Hormonell oder hormonfrei verhüten? Die Hormonspirale und Kupferspirale im Vergleich

Viele Frauen stoßen bei der Wahl der Verhütungsmethode auf die Frage: hormonell oder hormonfrei? Und schnell kommt dann die Frage auf, wie sich die Hormonspirale und Kupferspirale unterscheiden. In diesem Artikel erklären wir dir ausführlich die Unterschiede der beiden Spiralen, sodass Du die richtige Wahl für Dich treffen kannst. Dabei geht es um Wirkungsweise, Zyklus, Nebenwirkungen, Fruchtbarkeit und psychische Effekte beider Spiralen. So findest du am Ende eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfe.

Written by

Lee Paulina Pape, MSc

Was Dich in diesem Blogartikel erwartet

Die Entscheidung zwischen hormonfreier und hormoneller Verhütung ist eine sehr persönliche und auch definitiv keine leichte. Sowohl die Hormon- als auch die Kupfer-Spirale gehören zu den sichersten hormonellen Verhütungsmitteln. Doch je nach individuellen Anliegen und auch der Ausgangslage kann die eine Methode für die eine Frau besser sein als für die andere.

Da Du hier gelandet bist, stehst Du warscheinlich gerade selbst vor der Entscheidung. In dem Fall bleib jetzt unbedingt dran, um mehr über die Vor- und Nachteile beider Methoden zu erfahren, und um für Dich zu evaluieren, was besser zu Deinem Körper passt.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • wie genau die Hormon- und die Kupferspirale wirken,

  • welche Vorteile und möglichen Nachteile beide Verhütungsmethoden haben,

  • wie sich beide Methoden auf Zyklus, Blutung und Fruchtbarkeit auswirken,

  • und welche Fragen Dir helfen können, die richtige Entscheidung für Dich zu treffen.

Was ist eine Spirale überhaupt?

Die Spirale ist ein kleines, T-förmiges Kunststoffgerät, das Deine Frauenärztin in die Gebärmutter einsetzt. Dort gibt sie, je nach Modell, eine winzige Menge Hormone, Kupfer (oder bei der Goldspirale auch Gold) ab, wodurch die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Wie genau der Wirkmechanismus ist, schauen wir uns gleich noch genauer an. Einmal eingesetzt schützt Dich die Spirale über Jahre hinweg, ohne dass Du täglich an die Verhütung denken musst. Für viele Frauen ist dies das Kernargument für die Verhütung mit der Spirale.

Es gibt zwei Hauptformen der Spirale: Die Hormon und Kupferspirale. Beide Spiralen schützen dich extrem zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft, doch der Mechanismus ist ein anderer. Lass uns darauf im folgenden Kapitel mal genauer blicken.

Wirkmechanismen von Hormon- und Kupferspirale im Vergleich

Wirkung der Hormonspirale

Wenn Du eine Hormonspirale gewählt hast, gibt sie beständig ein künstliches Gelbkörperhormon (Gestagen) direkt in Deine Gebärmutter ab. Im Unterschied zu Pillen gelangt nur sehr wenig von diesem Hormon in den Blutkreislauf, heißt die Wirkung ist vor allem lokal. Deshalb wird bei den meisten Frauen der Eisprung meist nicht vollständig unterdrückt und der Zyklus läuft weiter. Die Hormonspirale schützt auf zweierlei Weise vor einer Schwangerschaft:

  • Spermienschutz: Zum einen verdickt das Hormon den Schleim am Gebärmutterhals so, dass Spermien schlechter hineingelangen können.

  • Dünne Gebärmutterschleimhaut: Zum anderen bleibt die Gebärmutterschleimhaut sehr dünn, sodass sich eine befruchtete Eizelle kaum einnisten kann. (In Einzelfällen kann bei manchen Modellen durch die Hormonwirkung auch der Eisprung ganz blockiert werden, aber in der Regel bleibst Du trotzdem fruchtbar.)

Wirkung der Kupferspirale

Die Kupferspirale funktioniert ganz hormonfrei. Sie besteht aus einem T-förmigen Kunststoffrahmen, der mit feinem Kupferdraht umwickelt ist. In Deiner Gebärmutter lösen sich laufend kleinste Mengen Kupferionen, was für eine dreifache Verhütungswirkung sorgt:

  • Zervixschleim: Auch die Kupferionen verändern den Zervixschleim am Muttermund, wenn auch nicht durch Hormone, sondern durch die Reizung. Dadurch haben Spermien erschwerten Eintritt in die Gebärmutter.

  • Spermienbeweglichkeit: Kupfer wirkt für Spermien toxisch und ihre Beweglichkeit wird stark eingeschränkt, teilweise werden sie direkt deaktiviert. Viele Spermien überleben die Reise also gar nicht bis zur Eizelle.

  • Einnistung: Die Spirale erzeugt eine leichte Reizung der Gebärmutterschleimhaut (eine sterile Entzündungsreaktion), die zu keiner echten Krankheit führt, aber verhindert, dass sich ein befruchtetes Ei einnisten kann. Die Gebärmutterschleimhaut bleibt relativ dünn und weniger durchblutet, sodass eine Schwangerschaft meist nicht zustande kommt.

Kurz zusammengefasst wirkt die Hormonspirale hauptsächlich über einen gelenkten Hormonmechanismus (Gestagen), der Zervixschleim und Gebärmutterschleimhaut beeinflusst. Die Kupferspirale wirkt metallisch-spermizid und über eine Entzündungsreaktion in der Gebärmutter. Beide verhindern letztlich die Schwangerschaft, aber auf unterschiedliche Weise.

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Sicherheit und Wirksamkeit von Hormon- und Kupferspirale

Sowohl Hormon- als auch Kupferspirale gehören zu den sichersten Verhütungsmitteln überhaupt. Die Pearl-Indizes zeigen, wie viele von 1000 Frauen pro Jahr trotz Anwendung schwanger werden: Bei der Hormonspirale liegt dieser Wert bei etwa 0,1–0,3 (also 1–3 Frauen von 1000), bei der Kupferspirale ungefähr bei 0,3–0,8 (3–8 Frauen von 1000). Beide Methoden sind damit extrem zuverlässig. In der Praxis merkt man aber kaum einen Unterschied – beide verhindern Schwangerschaften quasi sicher, wenn sie korrekt sitzen.

Anwendungsfehler sind fast ausgeschlossen! Die Spirale wird von der Frauenärztin eingesetzt, Du musst sie anschließend nicht täglich oder wöchentlich überprüfen. Ein „Anwendungsfehler“ wie bei der Pille (vergessen einzunehmen) entfällt. Einziges Risiko ist, dass die Spirale in seltenen Fällen verrutscht oder ausgestoßen wird (s. unten). Regelmäßige Kontrollen oder Eigenkontrollen der Rückholfäden helfen, das zu verhindern.

Kommen wir nun zur Wirkdauer. Hormonspiralen bleiben je nach Modell 3 bis 8 Jahre wirksam (bekannte Marken: etwa 3–5 Jahre). Kupferspiralen halten meist 3 bis 10 Jahre. Danach muss man sie wechseln oder entfernen, es geht keine Sicherheit verloren, solange sie drin sind. Beide Spiralen erlauben sorgfreie Verhütung ohne tägliches Nachdenken. Nach dem Einsetzen schützt Dich die Spirale sofort (wenn sie in der ersten Zykluswoche gelegt wurde) bzw. spätestens nach sieben Tagen.

Einfluss der Hormon- und Kupferspirale auf Zyklus und Periode

Die Auswirkungen auf Deine Periode sind beim Hormon- und beim Kupfer-Modell sehr unterschiedlich:

  • Hormonspirale: Häufig verändern sich die Monatsblutungen stark. In den ersten Monaten kann es zu unregelmäßigen Schmier- oder Durchbruchblutungen kommen. Nach einer Eingewöhnungsphase stabilisiert sich das meist: Viele Frauen haben dann deutlich weniger Blutung als zuvor. Manche bekommen nur noch Mini-Regeln, andere hören ihre Periode mit der Zeit ganz auf. Das kommt daher, dass die Gebärmutterschleimhaut kaum aufgebaut wird. Für viele ist das sehr praktisch – weniger Zeit mit Tampons und Periodenschmerzen! Manch einer kann sich aber anfangs unwohl fühlen, wenn die Regel ausbleibt. Üblicherweise klingt das nach ein paar Monaten ab.

  • Kupferspirale: Hier läuft Dein Zyklus wie gewohnt. Die Regel kann aber intensiver ausfallen: Oft werden Periode und eventuell Krämpfe stärker. Gerade in den ersten Monaten können Blutungen länger und schmerzhafter sein als früher. Das heißt: Möglicherweise brauchst Du mehr Hygieneartikel und ggf. Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) während der Periode. Im Alltag bedeutet das, dass Du mit der Kupferspirale besser auf größere Menstruationen vorbereitet bist. Einige Frauen berichten allerdings auch, dass sich nach einer Eingewöhnungszeit ihr Zyklusgefühl „natürlicher“ anfühlt als ohne Spirale.

Insgesamt gilt: Bei der Hormonspirale musst Du Dich meist auf leichtere oder unregelmäßige Blutungen einstellen, bei der Kupferspirale auf natürlichere, oft stärkere Perioden. Plane im Alltag also entsprechend: Wer eine hormonfreie, natürliche Regel wünscht und damit kein Problem hat, kommt mit der Kupferspirale gut zurecht. Wer wenig Blutung und weniger Menstruationsbeschwerden bevorzugt, findet mit der Hormonspirale oft Erleichterung.

Nebenwirkungen von Hormon- und Kupferspirale im Überblick

Wie alle Verhütungsmethoden haben auch die Spiralen mögliche Nebenwirkungen, denen Du dir vor Wahl der Methode bewusst sein solltest..

Nebenwirkungen der Hormonspirale (gestagen-bedingt)

Da Gestagen freigesetzt wird, können ähnliche Nebenwirkungen auftreten wie bei anderen hormonellen Mitteln, wenn auch meist schwächer. Dazu gehören Kopfschmerzen, Brustspannen, Zwischen- und Schmierblutungen in den ersten Monaten, Gewichtsschwankungen oder Übelkeit. Manche Frauen berichten von Stimmungsschwankungen, depressiven Phasen oder Libido-Veränderungen. Auch Hautbild und Haare können sich ändern (z.B. mehr oder weniger Akne). Viele dieser Effekte beruhen auf den Hormonen und klingen oft innerhalb einiger Zyklen ab. Außerdem kann sich hin und wieder ein gutartiger Eierstockzyste bilden (eine funktionelle Zyste), die meist ohne Behandlung wieder verschwindet.

Nebenwirkungen der Kupferspirale (mechanisch/chemisch)

Hormonelle Nebenwirkungen gibt es nicht, weil keine Hormone abgegeben werden. Dafür können physische Beschwerden auffallen: Die Menstruation ist in der Regel schmerzhafter und stärker (siehe oben). In seltenen Fällen hat die Kupferumgebung allergische Reaktionen ausgelöst (echte Kupferallergie ist aber extrem selten). Manche Frauen spüren die Rückholfäden beim Sex oder ziehen leicht daran (dann schmerzt der Spaß etwas, einfach Faden kürzen lassen). Auch können leichte Zwischenblutungen vorkommen, besonders nach dem Einsetzen. Da Kupferspiralen eine Art Abwehrreaktion in der Gebärmutter auslösen, fühlen sich manche Frauen zu Beginn etwas „angespannt“ im Unterleib, ähnlich Menstruationsbeschwerden.

Im Großen und Ganzen sind die Nebeneffekte sehr individuell. Manche Frauen vertragen beide Spiralen gut und spüren kaum etwas, andere reagieren auf die Hormone etwas empfindlich, oder haben mit stärkeren Blutungen zu kämpfen. Wichtig ist, dass Du auf Deinen Körper hörst und ungewöhnliche Beschwerden mit Deiner Frauenärztin besprichst.

Risiken und Komplikationen der Hormon und Kupferspirale

Obwohl Spiralen grundsätzlich sicher sind, gibt es bei sowohl der Hormon- als auch Kupferspirale einige seltene Risiken, die Du kennen solltest:

  • Perforation: Beim Einsetzen kann (sehr selten, etwa bei 1 von 1000 Einsätzen) die Gebärmutterwand leicht verletzt oder durchstoßen werden. Meist passiert das schmerzhaft beim Einsetzen, manchmal aber unbemerkt. In solchen Fällen muss die Spirale operativ entfernt werden. Gute Praxen machen deshalb das Einlegen vorsichtig und führen eine Ultraschallkontrolle durch. Dieses Risiko ist minimal, vor allem wenn die Ärztin Erfahrung hat.

  • Infektionsrisiko: Direkt nach dem Einsetzen kann das Risiko für eine Becken- oder Scheideninfektion leicht steigen (typischerweise in den ersten 3 Wochen). Deshalb wird vor der Einlage auf Infektionen geachtet (z.B. Chlamydien-Test) und hygienisch sauber gearbeitet. Langfristig sind Spiralen jedoch nicht infektiöser als kein Verhüter – Du bist nur zu Beginn etwas anfälliger. Bei Beschwerden (Fieber, ungewöhnlicher Ausfluss) solltest Du sofort zum Arzt.

  • Ausstoßung: Nach dem Setzen kann sich eine Spirale manchmal wieder lösen und teilweise oder ganz aus der Gebärmutter wandern (v.a. in den ersten Monaten). Das geschieht vielleicht bei 5–10 von 100 Frauen, oft ohne großes Ankündigung. Eine ausgestoßene Spirale wirkt nicht mehr sicher. Deshalb ist es wichtig, dass Du nach jeder Monatsblutung einmal die Rückholfäden prüfst oder bei ungewöhnlichen Schmerzen Deinen Arzt aufsuchst. Wenn die Spirale verrutscht ist, muss sie möglicherweise neu positioniert oder ausgetauscht werden.

  • Eileiterschwangerschaft: Fängt trotz Spirale eine Schwangerschaft an, dann steigt der Anteil an Eileiterschwangerschaften (Extrauteringravidität). Das liegt daran, dass die Spirale den Uterus stärker schützt als den Eileiter. Solche Schwangerschaften sind selten, können aber ernste Folgen haben. Verdächtig sind Schmerzen und Blutungen bei positivem Test – dann sofort ärztlich abklären lassen.

  • Ovarialzysten: Vor allem bei der Hormonspirale können sich gelegentlich (funktionelle) Zysten an den Eierstöcken bilden. Sie entstehen durch den weiterhin stattfindenden Eisprung. Diese Zysten sind meist harmlos, schmerzlos und bilden sich oft von selbst zurück. Selten müssen sie behandelt werden. Bei der Kupferspirale sind Ovarialzysten nicht verstärkt beobachtet.

Seltene Komplikationen umfassen auch Verwachsungen, Gebärmutterhalspolypen oder Blutarmut (letzteres eher bei sehr starker Kupfer-bedingter Blutung). In jedem Fall gilt: Moderne Spiralen haben in der Regel ein sehr geringes Risikoprofil, wenn sie regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.

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Rückkehr zur Fruchtbarkeit nach dem Entfernen der Spirale

Ein großer Vorteil beider Spiralen ist die schnelle Rückkehr der Fruchtbarkeit nach Entfernen. Sobald die Spirale gezogen ist, kannst Du sofort schwanger werden – die Verhütungswirkung ist also in dem Moment auf null. Dein normaler Zyklus (ovulatorisch) setzt in der Regel direkt wieder ein, denn die Spirale hinterlässt keinen bleibenden Hormonstau oder langfristige Schäden.

  • Hormonspirale: Da das Gestagen nur lokal wirkt und schnell abgebaut wird, ist nach dem Entfernen im nächsten Zyklus meist schon wieder ein Eisprung möglich. Viele Frauen empfinden ihre Periode „wie früher“ oder sie haben sie direkt wieder. Eine Wartezeit nach Absetzen gibt es nicht.

  • Kupferspirale: Ebenfalls sofort empfängnisbereit. Dein Zyklus lief die ganze Zeit natürlich weiter, es geht also genauso weiter wie ohne Spirale.

Es gibt kaum Unterschiede: In beiden Fällen liegt die Erfolgsquote, nach Entfernen schnell schwanger zu werden, sehr hoch. Studien zeigen, dass die meisten Frauen im ersten oder zweiten Zyklus nach Absetzen schon schwanger werden können, wenn sie wollen. Die Spirale entfaltet also keinen langfristigen „Verhütungseffekt“ – sie ist komplett umkehrbar.

Vergleichstabelle: Unterschiede zwischen Hormon- und Kupferspirale im einfachen Überblick

Hormonspirale

Kupferspirale

Wirkung

Gibt Gestagen ab, verdickt Zervixschleim, dünnt Gebärmutterschleimhaut

Setzt Kupferionen frei, lähmt Spermien, verursacht lokale Entzündung

Schutzdauer

3-5. Jahre, je nach Modell

3-7 Jahre, je nach Modell

Sicherheit

>99%, minimal höher als Kupferspirale

>99%

Zyklus

Zyklus bleibt meist vorhanden, Perioden stark abgeschwächt oder ausbleibend

Regelmäßiger Zyklus; Perioden oft stärker und länger

Blutungen

Weniger Blut, oft beschwerdefrei

Mehr Blut, oft schmerzhaft

Nebenwirkungen

Hormonell: Kopfschmerzen, Akne, Übelkeit, Gewicht, Stimmung

Körperlich: stärkere Blutung, Krämpfe, evtl. Eisenmangel (durch viel Blut)

Fruchtbarkeit nach Entfernen

Normalisiert sich meist sofort; wenige Hinweise auf verzögerte Aufbau der Schleimhaut

Normal; keine Hormone, sofortige Rückkehr zur Fruchtbarkeit

Vorteile

weniger Blutung, lindert Schmerzen, höchster Verhütungsschutz

kein tägliches Nachdenken über Verhütung

keine Hormone, natürlicher Zyklus, lange Schutzdauer, höchste Sicherheit, kein tägliches Nachdenken über Verhütung

Nachteile

Mögliche hormonelle Nebenwirkungen, unregelmäßige Blutungen

Mögliche stärkere Blutungen. und Krämpfe, infektionsrisiko nach Einlage (gering)

Für wen ist welche Spirale geeignet?

Ob die Hormon- oder Kupferspirale besser zu Dir passt, hängt von Deinen persönlichen Bedürfnissen, Deinem Körper und Deinem Lebensstil ab. Wir haben hier einige Entscheidungshilfen für Dich zusammengetragen:

Die Hormonspirale ist oft die richtige Wahl, wenn Du

  • starke oder schmerzhafte Regelblutungen hast (z.B. durch Myome oder Endometriose). Das Gestagen lässt die Blutung deutlich geringer werden und lindert Schmerzen.

  • blutungsfreie oder -reduzierte Monate wünschst (z.B. weil Du viel Sport machst oder gerne auf Periodenschmerzen verzichten willst).

  • keine Pille einnehmen möchtest (z.B. bei Migräne oder Blutgerinnungsstörungen) und dennoch eine sehr verlässliche, hormonelle Langzeit-Verhütung möchtest.

  • Medikamentengläubig und vergesslich bist: Es gibt hier keine Einnahmefehler, eine Spirale ist “gesetzt und vergisstet”. Das gilt übrigens auch für die Kupferspirale, deswegen werden wir es unten nicht erneut aufführen.

  • Akne gemildert werden soll: Einige Frauen erleben unter dem Gestagen klarere Haut, weil der Rückgang der Regelblutung auch stabilisierend wirkt. (Aber Vorsicht: Das Hormon kann bei manchen auch Akne fördern, das ist sehr individuell.)

Die Kupferspirale ist oft die richtige Wahl, wenn Du

  • einen natürlichen Zyklus bevorzugst und völlig hormonfrei verhüten möchtest. Dein Körper bleibt in seiner normalen Regel, es wird keine Hormone ins Blut abgegeben.

  • eine stärkere Periode akzeptierst. Für Frauen, die „von Natur aus“ mit ihrer Periode klarkommen oder viel mit Eisen versorgt sind, ist das in Ordnung.

  • Hautprobleme oder hormonelle Nebenwirkungen bei anderen Verhütungsmitteln hattest. Da die Kupferspirale keine Hormone enthält, verändert sie Haut und Psyche nicht.

  • stillend bist: Beide Spiralen sind geeignet, aber die Kupferspirale beeinflusst das Stillen überhaupt nicht, weil sie keinen Einfluss auf Östrogen oder Prolaktin hat.

  • bald schwanger werden möchtest: Da die Fruchtbarkeit sofort zurückkehrt, ist die Kupferspirale (wie die Hormonspirale) geeignet, wenn Du zwar sicher verhüten, aber jederzeit auf Familienplanung umschwenken willst.

  • Risiken minimieren willst: Bei bestimmten gesundheitlichen Risiken (z. B. Thrombose-Gefahr, Raucherin über 35) sind beide Spiralen okay, da sie keine Östrogene enthalten.

Am Ende ist es eine individuelle Entscheidung: Die Hormonspirale bietet oft Vorteile bei Blutungsstörungen, Endometriose oder dem Wunsch nach wenig Periode. Die Kupferspirale punktet, wenn Du einfach nur sicher verhüten willst, ohne den Körper hormonell zu verändern. Sprich auf jeden Fall mit Deiner Frauenärztin darüber, wie Du Deine Bedürfnisse und eventuelle Risiken siehst. Unser ärztliches Team bei Hormonic Care, steht Dir auch gerne zur Seite. Oft hilft es, diese Pros und Kontras durchzugehen: Welche Nebenwirkungen wären für Dich wichtig oder stören Dich weniger? So kannst Du am besten entscheiden, welche Spirale zur Verhütung am besten zu Dir passt.

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Hinweis:

Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung. Alle Entscheidungen zu Deiner Verhütung oder gesundheitlichen Behandlung solltest Du immer in Absprache mit einer Fachärztin oder einem Facharzt treffen.

Quellen:

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FAQs

Das hängt von Dir ab: Die Hormonspirale eignet sich gut, wenn Du unter starken Blutungen leidest oder weniger Periode willst. Die Kupferspirale ist perfekt, wenn Du komplett hormonfrei verhüten willst und mit natürlichen Blutungen kein Problem hast.

Die Hormonspirale gibt lokal ein Gestagen ab, macht den Schleim am Muttermund und die Gebärmutterschleimhaut für Spermien unpassierbar. Die Kupferspirale wirkt ohne Hormone: Kupfer deaktiviert Spermien und löst eine sterile Entzündungsreaktion aus, sodass keine Einnistung möglich ist. Dadurch sind bei der Kupferspirale stärkere Blutungen möglich, während die Periode unter der Hormonspirale oft ausbleibt.

Beide sind möglich. Die Kupferspirale passt, wenn Du bewusst keine Hormone möchtest. Die Hormonspirale ist ideal, wenn Du starke Perioden hast oder Dich möglichst wenig mit Deiner Verhütung beschäftigen willst. Entscheidend ist Dein Lebensstil und wie Dein Körper reagiert.

Die Hormonspirale wirkt je nach Modell 3 bis 5 Jahre, manche seltenen Modelle sogar bis zu 8 Jahre. Die Kupferspirale schützt bis zu 10 Jahre.

Sowohl nach der Hormon- als auch nach der Kupferspirale kannst Du sofort wieder schwanger werden.