Eine junge Frau saß neulich in der Sprechstunde und sagte einen Satz, den ich wirklich ständig höre: „Aber ich habe doch gar keine Zysten, wieso PCOS?“ Eine berechtigte Frage. Und genau diese jahrzehntelange Verwirrung hat jetzt endlich ein Ende. Ein Ende auf das ich persönlich auch schon seit Jahren gehofft habe. PCOS hat einen neuen Namen. Wer nach dem Grund für den neuen Namen von PCOS sucht, findet die Antwort in einem Wort, das der alte Name komplett unterschlagen hat: Stoffwechsel.
Am 12. Mai 2026 wurde in einem internationalen Konsens, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet und getragen von über 50 Organisationen, festgelegt: Aus PCOS wird PMOS. Betroffen sind weltweit mehr als 170 Millionen Frauen, etwa eine von acht. In diesem Beitrag erkläre ich Dir ruhig und ohne Fachchinesisch, was sich ändert, was bleibt und warum gerade der Stoffwechsel-Fokus so viel Sinn ergibt.
PCOS neuer Name: Aus PCOS wird PMOS
Der neue Name für PCOS lautet PMOS, Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom. Die Umbenennung ist das Ergebnis eines 14 Jahre langen, internationalen Prozesses mit über 22.000 Rückmeldungen von Betroffenen, geleitet von der Endokrinologin Prof. Helena Teede. Ziel war ein Name, der die Erkrankung wissenschaftlich korrekt beschreibt, Stigmatisierung vermeidet und leicht zu kommunizieren ist.
Der Kern in einem Satz: weg vom Missverständnis „Zysten an den Eierstöcken“, hin zu dem, was die Erkrankung wirklich ausmacht, ein Zusammenspiel mehrerer Hormonsysteme mit einer deutlichen Stoffwechsel-Komponente. Die folgende Übersicht zeigt den Unterschied auf einen Blick.
| Aspekt | Alt: PCOS | Neu: PMOS |
|---|---|---|
| Was der Name betont | Zysten an den Eierstöcken | Hormonsysteme und Stoffwechsel |
| Ausgeschrieben | Polyzystisches Ovarialsyndrom | Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom |
| Diagnosekriterien | Rotterdam-Kriterien | Rotterdam-Kriterien (unverändert) |
| Langfrist-Fokus | vor allem Fruchtbarkeit | plus Insulin, Diabetes- und Herz-Kreislauf-Risiko |
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Häufige Fragen zu PMOS und dem neuen PCOS-Namen
Warum wurde PCOS umbenannt?
Heißt PCOS jetzt PMOS?
Ändert sich durch den neuen Namen die Behandlung?
Habe ich mit PMOS Zysten an den Eierstöcken?
Wissenschaftliche Quellen
- Teede HJ, Piltonen T, Dokras A, et al. (2026). Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: a multistep global consensus process. The Lancet. doi:10.1016/S0140-6736(26)00717-8
- Endocrine Society (2026). Polyendocrine Metabolic Ovarian Syndrome: New name to improve diagnosis and care of condition affecting 170 million women worldwide. Pressemitteilung, 12. Mai 2026.
- Deutsche Diabetes Gesellschaft, DGE, DAG, DGGG (2026). Gemeinsame Stellungnahme zur internationalen Umbenennung des PCOS in PMOS.
- Teede HJ, Tay CT, Laven J, et al. (2023). Recommendations from the 2023 international evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome. J Clin Endocrinol Metab / Fertil Steril. doi:10.1210/clinem/dgad463
- Fitz V, Graca S, Mahalingaiah S, et al. (2024). Inositol for Polycystic Ovary Syndrome: A Systematic Review and Meta-analysis to Inform the 2023 Update of the International Evidence-based PCOS Guidelines. J Clin Endocrinol Metab, 109(6):1630-1642. doi:10.1210/clinem/dgad762
- Facchinetti F, Orru B, Grandi G, Unfer V (2019). Short-term effects of metformin and myo-inositol in women with PCOS: a meta-analysis of RCTs. Gynecol Endocrinol. doi:10.1080/09513590.2018.1540578
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