Kurz gesagt: Rotklee enthält Isoflavone, pflanzliche Stoffe, die schwach an Östrogenrezeptoren binden, und ist eines der am besten untersuchten pflanzlichen Mittel bei Hitzewallungen in den Wechseljahren. Eine Meta-Analyse aus acht randomisierten Studien mit über 1.000 Frauen beobachtete im Schnitt rund 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag, bei Frauen mit fünf oder mehr Hitzewallungen täglich waren es rund 2,6 weniger (Kanadys et al., 2021).
Die Zahl, die mich bei Rotklee am meisten überrascht hat, ist nicht die Wirkung, sondern die Spannbreite. In manchen Studien gingen die Hitzewallungen deutlich zurück, in anderen kaum stärker als unter Placebo, und das mit sehr ähnlichen Präparaten. Lange galt das als Beleg, dass Rotklee eben „nicht wirklich“ wirkt.
Wenn man genauer hinsieht, ergibt sich ein anderes Bild. Ob Rotklee in den Wechseljahren etwas bewirkt, hängt offenbar stark davon ab, wie häufig die Hitzewallungen sind, ob die Menopause schon hinter Dir liegt und sogar davon, welche Bakterien in Deinem Darm leben. In diesem Artikel zeige ich Dir, was die Studien wirklich messen, für wen sich Rotklee eignet, wann Du ihn meiden solltest und woran Du ein gutes Rotklee-Präparat erkennst.
Wie wirkt Rotklee in den Wechseljahren?
Rotklee wirkt über seine Isoflavone, die im Körper an Östrogenrezeptoren binden, bevorzugt an den Rezeptortyp Beta, und dort sehr viel schwächer wirken als körpereigenes Östrogen. Wenn in den Wechseljahren das Östrogen sinkt, können sie nach der gängigen Erklärung einen Teil dieser Signale abfedern.
Die wichtigsten Isoflavone im Rotklee heißen Formononetin und Biochanin A. Dein Körper wandelt sie in Daidzein und Genistein um, die beiden Isoflavone, die auch aus Soja bekannt sind (Kanadys et al., 2021). Daidzein kann von bestimmten Darmbakterien weiter zu Equol umgebaut werden. Ob Du zu den sogenannten Equol-Produzentinnen gehörst, hängt von Deiner Darmflora ab, und das könnte erklären, warum die Ergebnisse in Studien so unterschiedlich ausfallen.
Wichtig zur Einordnung: Isoflavone sind kein Hormonersatz. In einer zwölfmonatigen Studie veränderten sie weder die Dicke der Gebärmutterschleimhaut noch die Spiegel von Östradiol, FSH oder LH (Geller et al., 2009). Sie wirken also deutlich sanfter und anders als eine Hormonersatztherapie.
Was zeigen die Studien zu Rotklee und Hitzewallungen?
Die Studien zu Rotklee und Hitzewallungen zeigen einen moderaten Effekt: Im Schnitt traten unter Rotklee-Isoflavonen etwa 1,7 Hitzewallungen weniger pro Tag auf als unter Placebo (Kanadys et al., 2021). Wie groß der Nutzen für Dich ist, hängt stark davon ab, wie häufig Deine Hitzewallungen sind.
Die aktuellste Meta-Analyse wertete acht randomisierte Studien mit 1.043 Frauen aus. Bei Frauen nach der Menopause sank die Zahl der Hitzewallungen um rund 2,7 pro Tag, bei Frauen mit mindestens fünf Hitzewallungen täglich um rund 2,6. Eine ältere Analyse zu einem standardisierten Extrakt mit 80 mg Isoflavonen kam sogar auf 3,6 Hitzewallungen weniger pro Tag, allerdings auf Basis von nur drei kleinen Studien (Myers und Vigar, 2017).
Zur Ehrlichkeit gehört auch: Nicht alle Studien waren positiv. In zwei großen unabhängigen Studien unterschied sich Rotklee nach zwölf Wochen beziehungsweise zwölf Monaten nicht klar von Placebo (Tice et al., 2003; Geller et al., 2009), und die Cochrane-Übersicht von 2013 fand für Rotklee allein keinen signifikanten Effekt (Lethaby et al., 2013). Auffällig ist, wie stark Placebo in diesem Bereich wirkt: Je nach Studie gingen die Hitzewallungen auch unter Scheinpräparat um bis zu 59 Prozent zurück.
| Studie | Umfang | Isoflavone pro Tag | Hitzewallungen |
|---|---|---|---|
| Kanadys et al., 2021 | Meta-Analyse, 8 Studien, 1.043 Frauen | 37 bis 160 mg, meist 40 bis 80 mg | rund 1,7 weniger pro Tag |
| Myers und Vigar, 2017 | Meta-Analyse, 3 Studien | 80 mg | rund 3,6 weniger pro Tag |
| Lambert et al., 2017 | 62 Frauen, 12 Wochen | 34 mg, fermentiert, mit Probiotika | rund 4,3 weniger pro Tag, gemessen |
| Lethaby et al., 2013 | Cochrane-Übersicht, 5 Rotklee-Studien | unterschiedlich | kein signifikanter Unterschied |
| Tice et al., 2003 | 252 Frauen, 12 Wochen | 57 und 82 mg | kein klinisch relevanter Unterschied |
Was lässt sich daraus ableiten? Rotklee ist keine Lösung für jede Frau. Für Frauen mit häufigen Hitzewallungen, die keine Hormone nehmen möchten, ist er aber eine der besser untersuchten pflanzlichen Optionen, vorausgesetzt, das Präparat ist ausreichend und nachvollziehbar dosiert.
Rotklee-Isoflavone, klar deklariert: Midlife Formula
Die Midlife Formula liefert 40 mg Rotklee-Isoflavone pro Tagesdosis, also eine Menge aus dem Bereich, der in Studien zu Wechseljahresbeschwerden untersucht wurde, und innerhalb der BfR-Orientierung. Dazu kommen acht weitere Wirkstoffe wie Safran, Yamswurzel und Kreatin. Ärztlich entwickelt und in Österreich hergestellt.
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Häufige Fragen zu Rotklee in den Wechseljahren
Warum kein Rotklee in den Wechseljahren?
Was bewirkt Rotklee bei Frauen?
Welches ist das beste pflanzliche Mittel in den Wechseljahren?
Wie viel Rotklee pro Tag in den Wechseljahren?
Wissenschaftliche Quellen
- Kanadys W, Barańska A, Błaszczuk A et al. (2021). Evaluation of Clinical Meaningfulness of Red Clover (Trifolium pratense L.) Extract to Relieve Hot Flushes and Menopausal Symptoms in Peri- and Post-Menopausal Women: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients 13(4):1258. doi:10.3390/nu13041258
- Myers SP, Vigar V (2017). Effects of a standardised extract of Trifolium pratense (Promensil) at a dosage of 80 mg in the treatment of menopausal hot flushes: a systematic review and meta-analysis. Phytomedicine 24:141-147. doi:10.1016/j.phymed.2016.12.003
- Ghazanfarpour M, Sadeghi R, Roudsari RL et al. (2016). Red clover for treatment of hot flashes and menopausal symptoms: a systematic review and meta-analysis. J Obstet Gynaecol 36(3):301-311. doi:10.3109/01443615.2015.1049249
- Lethaby A, Marjoribanks J, Kronenberg F et al. (2013). Phytoestrogens for menopausal vasomotor symptoms. Cochrane Database Syst Rev. doi:10.1002/14651858.CD001395.pub4
- Tice JA, Ettinger B, Ensrud K et al. (2003). Phytoestrogen supplements for the treatment of hot flashes: the Isoflavone Clover Extract (ICE) study. JAMA 290(2):207-214. doi:10.1001/jama.290.2.207
- Geller SE, Shulman LP, van Breemen RB et al. (2009). Safety and efficacy of black cohosh and red clover for the management of vasomotor symptoms: a randomized controlled trial. Menopause 16(6):1156-1166. doi:10.1097/gme.0b013e3181ace49b
- Lambert MNT, Thorup AC, Hansen ESS, Jeppesen PB (2017). Combined Red Clover isoflavones and probiotics potently reduce menopausal vasomotor symptoms. PLoS One 12(6):e0176590. doi:10.1371/journal.pone.0176590
- Lambert MNT, Thybo CB, Lykkeboe S et al. (2017). Combined bioavailable isoflavones and probiotics improve bone status and estrogen metabolism in postmenopausal osteopenic women: a randomized controlled trial. Am J Clin Nutr 106(3):909-920. doi:10.3945/ajcn.117.153353
- Thorup AC, Lambert MN, Kahr HS et al. (2015). Intake of novel red clover supplementation for 12 weeks improves bone status in healthy menopausal women. Evid Based Complement Alternat Med 2015:689138. doi:10.1155/2015/689138
- Luís Â, Domingues F, Pereira L (2018). Effects of red clover on perimenopausal and postmenopausal women's blood lipid profile: a meta-analysis. Climacteric 21(5):446-453. doi:10.1080/13697137.2018.1501673
- Atkinson C, Warren RML, Sala E et al. (2004). Red-clover-derived isoflavones and mammographic breast density: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Breast Cancer Res 6(3):R170-179. doi:10.1186/bcr773
- Lipovac M, Chedraui P, Gruenhut C et al. (2010). Improvement of postmenopausal depressive and anxiety symptoms after treatment with isoflavones derived from red clover extracts. Maturitas 65(3):258-261. doi:10.1016/j.maturitas.2009.10.014
- Magee PJ (2011). Is equol production beneficial to health? Proc Nutr Soc 70(1):10-18. doi:10.1017/S0029665110003940
- EFSA ANS Panel (2015). Risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones. EFSA Journal 13(10):4246. doi:10.2903/j.efsa.2015.4246
- BfR (2015). Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen: Orientierungswerte für Dosierung und Anwendungsdauer. Mitteilung Nr. 043/2015 vom 16.11.2015.
- DGGG, SGGG, OEGGG (2026). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause: Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015-062, Konsultationsfassung.
- The North American Menopause Society (2023). The 2023 nonhormone therapy position statement. Menopause 30(6):573-590. doi:10.1097/GME.0000000000002200
- Muntean E, Urda C (2020). Isoflavones in red clover tea infusions. Proceedings of the 6th International Electronic Conference on Medicinal Chemistry. doi:10.3390/ECMC2020-07251
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