Osteoporose verläuft lange still und wird oft erst nach dem ersten Knochenbruch entdeckt. Dieser Artikel erklärt, was im Körper passiert, welche Warnzeichen es gibt und wie Frauen ihren Knochen vorbeugend helfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Osteoporose ist ein übermäßiger Verlust an Knochendichte und -stabilität, der das Risiko für Brüche stark erhöht.
- Frauen sind besonders betroffen: Rund jede dritte Frau über 50 erleidet einen osteoporosebedingten Bruch.
- Der Knochenabbau beginnt schleichend ab der Lebensmitte und beschleunigt sich mit dem Östrogenabfall in den Wechseljahren.
- Frühe Zeichen wie Größenverlust oder ein Rundrücken werden oft übersehen, ein Screening gibt es nicht routinemäßig.
- Ernährung, Bewegung, Vitamin D und ein gesundes Gewicht können den Verlauf deutlich beeinflussen.
Osteoporose ist eine der Erkrankungen, die mich als Wissenschaftlerin besonders beschäftigen, weil sie so lange unsichtbar bleibt und trotzdem so viel Lebensqualität kosten kann. Umgangssprachlich heißt sie Knochenschwund, und genau das beschreibt sie: Die Knochen verlieren nach und nach an Substanz, bis sie bei einer eigentlich harmlosen Belastung brechen. Das Tückische ist, dass die meisten Betroffenen davon lange nichts spüren.
Gerade für Frauen ist das Thema wichtig, denn ihr Knochenstoffwechsel ist eng an die Hormone gekoppelt. Wenn in den Wechseljahren das schützende Östrogen absinkt, beschleunigt sich der Knochenabbau spürbar. Die gute Nachricht: Wer versteht, was im Körper passiert, kann früh und gezielt gegensteuern.
Was ist Osteoporose?
Osteoporose ist eine chronische Knochenerkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt und die innere Struktur des Knochens porös und brüchig wird. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche schon bei kleinen Belastungen oder leichten Stürzen deutlich an. Sie gehört weltweit zu den häufigsten Knochenerkrankungen: Schätzungen zufolge erleidet etwa jede dritte Frau über 50 im Laufe ihres Lebens einen osteoporosebedingten Bruch, bei Männern ist es etwa jeder fünfte. Weil sie lange ohne Beschwerden verläuft, wird Osteoporose auch als stille Krankheit bezeichnet.
Wie entsteht Osteoporose im Körper?
Unsere Knochen werden lebenslang umgebaut. Spezialisierte Zellen bauen altes Knochengewebe ab (Osteoklasten) und bilden neues (Osteoblasten), im Idealfall im Gleichgewicht. Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Aufbau, danach hält sich beides eine Weile die Waage, und mit den Jahren verschiebt sich die Bilanz zugunsten des Abbaus.
Bei Frauen beschleunigt sich dieser Prozess vor allem in den Wechseljahren, weil das schützende Östrogen stark absinkt. Auch jüngere Frauen mit ausgeprägtem Östrogenmangel können betroffen sein. Kommen Faktoren wie Bewegungsmangel, Untergewicht, eine kalzium- und vitamin-D-arme Ernährung oder die Langzeiteinnahme bestimmter Medikamente (etwa Kortison) hinzu, wird mehr Knochen abgebaut als neu gebildet. Übersteigt dieser Verlust das normale Maß, entsteht Osteoporose.
Osteoporose-Symptome: so zeigt sich der Knochenabbau
Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt oft lange unbemerkt. In den frühen Phasen verursacht sie in der Regel keine Beschwerden. Mögliche erste Hinweise wie unklare Rückenschmerzen oder ein allmählicher Verlust an Körpergröße werden oft nicht erkannt oder dem Alter zugeschrieben.
Im fortgeschrittenen Stadium werden die Folgen deutlich. Typisch sind Knochenbrüche, die schon bei geringer Belastung auftreten, besonders an Wirbelkörpern, Handgelenk und Oberschenkelhals. Wirbelbrüche können plötzlich starke Rückenschmerzen auslösen, die Körpergröße verringern und mit der Zeit zu einer nach vorn gekrümmten Haltung, dem sogenannten Rundrücken, führen.
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Häufige Fragen zu Osteoporose
Wie merkt man Osteoporose?
Ab wann kann Osteoporose auftreten?
Warum haben Frauen häufiger Osteoporose als Männer?
Kann man Osteoporose stoppen oder verlangsamen?
Wissenschaftliche Quellen
- Dachverband Osteologie (DVO) (2023). Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose.
- Compston, J. E., McClung, M. R., Leslie, W. D. (2019). Osteoporosis. The Lancet, 393(10169), 364-376. doi:10.1016/S0140-6736(18)32112-3
- Eastell, R. et al. (2019). Pharmacological Management of Osteoporosis in Postmenopausal Women (Endocrine Society Guideline). J Clin Endocrinol Metab, 104(5), 1595-1622.
- Rachner, T. D., Khosla, S., Hofbauer, L. C. (2011). Osteoporosis: now and the future. The Lancet, 377(9773), 1276-1287.
- International Osteoporosis Foundation (2021). Epidemiology of Osteoporosis (Facts & Statistics).
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012; EFSA Journal (Vitamin D, Magnesium, Zink: Beitrag zur Erhaltung normaler Knochen; Vitamin D: normale Kalziumaufnahme).
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