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L-Tryptophan

Essenzielle Aminosäure (Serotonin- und Melatonin-Vorstufe)·Shape Formula, Midlife Formula

L-Tryptophan

Essenzielle Aminosäure und biochemische Vorstufe von Serotonin sowie Melatonin – muss über die Nahrung aufgenommen werden.

L-Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure. Das bedeutet, dass der menschliche Körper sie nicht selbst herstellen kann und auf eine Zufuhr über die Nahrung angewiesen ist. Sie kommt natürlicherweise in eiweißreichen Lebensmitteln vor und ist gleichzeitig biochemische Vorstufe der körpereigenen Substanzen Serotonin und Melatonin.

Besonders tryptophanreiche Lebensmittel sind Milchprodukte wie Käse und Joghurt, Eier, Geflügel, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Auch Haferflocken und Kakao enthalten relevante Mengen. Der absolute Tryptophangehalt variiert je nach Lebensmittel und Proteinanteil. Da Tryptophan im Vergleich zu anderen Aminosäuren in geringerer Menge in den meisten Proteinen vorkommt, ist die tatsächlich resorbierte Menge zudem von der Nahrungszusammensetzung abhängig.

In Nahrungsergänzungsmitteln wird L-Tryptophan als isolierte Aminosäure eingesetzt. In klinischen Studien liegen die untersuchten Dosierungen häufig im Bereich von etwa 500 mg bis 2 g pro Tag, abhängig vom untersuchten Endpunkt. Eine alternative Form ist 5-Hydroxytryptophan (5-HTP), das einen Schritt weiter im Stoffwechselweg liegt und unter eigene regulatorische Bewertungen fällt.

Im wissenschaftlichen Kontext wird L-Tryptophan vor allem im Zusammenhang mit Schlaf, Stimmung und Stressregulation untersucht. Tryptophan dient als biochemische Vorstufe von Serotonin – einem körpereigenen Botenstoff, der unter anderem an der Stimmung, der Appetitregulation und der Stressverarbeitung beteiligt ist. Aus Serotonin kann der Körper wiederum Melatonin bilden, das eine zentrale Rolle im Schlaf-Wach-Rhythmus spielt.

In Humanstudien wird L-Tryptophan vor allem im Zusammenhang mit Einschlaflatenz, subjektiver Schlafqualität und Stimmungsparametern untersucht. Einige Studien beobachten Effekte insbesondere bei niedrigen Ausgangswerten oder unter Stressbedingungen. Die Ergebnisse sind dosis- und kontextabhängig und nicht in allen Studien konsistent. In der EU sind derzeit keine spezifischen gesundheitsbezogenen Aussagen für L-Tryptophan zugelassen.

Wichtiger Hinweis: L-Tryptophan sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt gleichzeitig mit serotonergen Arzneimitteln (z. B. bestimmten Antidepressiva wie SSRI/SNRI/MAO-Hemmern) eingenommen werden. Theoretisch besteht ein Risiko für ein Serotonin-Syndrom.

Mechanism of action

L-Tryptophan wird im Körper über Tryptophan-Hydroxylase zu 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) und anschließend zu Serotonin (5-HT) metabolisiert. In der Zirbeldrüse wird Serotonin durch N-Acetyltransferase und Hydroxyindol-O-Methyltransferase weiter zu Melatonin umgesetzt. Ein zweiter, quantitativ größerer Stoffwechselweg ist der Kynurenin-Pfad, an dessen Ende NAD+ steht.

Sources

Studienlage: