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Wechseljahre14. Okt 202612 Min. Lesezeit

Rotklee in den Wechseljahren: Wirkung, Studien und gute Präparate

Dieser Artikel ist Teil von: Perimenopause und Wechseljahre: Der komplette medizinische Guide

Kurz gesagt: Rotklee enthält Isoflavone, pflanzliche Stoffe, die schwach an Östrogenrezeptoren binden, und ist eines der am besten untersuchten pflanzlichen Mittel bei Hitzewallungen in den Wechseljahren. Eine Meta-Analyse aus acht randomisierten Studien mit über 1.000 Frauen beobachtete im Schnitt rund 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag, bei Frauen mit fünf oder mehr Hitzewallungen täglich waren es rund 2,6 weniger (Kanadys et al., 2021).

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026

Die Zahl, die mich bei Rotklee am meisten überrascht hat, ist nicht die Wirkung, sondern die Spannbreite. In manchen Studien gingen die Hitzewallungen deutlich zurück, in anderen kaum stärker als unter Placebo, und das mit sehr ähnlichen Präparaten. Lange galt das als Beleg, dass Rotklee eben „nicht wirklich“ wirkt.

Wenn man genauer hinsieht, ergibt sich ein anderes Bild. Ob Rotklee in den Wechseljahren etwas bewirkt, hängt offenbar stark davon ab, wie häufig die Hitzewallungen sind, ob die Menopause schon hinter Dir liegt und sogar davon, welche Bakterien in Deinem Darm leben. In diesem Artikel zeige ich Dir, was die Studien wirklich messen, für wen sich Rotklee eignet, wann Du ihn meiden solltest und woran Du ein gutes Rotklee-Präparat erkennst.

Wie wirkt Rotklee in den Wechseljahren?

Rotklee wirkt über seine Isoflavone, die im Körper an Östrogenrezeptoren binden, bevorzugt an den Rezeptortyp Beta, und dort sehr viel schwächer wirken als körpereigenes Östrogen. Wenn in den Wechseljahren das Östrogen sinkt, können sie nach der gängigen Erklärung einen Teil dieser Signale abfedern.

Die wichtigsten Isoflavone im Rotklee heißen Formononetin und Biochanin A. Dein Körper wandelt sie in Daidzein und Genistein um, die beiden Isoflavone, die auch aus Soja bekannt sind (Kanadys et al., 2021). Daidzein kann von bestimmten Darmbakterien weiter zu Equol umgebaut werden. Ob Du zu den sogenannten Equol-Produzentinnen gehörst, hängt von Deiner Darmflora ab, und das könnte erklären, warum die Ergebnisse in Studien so unterschiedlich ausfallen.

Wichtig zur Einordnung: Isoflavone sind kein Hormonersatz. In einer zwölfmonatigen Studie veränderten sie weder die Dicke der Gebärmutterschleimhaut noch die Spiegel von Östradiol, FSH oder LH (Geller et al., 2009). Sie wirken also deutlich sanfter und anders als eine Hormonersatztherapie.

Was zeigen die Studien zu Rotklee und Hitzewallungen?

Die Studien zu Rotklee und Hitzewallungen zeigen einen moderaten Effekt: Im Schnitt traten unter Rotklee-Isoflavonen etwa 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag auf als unter Placebo (Kanadys et al., 2021). Wie groß der Nutzen für Dich ist, hängt stark davon ab, wie häufig Deine Hitzewallungen sind.

Die aktuellste Meta-Analyse wertete acht randomisierte Studien mit 1.043 Frauen aus. Bei Frauen nach der Menopause sank die Zahl der Hitzewallungen um rund 2,7 pro Tag, bei Frauen mit mindestens fünf Hitzewallungen täglich um rund 2,6. Eine ältere Analyse zu einem standardisierten Extrakt mit 80 mg Isoflavonen kam sogar auf 3,6 Hitzewallungen weniger pro Tag, allerdings auf Basis von nur drei kleinen Studien (Myers und Vigar, 2017).

Zur Ehrlichkeit gehört auch: Nicht alle Studien waren positiv. In zwei großen unabhängigen Studien unterschied sich Rotklee nach zwölf Wochen beziehungsweise zwölf Monaten nicht klar von Placebo (Tice et al., 2003; Geller et al., 2009), und die Cochrane-Übersicht von 2013 fand für Rotklee allein keinen signifikanten Effekt (Lethaby et al., 2013). Auffällig ist, wie stark Placebo in diesem Bereich wirkt: Je nach Studie gingen die Hitzewallungen auch unter Scheinpräparat um bis zu 59 Prozent zurück.

Studie Umfang Isoflavone pro Tag Hitzewallungen
Kanadys et al., 2021 Meta-Analyse, 8 Studien, 1.043 Frauen 37 bis 160 mg, meist 40 bis 80 mg rund 1,7 weniger pro Tag
Myers und Vigar, 2017 Meta-Analyse, 3 Studien 80 mg rund 3,6 weniger pro Tag
Lambert et al., 2017 62 Frauen, 12 Wochen 34 mg, fermentiert, mit Probiotika rund 4,3 weniger pro Tag, gemessen
Lethaby et al., 2013 Cochrane-Übersicht, 5 Rotklee-Studien unterschiedlich kein signifikanter Unterschied
Tice et al., 2003 252 Frauen, 12 Wochen 57 und 82 mg kein klinisch relevanter Unterschied

Was lässt sich daraus ableiten? Rotklee ist keine Lösung für jede Frau. Für Frauen mit häufigen Hitzewallungen, die keine Hormone nehmen möchten, ist er aber eine der besser untersuchten pflanzlichen Optionen, vorausgesetzt, das Präparat ist ausreichend und nachvollziehbar dosiert.

Rotklee Wirkung über Hitzewallungen hinaus: Knochen, Blutfette und Schleimhäute

Über Hitzewallungen hinaus wurde Rotklee vor allem für Knochen, Blutfette und Scheidentrockenheit untersucht. Die Hinweise sind interessant, beruhen aber auf weniger und kleineren Studien.

Knochen

Östrogen schützt die Knochen, und mit seinem Abfall beschleunigt sich der Knochenabbau. In einer zwölfmonatigen Studie mit 78 Frauen mit beginnendem Knochenschwund verloren die Frauen, die Rotklee-Isoflavone zusammen mit Probiotika einnahmen, an der Lendenwirbelsäule weniger als halb so viel Knochendichte wie unter Placebo, am Oberschenkelhals nur etwa ein Drittel (Lambert et al., 2017). Gleichzeitig stieg der Anteil der Equol-Produzentinnen. Eine frühere Studie derselben Forschungsgruppe sah ähnliche Tendenzen (Thorup et al., 2015). Mehr zum Hintergrund findest Du in unserem Artikel über Osteoporose.

Blutfette

Eine Meta-Analyse aus 12 Studien mit 1.284 Frauen fand unter Rotklee leicht niedrigere Werte für Gesamtcholesterin, LDL und Triglyceride sowie ein leicht höheres HDL (Luís et al., 2018). Ob das auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflusst, wurde bisher nicht untersucht.

Scheidentrockenheit und Stimmung

In der Auswertung von Ghazanfarpour et al. (2016) verbesserte ein Extrakt mit 80 mg Isoflavonen Anzeichen einer Scheidenatrophie, also einer dünner werdenden Schleimhaut. Für Stimmung, Schlaf und Sexualität fanden die Forschenden dagegen kaum Effekte. Einzelne Studien aus Wien berichteten über deutlich weniger Angst und depressive Verstimmung (Lipovac et al., 2010). Diese Ergebnisse stammen aber aus nur einer Forschungsgruppe und fallen auffällig größer aus als in allen anderen Studien. Bei Scheidentrockenheit gibt es zudem gut untersuchte lokale Optionen.

Was sagt die Leitlinie zu Rotklee?

Die deutsche S3-Leitlinie zu Peri- und Postmenopause nennt Rotklee nicht namentlich, ordnet Isoflavone aber als Option ein, die bei Hitzewallungen angeboten werden kann. Im Konsultationsentwurf der Neufassung von 2026 ist dafür eine Tagesdosis von mindestens 30 mg genannt (DGGG, 2026).

Die wirksamste Behandlung bei starken Hitzewallungen bleibt laut Leitlinie die Hormonersatztherapie, daneben gibt es inzwischen nicht-hormonelle Medikamente wie Fezolinetant. Die nordamerikanische Menopause-Gesellschaft empfiehlt Soja-Isoflavone wegen der gemischten Datenlage dagegen nicht (NAMS, 2023). Rotklee ist also eine Option, wenn Deine Beschwerden Dich nicht stark belasten oder Du keine Hormone nehmen möchtest, aber kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung bei hohem Leidensdruck. Einen Überblick über alle Wege findest Du in unserem Artikel zu Hitzewallungen.

Rotklee Nebenwirkungen: Wann darf man Rotklee nicht einnehmen?

Rotklee gilt in den untersuchten Mengen als gut verträglich, selten treten leichte Übelkeit oder Hautausschlag auf. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) fand bei gesunden Frauen nach der Menopause keine Hinweise auf schädliche Wirkungen von Isoflavonen auf Brust, Gebärmutter oder Schilddrüse (EFSA, 2015).

Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel mit Rotklee-Isoflavonen bis auf Weiteres eine Orientierung von höchstens 43,5 mg pro Tag und eine Anwendungsdauer von bis zu drei Monaten, weil für längere Zeiträume zu wenige Daten vorliegen (BfR, 2015). In Studien wurde Rotklee zwar auch über zwölf Monate ohne Auffälligkeiten eingesetzt (Atkinson et al., 2004; Geller et al., 2009), eine längere Einnahme solltest Du trotzdem ärztlich begleiten lassen.

Verzichte auf Rotklee oder sprich vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, wenn einer dieser Punkte auf Dich zutrifft:

  • Brust-, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs, auch in der Vorgeschichte, oder eine Behandlung mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Blutverdünner, Thrombozytenhemmer oder eine geplante Operation
  • Methotrexat oder Schilddrüsenhormone
  • Eine laufende Hormonersatztherapie oder weitere Isoflavon-Präparate, etwa aus Soja, denn die Mengen addieren sich
  • Unklare Blutungen, die zuerst ärztlich abgeklärt werden sollten

Rotklee-Isoflavone, klar deklariert: Midlife Formula

Die Midlife Formula liefert 40 mg Rotklee-Isoflavone pro Tagesdosis, also eine Menge aus dem Bereich, der in Studien zu Wechseljahresbeschwerden untersucht wurde, und innerhalb der BfR-Orientierung. Dazu kommen acht weitere Wirkstoffe wie Safran, Yamswurzel und Kreatin. Ärztlich entwickelt und in Österreich hergestellt.

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Welche Rotklee-Präparate sind gut für die Wechseljahre?

Ein gutes Rotklee-Präparat für die Wechseljahre enthält einen standardisierten Extrakt und nennt die Menge an Isoflavonen pro Tagesdosis, idealerweise im Bereich, der in Studien untersucht wurde, und innerhalb der BfR-Orientierung von 43,5 mg. Die Verbraucherzentrale rät, Produkte ohne Angabe des Isoflavon-Gehalts gar nicht erst zu kaufen. Diese Kriterien helfen Dir beim Vergleich:

  • Isoflavone in mg pro Tagesdosis: Entscheidend ist nicht die Extraktmenge, sondern der Isoflavon-Gehalt. „500 mg Rotklee“ sagt ohne diese Angabe wenig aus.
  • Studiennahe Dosis: In den Studien wurden meist 40 bis 80 mg Isoflavone pro Tag verwendet. Das BfR nennt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 43,5 mg als Orientierung.
  • Standardisierter Extrakt statt Pulver oder Tee: Nur ein standardisierter Extrakt liefert jeden Tag dieselbe Menge.
  • Angabe des Isoflavon-Profils: Formononetin und Biochanin A machen den Großteil der Rotklee-Isoflavone aus. Wer das Profil nennt, arbeitet in der Regel transparenter.
  • Laborgeprüfte Qualität: Ein Analysezertifikat zu Wirkstoffgehalt und Schadstoffen wie Schwermetallen und Pestiziden.
  • Ehrliche Hinweise: Angaben zu Anwendungsdauer, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen gehören aufs Etikett, Heilversprechen nicht.

Ein Beispiel, wie diese Kriterien umgesetzt sein können: Die Midlife Formula von Hormonic, ärztlich entwickelt und in Österreich hergestellt, enthält 100 mg Rotklee-Extrakt mit 40 mg Isoflavonen pro Tagesdosis. Das liegt im unteren Bereich der Studiendosen und innerhalb der BfR-Orientierung. Ergänzt wird der Rotklee durch acht weitere Wirkstoffe, darunter Yamswurzel, Safran und Kreatin. Wichtig ist uns dabei Transparenz: Wenn Du zusätzlich Soja-Isoflavone einnimmst, zählen sie zur Tagesmenge dazu, und nach drei Monaten lohnt sich eine ehrliche Bilanz, am besten gemeinsam mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Rotklee Tee, Kapseln oder Extrakt: Was ist sinnvoller?

Für die Wechseljahre sind Kapseln mit standardisiertem Rotklee-Extrakt die Form, die den Studien am nächsten kommt. Zu Rotklee-Tee gibt es keine Studien zu Hitzewallungen, und sein Isoflavon-Gehalt schwankt stark.

Eine Analyse von zehn Rotklee-Tees fand bei jeder Marke ein anderes Isoflavon-Muster (Muntean und Urda, 2020). Wie viel in Deiner Tasse landet, hängt außerdem vom Pflanzenteil ab: Die Blätter enthalten mehr Isoflavone als die Blüten, viele Tees bestehen aber vor allem aus Blüten. Tee kann ein angenehmes Ritual sein, eine verlässliche Dosis liefert er nicht. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel über Tee bei PCOS, PMS und Wechseljahren.

Wie lange dauert es, bis Rotklee wirkt?

In den meisten Studien wurde die Wirkung von Rotklee nach zwölf Wochen gemessen, deshalb solltest Du ihm mindestens acht bis zwölf Wochen Zeit geben. In der Meta-Analyse von Kanadys et al. (2021) zeigte sich ein signifikanter Effekt nach zwölf Wochen, und in einer großen Studie setzte die Wirkung eines 80-mg-Extrakts früher ein als unter Placebo (Tice et al., 2003).

Ein einfaches Symptomtagebuch hilft Dir, ehrlich Bilanz zu ziehen: Notiere schon vor dem Start und dann laufend, wie viele Hitzewallungen Du pro Tag hast und wie gut Du schläfst. Nach zwölf Wochen siehst Du schwarz auf weiß, ob sich etwas verändert hat, und kannst mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen, wie es weitergeht.

Wann solltest Du zur Ärztin oder zum Arzt?

Wenn Hitzewallungen Dich nachts regelmäßig wecken, Dich im Alltag stark einschränken oder vor dem 40. Lebensjahr beginnen, ist ärztlicher Rat wichtiger als jedes Präparat. Das gilt auch bei unklaren Blutungen, Herzrasen oder ungewolltem Gewichtsverlust, denn Hitzewallungen können andere Ursachen haben, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion.

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Rotklee, eine Hormontherapie oder etwas ganz anderes zu Dir passt, kannst Du ein kostenloses 15-minütiges Erstgespräch mit unserem ärztlichen Team buchen und Deine Fragen in Ruhe klären.

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Fazit

Rotklee gehört zu den pflanzlichen Mitteln mit der besten Studienlage in den Wechseljahren: Im Schnitt traten unter Rotklee-Isoflavonen rund 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag auf, mit mehr Nutzen bei häufigen Hitzewallungen und nach der Menopause. Dazu kommen erste Hinweise für Knochen, Blutfette und Schleimhäute. Gleichzeitig sind die Ergebnisse uneinheitlich, und nicht jede Frau spricht an.

Wenn Du Rotklee ausprobierst, achte auf einen standardisierten Extrakt mit klar angegebenem Isoflavon-Gehalt, halte Dich an die BfR-Orientierung und gib ihm zwölf Wochen Zeit. Mehr zu den Alternativen findest Du im Wechseljahre-Guide und im Artikel über pflanzliche Mittel in den Wechseljahren.

Dass Rotklee keinen zugelassenen Health Claim hat, sagt übrigens wenig über sein Potenzial aus. Der Antrag gehört zu den Pflanzenstoff-Anträgen, über die auf EU-Ebene bis heute nicht entschieden wurde. Ein zugelassener Claim setzt zudem große, teure Zulassungsstudien voraus, die sich fast nur für patentierbare Produkte lohnen. Ein fehlender Claim heißt deshalb meist: vielversprechende Forschung, große Studien stehen noch aus.

Häufige Fragen zu Rotklee in den Wechseljahren

Warum kein Rotklee in den Wechseljahren?

Ein generelles Verbot gibt es nicht. Abgeraten wird bei hormonabhängigem Krebs in der Vorgeschichte, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie ohne ärztliche Rücksprache bei Blutverdünnern oder Methotrexat. Außerdem empfiehlt das BfR, Rotklee-Isoflavone ohne ärztliche Begleitung nicht länger als drei Monate und nicht über 43,5 mg pro Tag einzunehmen.

Was bewirkt Rotklee bei Frauen?

Die Isoflavone im Rotklee binden schwach an Östrogenrezeptoren. In Studien mit Frauen in den Wechseljahren traten im Schnitt rund 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag auf, dazu gibt es erste Hinweise für Knochen, Blutfette und die Scheidenschleimhaut. Wie stark der Effekt ist, unterscheidet sich von Frau zu Frau deutlich.

Welches ist das beste pflanzliche Mittel in den Wechseljahren?
Ein einzelnes bestes Mittel gibt es nicht. Der Entwurf der deutschen Leitlinie von 2026 nennt Isoflavone, wie sie im Rotklee stecken, und Traubensilberkerze als Optionen, die bei Hitzewallungen angeboten werden können. Welches Mittel passt, hängt von Deinen Beschwerden und Deiner Vorgeschichte ab, und bei starken Beschwerden ist die Hormonersatztherapie am wirksamsten.
Wie viel Rotklee pro Tag in den Wechseljahren?
In Studien wurden meist 40 bis 80 mg Rotklee-Isoflavone pro Tag eingesetzt. Das BfR nennt für Nahrungsergänzungsmittel als Orientierung höchstens 43,5 mg Rotklee-Isoflavone täglich für bis zu drei Monate. Achte darauf, dass auf der Packung die Isoflavon-Menge in mg steht, nicht nur die Menge an Extrakt.

Wissenschaftliche Quellen

  • Kanadys W, Barańska A, Błaszczuk A et al. (2021). Evaluation of Clinical Meaningfulness of Red Clover (Trifolium pratense L.) Extract to Relieve Hot Flushes and Menopausal Symptoms in Peri- and Post-Menopausal Women: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients 13(4):1258. doi:10.3390/nu13041258
  • Myers SP, Vigar V (2017). Effects of a standardised extract of Trifolium pratense (Promensil) at a dosage of 80 mg in the treatment of menopausal hot flushes: a systematic review and meta-analysis. Phytomedicine 24:141-147. doi:10.1016/j.phymed.2016.12.003
  • Ghazanfarpour M, Sadeghi R, Roudsari RL et al. (2016). Red clover for treatment of hot flashes and menopausal symptoms: a systematic review and meta-analysis. J Obstet Gynaecol 36(3):301-311. doi:10.3109/01443615.2015.1049249
  • Lethaby A, Marjoribanks J, Kronenberg F et al. (2013). Phytoestrogens for menopausal vasomotor symptoms. Cochrane Database Syst Rev. doi:10.1002/14651858.CD001395.pub4
  • Tice JA, Ettinger B, Ensrud K et al. (2003). Phytoestrogen supplements for the treatment of hot flashes: the Isoflavone Clover Extract (ICE) study. JAMA 290(2):207-214. doi:10.1001/jama.290.2.207
  • Geller SE, Shulman LP, van Breemen RB et al. (2009). Safety and efficacy of black cohosh and red clover for the management of vasomotor symptoms: a randomized controlled trial. Menopause 16(6):1156-1166. doi:10.1097/gme.0b013e3181ace49b
  • Lambert MNT, Thorup AC, Hansen ESS, Jeppesen PB (2017). Combined Red Clover isoflavones and probiotics potently reduce menopausal vasomotor symptoms. PLoS One 12(6):e0176590. doi:10.1371/journal.pone.0176590
  • Lambert MNT, Thybo CB, Lykkeboe S et al. (2017). Combined bioavailable isoflavones and probiotics improve bone status and estrogen metabolism in postmenopausal osteopenic women: a randomized controlled trial. Am J Clin Nutr 106(3):909-920. doi:10.3945/ajcn.117.153353
  • Thorup AC, Lambert MN, Kahr HS et al. (2015). Intake of novel red clover supplementation for 12 weeks improves bone status in healthy menopausal women. Evid Based Complement Alternat Med 2015:689138. doi:10.1155/2015/689138
  • Luís Â, Domingues F, Pereira L (2018). Effects of red clover on perimenopausal and postmenopausal women's blood lipid profile: a meta-analysis. Climacteric 21(5):446-453. doi:10.1080/13697137.2018.1501673
  • Atkinson C, Warren RML, Sala E et al. (2004). Red-clover-derived isoflavones and mammographic breast density: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Breast Cancer Res 6(3):R170-179. doi:10.1186/bcr773
  • Lipovac M, Chedraui P, Gruenhut C et al. (2010). Improvement of postmenopausal depressive and anxiety symptoms after treatment with isoflavones derived from red clover extracts. Maturitas 65(3):258-261. doi:10.1016/j.maturitas.2009.10.014
  • Magee PJ (2011). Is equol production beneficial to health? Proc Nutr Soc 70(1):10-18. doi:10.1017/S0029665110003940
  • EFSA ANS Panel (2015). Risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones. EFSA Journal 13(10):4246. doi:10.2903/j.efsa.2015.4246
  • BfR (2015). Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen: Orientierungswerte für Dosierung und Anwendungsdauer. Mitteilung Nr. 043/2015 vom 16.11.2015.
  • DGGG, SGGG, OEGGG (2026). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause: Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015-062, Konsultationsfassung.
  • The North American Menopause Society (2023). The 2023 nonhormone therapy position statement. Menopause 30(6):573-590. doi:10.1097/GME.0000000000002200
  • Muntean E, Urda C (2020). Isoflavones in red clover tea infusions. Proceedings of the 6th International Electronic Conference on Medicinal Chemistry. doi:10.3390/ECMC2020-07251

Über die Autorin

Amelie Weiss

Amelie Weiss

Research Fellow, PhD · Hormonic

Amelie Weiss ist Research Fellow bei Hormonic und beschäftigt sich mit wissenschaftlicher Recherche rund um hormonelle Gesundheit, Mikronährstoffe und evidenzbasierte Frauengesundheit.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Arbeiten (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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