Als Ärztin sehe ich kaum einen Nährstoffmangel so häufig wie den an Eisen, und kaum einen, der so oft falsch angegangen wird. Viele Frauen schlucken auf Verdacht Eisenpräparate, andere leiden monatelang unter Erschöpfung, ohne dass jemand den Ferritinwert bestimmt.
Dabei ist Eisenmangel gut zu erkennen und gut zu behandeln, wenn man die richtigen Werte kennt und ein paar typische Fallen vermeidet. Genau darum geht es hier: erst verstehen und messen, dann gezielt handeln.
Habe ich einen Eisenmangel?
Sicherheit gibt nur ein Bluttest, kein Symptom allein. Typisch sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Haarausfall, blasse Haut, Frieren und ruhelose Beine. Der wichtigste Laborwert ist das Ferritin, das die Eisenspeicher widerspiegelt. Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Eisenmangel kann bereits vorliegen, wenn der Hämoglobinwert (Hb) noch normal ist. Erst später entsteht daraus eine Eisenmangelanämie, also eine echte Blutarmut.
| Ferritin (grobe Orientierung) | Was das bedeutet |
|---|---|
| unter 15 µg/l | WHO-Grenze: Eisenmangel bei ansonsten Gesunden. |
| unter 30 µg/l | Klinisch oft schon als Mangel gewertet, gerade mit Symptomen. |
| bei Entzündung | Ferritin steigt, die WHO nutzt dann eine höhere Grenze und misst CRP mit. |
| Symptome ohne Test | Unspezifisch, ersetzen keine Blutuntersuchung. |
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Häufige Fragen zu Eisenmangel bei Frauen
Ab welchem Ferritinwert spricht man von Eisenmangel?
Kann man Eisenmangel ohne Blutarmut haben?
Wie nimmt man Eisen am besten auf?
Sollte man Eisen vorbeugend einnehmen?
Wissenschaftliche Quellen
- World Health Organization (2020). WHO guideline on use of ferritin concentrations to assess iron status in individuals and populations. Genf: WHO.
- Camaschella, C. (2015). Iron-deficiency anemia. New England Journal of Medicine, 372(19), 1832-1843. doi:10.1056/NEJMra1401038
- Verdon, F. et al. (2003). Iron supplementation for unexplained fatigue in non-anaemic women: double blind randomised placebo controlled trial. BMJ, 326(7399), 1124. doi:10.1136/bmj.326.7399.1124
- Vaucher, P. et al. (2012). Effect of iron supplementation on fatigue in nonanemic menstruating women with low ferritin. CMAJ, 184(11), 1247-1254. doi:10.1503/cmaj.110950
- Stoffel, N. U. et al. (2017). Iron absorption from oral iron supplements given on consecutive versus alternate days. The Lancet Haematology, 4(11), e524-e533. doi:10.1016/S2352-3026(17)30182-5
- Tolkien, Z. et al. (2015). Ferrous sulfate supplementation causes significant gastrointestinal side-effects in adults: a systematic review and meta-analysis. PLoS ONE, 10(2), e0117383. doi:10.1371/journal.pone.0117383
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