Steife Finger am Morgen, ziehende Knie, eine Schulter, die nicht mehr mitmacht: Gelenkbeschwerden in den Wechseljahren sind häufig und werden oft falsch eingeordnet. Wir erklären, warum der Östrogenmangel die Gelenke trifft und was wirklich hilft.
Die Knie zwicken beim Treppensteigen, die Finger sind morgens steif, die Schulter lässt sich kaum heben. Und im Röntgenbild findet niemand etwas. Wenn das in der Lebensmitte beginnt, ist das selten Zufall, und es ist fast nie „nur das Alter“.
Viele Frauen erleben rund um die Perimenopause zum ersten Mal anhaltende Gelenkbeschwerden. Lange wurden diese als Verschleiß abgetan. Inzwischen zeigt die Forschung, dass der Östrogenmangel selbst eine zentrale Rolle spielt.
In einer vielbeachteten Übersichtsarbeit beschreiben Wright et al. (2024) erstmals ein eigenständiges „muskuloskelettales Syndrom der Menopause“ und ordnen Gelenkbeschwerden damit erstmals klar dem Hormonwandel zu.
Was passiert im Körper?
Östrogen ist weit mehr als ein Fortpflanzungshormon. Es wirkt direkt auf Knorpel, Sehnen, Bänder, Muskeln und Knochen, denn diese Gewebe tragen Östrogenrezeptoren. Sinkt der Östradiolspiegel, fällt ein Schutzfaktor weg, der vorher im Hintergrund mitgearbeitet hat.
- Entzündung: Östrogen dämpft entzündungsfördernde Botenstoffe. Fällt es weg, steigt die Bereitschaft zu stiller Entzündung („Inflammaging“).
- Knorpel: Östrogen beeinflusst Wasser- und Kollagenhaushalt im Knorpel und in der Gelenkflüssigkeit, was die Elastizität verändern kann.
- Muskulatur: mit sinkendem Östrogen schwinden Kraft und Muskelmasse, wodurch Gelenke schlechter stabilisiert werden.
Gelenkschmerzen in der Lebensmitte sind kein reines Verschleißproblem, sondern oft ein hormonelles Signal, das man ernst nehmen darf.
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Häufige Fragen zu Gelenkschmerzen in den Wechseljahren
Können Gelenkschmerzen ein Zeichen der Wechseljahre sein?
Was hilft am besten gegen Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?
Wie lange dauern Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?
Welche Gelenke sind in den Wechseljahren am häufigsten betroffen?
Hilft Magnesium gegen Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?
Wissenschaftliche Quellen
- Wright VJ, Schwartzman JD, Itinoche R, Wittstein J. (2024). The musculoskeletal syndrome of menopause. Climacteric, 27(5), 466-472. doi:10.1080/13697137.2024.2380363
- Chidi-Ogbolu N, Baar K. (2019). Effect of Estrogen on Musculoskeletal Performance and Injury Risk. Frontiers in Physiology, 9, 1834. doi:10.3389/fphys.2018.01834
- Capel-Alcaraz AM et al. (2023). The Efficacy of Strength Exercises for Reducing the Symptoms of Menopause: A Systematic Review. Journal of Clinical Medicine, 12(2), 548. doi:10.3390/jcm12020548
- Buckinx F, Aubertin-Leheudre M. (2022). Sarcopenia in Menopausal Women: Current Perspectives. International Journal of Women's Health, 14, 805-819. doi:10.2147/IJWH.S340537
- Martin-Millan M, Castaneda S. (2013). Estrogens, osteoarthritis and inflammation. Joint Bone Spine, 80(4), 368-373. doi:10.1016/j.jbspin.2012.11.008
- Lobo RA, Gompel A. (2022). Management of menopause: a view towards prevention. Lancet Diabetes & Endocrinology, 10(6), 457-470. doi:10.1016/S2213-8587(21)00269-2
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