PCOS Symptome verstehen: Die 4 PCOS-Typen und wie sie sich unterscheiden

PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) betrifft 8–13 % aller Frauen im gebärfähigen Alter doch oft bleibt das Syndrom unentdeckt: Etwa 70 % der Fälle werden laut internationalen Studien zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Ein Grund dafür ist die Komplexität. Denn PCOS ist keine Krankheit im klassischen Sinn, sondern ein Syndrom – also ein Sammelbegriff für verschiedene Symptome mit unterschiedlicher Ursache. Ziel dieses Artikels ist es, Dir ein präzises Verständnis der unterschiedlichen PCOS-Symptome zu vermitteln, typische Muster zu erkennen und die zugrundeliegenden funktionellen Prozesse einzuordnen.

Written by

Amelie Weiss, PhD & Research Fellow

Warum PCOS-Symptome so unterschiedlich sind

PCOS ist ein Syndrom – kein einheitliches Krankheitsbild, was von aktuellen Studien immer mehr unterstrichen wird. Das bedeutet: Die Symptome können sich stark unterscheiden, weil sie auf verschiedene hormonelle oder metabolische Ursachen zurückgehen. Während einige Frauen mit Akne und Haarausfall kämpfen, stehen bei anderen Gewichtszunahme, Zyklusunregelmäßigkeiten oder chronische Erschöpfung im Vordergrund.

Diese Unterschiede entstehen durch:

  • Ungleichgewichte im Zuckerstoffwechsel (z. B. Insulinresistenz)

  • Störungen in der Stressachse (HPA-Achse)

  • Chronische Entzündungen

  • Reaktionen nach dem Absetzen hormoneller Verhütung

Zudem treten häufig Mischformen auf: Eine Frau kann sowohl insulinresistente als auch stressbedingte Merkmale zeigen. Die Symptome überlappen oft. Heißt also: Jede Frau mit PCOS ist ein Unikat. Und genau deshalb ist es hilfreich, die verschiedenen PCOS-Typen zu kennen und genau hinzusehen, welche Symptome bei Dir im Vordergrund stehen.

Hinweis: Die hier vorgestellte Einteilung in vier sogenannte „PCOS-Typen“ basiert nicht auf offiziellen medizinischen Subklassifikationen, sondern dient der verständlicheren Einordnung individueller Symptommuster entlang zentraler hormoneller und metabolischer Mechanismen.

Die 4 PCOS Typen und ihre typischen Symptome

PCOS Typ

Mechanismus

Typische Symptome

Insulinresistent

Erhöhtes Insulin -> mehr Androgene

  • Gewichtszunahme (v.a. Bauch)

  • Heißhunger

  • Zyklusunregelmäßigkeit

  • Akne, Haarausfall

  • Dunkle Hautstellen

Stressdominant

HPA-Achse (Cortisol, DHEA-S, stört Zyklus)

  • Zyklusunregelmäßigkeit

  • Schlafprobleme

  • Erschöpfungs trotz innerer Ruhe

  • Nervosität, Gereiztheit

  • Herzrasen

  • Gewichtsabnahme

Entzündlich

Stille entzündungen hemmen Hormonbalance

  • PMS, Periodenschmerzen

  • Verdauungsbeschwerden

  • Unverträglichkeiten

  • Akne, Hautempfindlichkeit

  • Müdigkeit

Post-Pill

Verzögerte Ovarreaktivierung nach Pillenstopp

  • Zyklus bleibt aus

  • Akne kommt zurück

  • Stimmungsschwankungen

  • Erhöhter AMH

Typ 1: Insulinresistentes PCOS

Bei diesem Typ steht eine ausgeprägte Insulinresistenz im Vordergrund. Dein Körper schüttet viel Insulin aus, doch die Zellen „hören“ immer schlechter darauf. Die hohen Insulinspiegel kurbeln die Androgenproduktion der Eierstöcke an und senken das SHBG (bindendes Hormon), sodass noch mehr freies Testosteron wirkt. Dadurch verstärken sich klassische PCOS-Symptome. Typische Beschwerden sind Zyklusstörungen (Oligomenorrhoe, Amenorrhoe), Hirsutismus (maskulin geprägter Haarwuchs im Gesicht, Kinn oder Brust), Akne und diffuser Haarausfall. Hinzu kommt häufig eine Gewichtszunahme, insbesondere am Bauch. Dunkle Hautfalten (Acanthosis nigricans) können auftreten. Viele Frauen fühlen sich zudem ständig müde und leiden unter Heißhungerattacken, vor allem auf süße Lebensmittel.

Impuls: Bei Verdacht auf insulinresistentes PCOS ist es sinnvoll, einen Insulin- oder HOMA-IR-Test zu machen. Ein ausgeglichener Lebensstil mit ausgewogener, ballaststoffreicher Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann helfen, den Blutzucker zu stabilisieren – das sind aber nur generelle Anhaltspunkte, und die Therapie sieht oft vielfältiger aus.

Typ 2: Stressdominantes PCOS

Hier dominiert die Stressachse (HPA-Achse): Durch chronischen Stress oder Überforderung schüttet der Körper dauerhaft zu viel Cortisol und Nebennierenandrogene (z.B. DHEA-S) aus. Dies kann die Hormonbalance zugunsten von Androgenen kippen. Beim stressdominanten PCOS spürst du das oft als chronische Erschöpfung oder Nervosität. Typische Zeichen sind Schlafprobleme (Ein- oder Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen) und ständige innere Unruhe. Außerdem treten häufig diffuse Haarausfälle oder dünner werdendes Haar auf. Auch Hirsutismus und Akne können vorkommen, oft in milderer Form als beim insulinlastigen Typ. Interessant: Anders als beim insulinresistenten Typ ist das Gewicht häufig normal bis schlank. Typische Anzeichen können außerdem sein: häufiges Frösteln (durch Cortisol), Stimmungsschwankungen oder Gereiztheit.

Impuls: Achte auf Stresssignale deines Körpers (z.B. dauerhafter Stress, Erschöpfung, Ängstlichkeit). Ein Arzt kann zur Sicherheit Nebennierenhormone (Cortisol, DHEA-S) messen. Stressreduktions-Techniken (z.B. Entspannungsübungen, ausreichend Schlaf) sind hier oft hilfreich – genauere Therapiehinweise dazu entfallen an dieser Stelle.

Typ 3: Entzündungsdominantes PCOS

Dieser Typ geht von einer chronisch erhöhten Entzündungsbereitschaft im Körper aus. Studien zeigen, dass PCOS häufig mit einem leicht erhöhten CRP-Wert und Entzündungsmarkern einhergeht. Das kann sich durch folgende Beschwerden äußern: Viele Betroffene berichten von anhaltender Müdigkeit, die nicht nur durch Schlaf erklärt ist. Häufig treten leicht ziehende Gelenk- oder Muskelschmerzen auf. Die Haut kann sensibel reagieren: Du siehst vielleicht eine erneute Akne, neue Ekzeme oder Rötungen. Auch Verdauungsprobleme, Blähungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten deuten oft auf ein Übermaß an Entzündungen hin. Zudem können Zyklen extrem unregelmäßig sein. Im Unterschied zu den anderen Typen sind hier Stoffwechsel- und Stresswerte oft im Normalbereich.

Impuls: Achte auf Entzündungszeichen wie anhaltende Erschöpfung, Schmerzsymptome oder empfindliche Haut. Ein einfacher Entzündungsmarker im Blut (z.B. CRP) kann Hinweise liefern. Unterstützend wirken ggf. entzündungshemmende Ernährungs- und Lebensstilfaktoren (z.B. Omega-3-Fettsäuren, moderates Ausdauertraining) – wir geben hier nur Anregungen, keine Behandlungsempfehlungen.

Typ 4: Post-Pill PCOS

Dieses Phänomen tritt meist kurz nach Absetzen hormoneller Verhütung auf und ist vorübergehend. Nach dem Ende der Pille „feiern“ die Eierstöcke häufig eine androgene Überreaktion: Es kommt zu einem kurzfristigen Überhang an männlichen Hormonen. Wichtiges Erkennungsmerkmal: Symptome treten erst nach dem Pille-Absetzen auf, vorher gab es keine (oder nur sehr milde) Beschwerden. Typische Symptome sind dann plötzlich starke Akne und ausgeprägter Hirsutismus, die beiden vor der Pille nie aufgetreten sind. Die Zyklen bleiben entweder aus oder sind sehr unregelmäßig. Üblicherweise liegt keine Insulinresistenz vor, und das Körpergewicht ist normal. Meist handelt es sich um eine temporäre Anpassungsreaktion des Hormonhaushalts.

Impuls: Wenn bei dir PCOS-Anzeichen erst nach dem Absetzen der Pille begannen, kann es sich um den Post-Pill-Typ handeln. Oft normalisiert sich das nach Monaten von selbst wieder. Eine Kontrolle der Hormone (Testosteron, LH/FSH, evtl. AMH) nach einer „Pillenpause“ kann Klarheit schaffen. Geduld und ein gesunder Lebensstil unterstützen in dieser Phase – konkrete Therapieschritte besprich am besten mit deinem Arzt.

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Wie erkennst Du Deinen PCOS-Typ?

Jeder PCOS-Typ hinterlässt ein charakteristisches Symptom-Muster. Beobachte genau, welche Beschwerden bei dir im Vordergrund stehen und wann sie auftreten. Zyklen, Haut und Stoffwechsel sollten protokolliert werden.

  • Symptom-Muster: Analysiere deine Beschwerden (Gewicht, Haut, Haare, Zyklus, Stimmung). Achte darauf, wann sie begonnen haben (z.B. vor/ nach Pille, während Stressphasen).

  • Laborwerte: Typische Befunde sind erhöhtes freies Testosteron oder DHEA-S (Hyperandrogenismus), Zeichen von Insulinresistenz (erhöhtes Nüchterninsulin, gestörter Glukosetoleranztest) und ggf. Entzündungsmarker (CRP). Auch Schilddrüsenwerte und Prolaktin werden häufig überprüft.

  • Selbstbeobachtung: Führe einen Zyklustagebuch und protokolliere Hautveränderungen (Fotojournal), Haare und Gewicht. So erkennst du Muster und Trends.

  • Ärztliche Diagnostik: Ein Endokrinologe oder Gynäkologe kann durch Blutuntersuchungen Klarheit schaffen. Wenn Du keine Zeit hast zum Arzt zu gehen, ist eine Hormondiagnostik auch bequem von zu Hause möglich, wie beispielsweise mit dem At-Home-Diagnostik-Kit von Hormonic, Zudem kann auch eine Ultraschalluntersuchung sowie das Ausschließen von Schilddrüsenstörungen oder Nebennierentumoren sinnvoll sein.

Ziel dieser Schritte ist, deine PCOS-Anzeichen systematisch zu erfassen und für das Arztgespräch vorzubereiten. Eine genaue Diagnose inklusive Typ-Einordnung erfolgt letztlich ärztlich – aber dein Wissen und Selbstmonitoring sind dafür die Grundlage.

Ab wann gilt PCOS offiziell als diagnostiziert?

Eine PCOS-Diagnose wird ärztlich gestellt, wenn mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sind und zusätzlich andere Ursachen (z. B. Schilddrüsenstörungen, Hyperprolaktinämie) ausgeschlossen wurden. Diese Kriterien wurden 2003 im Rahmen der sogenannten Rotterdam-Kriterien festgelegt und gelten international als Standard:

  • Zyklusstörungen: seltene oder ausbleibende Eisprünge (Oligo- oder Amenorrhoe)

  • Hyperandrogenismus: erhöhte männliche Hormone (z. B. Testosteron, DHEA-S) – nachweisbar im Blut oder sichtbar als Akne, Hirsutismus, Haarausfall

  • Polyzystisches Ovarialbild im Ultraschall: vergrößerte Eierstöcke mit ≥12 kleinen Follikeln oder erhöhtem Volumen

Wichtig: Diese Diagnose setzt eine gründliche Differenzialdiagnostik voraus. Kein einzelner Laborwert oder Ultraschall reicht aus – es braucht das Zusammenspiel aus Symptomen, Befunden und ärztlicher Beurteilung. Erst dann gilt PCOS als gesichert.

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Fazit: PCOS Symptome sind der Schlüssel zum Verständnis

PCOS ist vielfältig. Die Betroffenen haben unterschiedliche PCOS-Symptome, weil dem Syndrom mehrere zugrundeliegende Mechanismen zugrunde liegen. Indem du deine Symptome genau beobachtest und die Typen unterscheidest, gewinnst du Klarheit über deinen individuellen Fall. Dieses Verständnis hilft dir, informierte Fragen beim Arzt zu stellen und gezielt an den richtigen Stellschrauben zu arbeiten – sei es die Blutzuckerregulation, Stressreduktion oder entzündungshemmende Maßnahmen. Die Symptomatik ist dabei das Fenster zum PCOS: Sie zeigt dir an, wo der Fokus liegen könnte. Wichtig ist: Keine Panik! Es geht nicht um dramatische Heilaussagen, sondern darum, dich mit deinem Körper besser auszukennen und frühzeitig Hilfe zu suchen. Mit dem Wissen um die vier PCOS-Typen bist du gut gerüstet, deinen persönlichen Symptommix zu deuten und weitere Schritte in deinem eigenen Tempo zu gehen.

Quellen

  • Bozdag G. et al. (2016). The prevalence and phenotypic features of polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis. Human Reproduction, 31(12), 2841–2855. DOI:10.1093/humrep/dew218.

  • World Health Organization (WHO). (2025, 7. Feb.). Polycystic ovary syndrome. WHO Fact Sheet. Link. [Online; Zugriff: 11.12.2025].

  • Suneja M., Pinzon J., & Goodarzi M.O. (2023). Polycystic Ovarian Syndrome. In: StatPearls [Internet]. StatPearls Publishing. PMID: 36544170. Kapitel zu Klinischen Manifestationen und Diagnostik von PCOS.

  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC). (2024, 15. Mai). Diabetes and Polycystic Ovary Syndrome (PCOS). CDC Website. Link. [Online; Zugriff: 11.12.2025].

  • Norman R.J. & Teede H.J. (2018). A new evidence-based guideline for assessment and management of polycystic ovary syndrome. Medical Journal of Australia, 209(7), 299–300. DOI:10.5694/mja18.00574. (Leitlinie zum PCOS).

  • ESHRE Guideline Group on PCOS. (2018). International evidence-based guideline for the assessment and management of PCOS. Human Reproduction, 33(9), 1602–1618. DOI:10.1093/humrep/dey256. (Rotterdam-Kriterien und Empfehlungen).

FAQs

Die häufigsten Symptome von PCOS sind Zyklusunregelmäßigkeiten, Akne, Haarausfall, Gewichtszunahme, vermehrte Körperbehaarung an unerwünschten Stellen wie Kinn und unerfüllter Kinderwunsch. Je nach PCOS-Typ sind die Symptome unterschiedlich ausgeprägt.

Achte auf die Muster Deiner Symptome: z. B. Heißhunger und Müdigkeit → insulinresistenter Typ, Nervosität und Schlafprobleme → stressdominanter Typ. Ein ärztliches Gespräch kann helfen, die PCOS Symptome besser einzuordnen.

Zur PCOS-Diagnose müssen laut der offiziellen Rotterdam-Kriterien mindestens 2/3 erfüllt sein (Hyperandrogenismus, Zyklusunregelmäßigkeiten, polyzystische Eierstöcke). Ärzte werten dazu Hormonspiegel (unter anderem Testosteron, DHEA-S, LH/FSH, AMH) und Ultraschallbefunde aus.

Das kommt auf das Supplement an. Viele nimmt man am besten mit oder nach dem Frühstück – vor allem fettlösliche Vitamine (D, E, K) benötigen etwas Nahrung zur besseren Aufnahme. Creatin ist flexibel (z. B. morgens oder nach dem Training), Ballaststoffe und Probiotika idealerweise nüchtern oder zwischen den Mahlzeiten.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Studien, Reviews und Meta-Analysen und wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.