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D-Chiro-Inositol

Inositol-Isomer (sekundärer Botenstoff)·Cycle+ Formula

D-Chiro-Inositol

Inositol-Isomer, das im Körper aus Myo-Inositol gebildet wird und als Bestandteil sekundärer Botenstoffe im Insulinsignalweg eine Rolle spielt.

D-Chiro-Inositol ist ein natürlich vorkommendes Isomer der Inositole – einer Gruppe vitaminähnlicher, zuckerähnlicher Verbindungen. Es entsteht im Körper aus Myo-Inositol durch enzymatische Umwandlung (Epimerisierung). Diese Umwandlung ist insulinabhängig und spielt eine Rolle im zellulären Signalstoffwechsel: Auf das Bindungssignal von Insulin reagiert das jeweilige Gewebe unter anderem mit der gewebsspezifischen Bildung von D-Chiro-Inositol.

In Lebensmitteln liegen Inositole überwiegend in Form von Myo-Inositol vor – insbesondere in Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Nüssen. D-Chiro-Inositol kommt natürlich nur in sehr geringen Mengen in Lebensmitteln vor, beispielsweise in Buchweizen oder Carob (Johannisbrot). Eine relevante Aufnahme über die Ernährung ist daher praktisch nicht möglich.

In Nahrungsergänzungsmitteln wird D-Chiro-Inositol isoliert hergestellt und entweder als Monosubstanz oder – häufiger – in Kombination mit Myo-Inositol eingesetzt. Ein in der Forschung häufig verwendetes Mischungsverhältnis ist 40:1 (Myo-Inositol zu D-Chiro-Inositol), das dem physiologischen Plasma-Verhältnis ähnelt. In Hormonic Cycle+ wird ein Verhältnis von etwa 111:1 verwendet – diese Wahl ist regulatorisch und patenttechnisch begründet (außerhalb der durch das EU-Patent EP2782559B1 abgedeckten 10:1- bis 100:1-Bereiche).

Im wissenschaftlichen Kontext wird D-Chiro-Inositol in Verbindung mit dem Insulinsignalweg untersucht. Es ist Bestandteil sekundärer Botenstoffe – sogenannter Inositolphosphoglykane (IPG-DCI) – die nach Bindung von Insulin an seinen Rezeptor freigesetzt werden und an Glukose- sowie Lipidstoffwechsel-Schritten beteiligt sind. Über Tier- und Humanmodelle wird zudem ein Einfluss auf Steroidhormonsynthese in den Ovarien diskutiert.

Humanstudien analysieren D-Chiro-Inositol vor allem im Zusammenhang mit Insulinsensitivität, Blutzuckerwerten und – im PCOS-Kontext – mit Androgenparametern und Zyklusmustern. Die Ergebnisse sind heterogen und stark abhängig von Dosierung, Studiendauer und vor allem dem Verhältnis zu Myo-Inositol. Sehr hohe Einzeldosen von D-Chiro-Inositol allein werden in der Forschung teilweise kritisch diskutiert, da sie die physiologische Balance zwischen den Inositol-Isomeren in einzelnen Geweben (z. B. Ovar) verschieben können. Dieses Phänomen wird als „D-Chiro-Inositol-Paradox" bezeichnet. In der EU sind derzeit keine spezifischen gesundheitsbezogenen Aussagen für D-Chiro-Inositol zugelassen.

Mechanism of action

D-Chiro-Inositol ist Bestandteil von Inositolphosphoglykanen (IPG-DCI), die nach Insulin-Rezeptor-Bindung als sekundäre Botenstoffe freigesetzt werden und an der Aktivierung der Pyruvat-Dehydrogenase und Glykogensynthese beteiligt sind. Die Umwandlung von Myo-Inositol zu D-Chiro-Inositol durch eine gewebsspezifische Epimerase ist insulinabhängig.

Sources

Studienlage: