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PCOS heißt jetzt PMOS: Was der neue Name bedeutet - Hormonic
PCOS27. Aug 20266 Min. Lesezeit

PCOS heißt jetzt PMOS: Was der neue Name bedeutet

Dieser Artikel ist Teil von: PCOS: Der Guide zu Ursachen, Symptomen und Behandlung

Eine junge Frau saß neulich in der Sprechstunde und sagte einen Satz, den ich wirklich ständig höre: „Aber ich habe doch gar keine Zysten, wieso PCOS?“ Eine berechtigte Frage. Und genau diese jahrzehntelange Verwirrung hat jetzt endlich ein Ende. Ein Ende auf das ich persönlich auch schon seit Jahren gehofft habe. PCOS hat einen neuen Namen. Wer nach dem Grund für den neuen Namen von PCOS sucht, findet die Antwort in einem Wort, das der alte Name komplett unterschlagen hat: Stoffwechsel.

Am 12. Mai 2026 wurde in einem internationalen Konsens, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet und getragen von über 50 Organisationen, festgelegt: Aus PCOS wird PMOS. Betroffen sind weltweit mehr als 170 Millionen Frauen, etwa eine von acht. In diesem Beitrag erkläre ich Dir ruhig und ohne Fachchinesisch, was sich ändert, was bleibt und warum gerade der Stoffwechsel-Fokus so viel Sinn ergibt.

PCOS neuer Name: Aus PCOS wird PMOS

Der neue Name für PCOS lautet PMOS, Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom. Die Umbenennung ist das Ergebnis eines 14 Jahre langen, internationalen Prozesses mit über 22.000 Rückmeldungen von Betroffenen, geleitet von der Endokrinologin Prof. Helena Teede. Ziel war ein Name, der die Erkrankung wissenschaftlich korrekt beschreibt, Stigmatisierung vermeidet und leicht zu kommunizieren ist.

Der Kern in einem Satz: weg vom Missverständnis „Zysten an den Eierstöcken“, hin zu dem, was die Erkrankung wirklich ausmacht, ein Zusammenspiel mehrerer Hormonsysteme mit einer deutlichen Stoffwechsel-Komponente. Die folgende Übersicht zeigt den Unterschied auf einen Blick.

Aspekt Alt: PCOS Neu: PMOS
Was der Name betont Zysten an den Eierstöcken Hormonsysteme und Stoffwechsel
Ausgeschrieben Polyzystisches Ovarialsyndrom Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom
Diagnosekriterien Rotterdam-Kriterien Rotterdam-Kriterien (unverändert)
Langfrist-Fokus vor allem Fruchtbarkeit plus Insulin, Diabetes- und Herz-Kreislauf-Risiko

Warum wurde PCOS umbenannt?

PCOS wurde umbenannt, weil der alte Name den Kern der Erkrankung verfehlt hat. „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ legt nahe, dass es vor allem um Zysten an den Eierstöcken geht. Genau das stimmt nicht. Eine Begleitarbeit des Konsensus-Teams zeigte, dass bei Betroffenen keine echte Zunahme krankhafter Ovarialzysten vorliegt. Was im Ultraschall sichtbar wird, sind zahlreiche kleine, unreife Follikel, keine Zysten im eigentlichen Sinn.

Der Name hat damit über Jahrzehnte einen falschen Eindruck erzeugt. Frauen wurde suggeriert, ihr Problem sitze allein in den Eierstöcken, während die hormonelle und vor allem die metabolische Dimension unter dem Radar blieb. Das Konsortium um Prof. Helena Teede beschreibt genau das als Folge: verspätete Diagnosen, wenig Bewusstsein und eine oft unzureichende Versorgung. Nach 14 Jahren Arbeit und über 22.000 Rückmeldungen von Betroffenen fiel deshalb die Entscheidung für einen Namen, der die ganze Erkrankung abbildet.

Was bedeutet PMOS: polyendokrin, metabolisch, ovariell?

PMOS steht für Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom. Jeder Wortteil benennt eine Ebene der Erkrankung, die der alte Name verschwiegen hat.

Polyendokrin heißt: Es sind mehrere hormonproduzierende Systeme beteiligt, nicht nur die Eierstöcke. Androgene (oft „männlich“ genannte Hormone), Insulin, die Hypophyse und teilweise die Schilddrüse greifen ineinander. Das erklärt, warum die Beschwerden so unterschiedlich aussehen, von Zyklusstörungen über Hautveränderungen bis zu Stimmungsschwankungen.

Metabolisch ist der eigentlich neue Fokus. Bei vielen Betroffenen arbeitet der Zuckerstoffwechsel weniger effizient, die Körperzellen sprechen schlechter auf Insulin an. Diese Insulinresistenz gilt heute als einer der zentralen Treiber der Erkrankung und erhöht langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Genau darauf will der neue Name aufmerksam machen.

Ovariell bleibt im Namen, weil die Eierstöcke und der Zyklus weiterhin betroffen sind. Sie sind aber nur ein Teil des Bildes, nicht mehr der alleinige Fokus.

Ändert sich durch den neuen Namen die Diagnose oder Behandlung?

Nein. Am medizinischen Vorgehen ändert der neue Name zunächst nichts. Die Diagnose stellt Deine Ärztin oder Dein Arzt weiterhin nach den sogenannten Rotterdam-Kriterien: Zwei von drei Merkmalen müssen vorliegen, also erhöhte Androgene, ein unregelmäßiger oder ausbleibender Zyklus oder das typische Bild vieler kleiner Follikel im Ultraschall. Diese Kriterien bleiben gültig.

Auch die Behandlung folgt weiter denselben Bausteinen wie bisher, abgestimmt auf Deine Beschwerden und Deinen Kinderwunsch. Der Unterschied liegt in der Perspektive: Der Stoffwechsel rückt bei Diagnose und Begleitung stärker in den Blick. Die vollständige Umstellung auf den neuen Namen ist als dreijährige Übergangsphase angelegt und soll mit dem Update der internationalen Leitlinie 2028 abgeschlossen sein. In Deutschland haben mehrere Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Umbenennung in einer gemeinsamen Stellungnahme begrüßt.

Wie sich die Diagnose im Detail stellt und welche Typen es gibt, liest Du in unserem Überblick zu PCOS-Symptomen und Typen sowie im großen PCOS-Guide.

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Der neue Name rückt den Stoffwechsel in den Fokus, und genau dort setzt Cycle+ an. Die Formel kombiniert Myo- und D-Chiro-Inositol mit Zink, das zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion beiträgt, sowie ausgewählten Polyphenolen. Als Unterstützung für Deinen Zyklus, ganz ohne Heilversprechen.

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Warum der Fokus auf den Stoffwechsel so wichtig ist

Der metabolische Fokus ist die wichtigste Botschaft der Umbenennung: PMOS ist nicht nur ein Zyklusthema, sondern auch ein Stoffwechselthema. Bei vielen Betroffenen liegt eine Insulinresistenz vor. Vereinfacht heißt das, der Körper muss immer mehr Insulin ausschütten, um den Blutzucker stabil zu halten. Dieser hohe Insulinspiegel regt die Eierstöcke wiederum an, mehr Androgene zu bilden, was den Zyklus und die Haut beeinflussen kann.

Das erklärt, warum sich beim Thema PMOS so vieles um Blutzucker, Ernährung und Bewegung dreht. Ein stabilerer Zuckerstoffwechsel kann helfen, diesen Kreislauf zu entlasten. Wie das im Alltag mit Ernährung und Gewicht aussieht, haben wir ausführlich beschrieben in Abnehmen mit PCOS: Was wirklich hilft. Warum erhöhte Androgene entstehen und was Du dagegen tun kannst, erklärt unser Beitrag zu Testosteron bei PCOS natürlich senken.

Nährstoffe mit Bezug zum Stoffwechsel bei PMOS

Genau an dieser Stoffwechsel-Ebene setzen auch einige gut untersuchte Mikronährstoffe an. Wichtig vorab: Nahrungsergänzung ersetzt keine ärztliche Behandlung und heilt PMOS nicht. Sie kann den Stoffwechsel und den Zyklus aber unterstützen. Hier die Wirkstoffe mit der interessantesten Datenlage, ehrlich eingeordnet.

Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol. Diese beiden körpereigenen Zuckeralkohole sind bei PMOS am besten untersucht. Sie wirken wie Botenstoffe im Insulin-Signalweg. In einer Netzwerk-Metaanalyse mit über 1.000 Frauen war die Kombination aus Myo- und D-Chiro-Inositol mit einer niedrigeren Insulinresistenz (HOMA-IR) und einer regelmäßigeren Menstruation verbunden, vergleichbar mit Metformin. Die systematische Übersichtsarbeit, die die internationale PCOS-Leitlinie 2023 mitprägte, sieht Hinweise auf einen Nutzen für Eisprung und einzelne Stoffwechselwerte, bewertet die Gesamtevidenz aber als noch begrenzt. Eine faire Einordnung: vielversprechend, aber kein Wundermittel.

Zink. Zink trägt laut EFSA zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion sowie zur Aufrechterhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei, beides Themen, die bei PMOS eine Rolle spielen. Zusätzlich schützt Zink die Zellen vor oxidativem Stress. Das sind zugelassene Aussagen für den Nährstoff, keine Heilversprechen für die Erkrankung.

Diese Wirkstoffe stecken zusammen mit sorgfältig ausgewählten Polyphenolen in unserer Cycle+ Formula, die genau auf die Zyklus- und Stoffwechsel-Ebene ausgerichtet ist. Welche Inositol-Form und welches Verhältnis sinnvoll sind, vertiefen wir in unserem Ratgeber zu Inositol bei PCOS.

Was der neue Name für Dich als Betroffene bedeutet

Für Dich ändert sich mit PMOS im Alltag erst einmal nichts Konkretes: Deine Diagnose bleibt gültig, Deine Behandlung läuft weiter. Was sich ändern kann, ist das Verständnis, das Dir begegnet. Der neue Name macht deutlich, dass Deine Beschwerden mehr sind als „ein paar Zysten“ und dass der Stoffwechsel dazugehört. Das kann helfen, Dich ernster genommen zu fühlen und die langfristige Gesundheit stärker in den Blick zu nehmen.

Praktisch heißt das vor allem, den Stoffwechsel im Auge zu behalten: regelmäßige Bewegung, eine blutzuckerfreundliche Ernährung, ausreichend Schlaf und, wenn ärztlich empfohlen, die Kontrolle von Blutzucker- und Blutfettwerten. Wenn Du unsicher bist, was für Deinen Typ sinnvoll ist, musst Du das nicht allein herausfinden.

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Fazit

Aus PCOS wird PMOS, das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom. Der neue Name korrigiert einen jahrzehntealten Irrtum: Es geht nicht in erster Linie um Zysten, sondern um ein Zusammenspiel mehrerer Hormonsysteme mit einer starken Stoffwechsel-Komponente. An Diagnose und Behandlung ändert sich zunächst nichts, die Rotterdam-Kriterien gelten weiter. Der eigentliche Gewinn liegt im Blickwinkel: Wer PMOS ernst nimmt, denkt Zyklus und Stoffwechsel zusammen und richtet die langfristige Gesundheit danach aus.

Häufige Fragen zu PMOS und dem neuen PCOS-Namen

Warum wurde PCOS umbenannt?

Der alte Name „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ stellte Zysten an den Eierstöcken in den Vordergrund. Eine Begleitstudie des internationalen Konsensus zeigte jedoch, dass keine echte Zunahme krankhafter Ovarialzysten vorliegt. Der neue Name PMOS rückt stattdessen die hormonelle und metabolische Natur der Erkrankung in den Fokus und soll Fehldiagnosen verringern.

Heißt PCOS jetzt PMOS?

Ja. Am 12. Mai 2026 wurde in einem internationalen Konsens, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet und getragen von über 50 Fachorganisationen, festgelegt, dass PCOS in PMOS umbenannt wird. Die vollständige Umstellung erfolgt über eine dreijährige Übergangsphase bis zum Leitlinien-Update 2028. Beide Begriffe meinen dieselbe Erkrankung.

Ändert sich durch den neuen Namen die Behandlung?

Nein. Die Diagnose folgt weiter den Rotterdam-Kriterien (zwei von drei Merkmalen: erhöhte Androgene, unregelmäßiger Zyklus, viele kleine Follikel im Ultraschall) und die Behandlung richtet sich wie bisher nach Deinen Beschwerden. Neu ist vor allem, dass der Stoffwechsel stärker mitgedacht wird.

Habe ich mit PMOS Zysten an den Eierstöcken?

Meist nicht im eigentlichen Sinn. Was im Ultraschall sichtbar wird, sind viele kleine, unreife Follikel, keine echten Zysten. Genau dieser Irrtum steckte im alten Namen und war ein wichtiger Grund für die Umbenennung in PMOS.

Wissenschaftliche Quellen

  • Teede HJ, Piltonen T, Dokras A, et al. (2026). Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: a multistep global consensus process. The Lancet. doi:10.1016/S0140-6736(26)00717-8
  • Endocrine Society (2026). Polyendocrine Metabolic Ovarian Syndrome: New name to improve diagnosis and care of condition affecting 170 million women worldwide. Pressemitteilung, 12. Mai 2026.
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft, DGE, DAG, DGGG (2026). Gemeinsame Stellungnahme zur internationalen Umbenennung des PCOS in PMOS.
  • Teede HJ, Tay CT, Laven J, et al. (2023). Recommendations from the 2023 international evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome. J Clin Endocrinol Metab / Fertil Steril. doi:10.1210/clinem/dgad463
  • Fitz V, Graca S, Mahalingaiah S, et al. (2024). Inositol for Polycystic Ovary Syndrome: A Systematic Review and Meta-analysis to Inform the 2023 Update of the International Evidence-based PCOS Guidelines. J Clin Endocrinol Metab, 109(6):1630-1642. doi:10.1210/clinem/dgad762
  • Facchinetti F, Orru B, Grandi G, Unfer V (2019). Short-term effects of metformin and myo-inositol in women with PCOS: a meta-analysis of RCTs. Gynecol Endocrinol. doi:10.1080/09513590.2018.1540578

Über die Autorin

Lisa Maria Emmer

Lisa Maria Emmer

Gründerin · Ärztin · Hormonic

Lisa Maria Emmer ist Mitgründerin und medizinische Leiterin bei Hormonic. Sie begleitet Frauen mit hormonellen Beschwerden tagtäglich und hat sich auf Zyklusgesundheit, PCOS und die Wechseljahre spezialisiert.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Arbeiten (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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