jedes Präparat sie enthält.
Wissenschaftliche Quellen
Palmery, M. et al. (2013). Oral contraceptives and changes in nutritional requirements. European Review for Medical and Pharmacological Sciences, 17(13), 1804-1813. PMID: 23852908
Wilson, S. M. C. et al. (2011). Oral contraceptive use: impact on folate, vitamin B6, and vitamin B12 status. Nutrition Reviews, 69(10), 572-583. doi:10.1111/j.1753-4887.2011.00419.x
McArthur, J. O. et al. (2013). Biological variability and impact of oral contraceptives on vitamins B6, B12 and folate status in women of reproductive age. Nutrients, 5(9), 3634-3645. doi:10.3390/nu5093634
Lussana, F. et al. (2003). Blood levels of homocysteine, folate, vitamin B6 and B12 in women using oral contraceptives compared to non-users. Thrombosis Research, 112(1-2), 37-41. doi:10.1016/j.thromres.2003.11.007
About the Author
Lisa Maria Emmer
Gründerin · Ärztin · Hormonic
Lisa Maria Emmer is co-founder and medical director at Hormonic. She supports women with hormonal problems every day and specializes in cycle health, PCOS, and menopause.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Arbeiten (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.