Kaum ein Wechseljahresthema ist so emotional aufgeladen wie die Hormontherapie. Wir ordnen nüchtern ein, was die aktuelle Forschung zu Nutzen, Risiken und dem richtigen Zeitpunkt sagt, ohne Angstmache und ohne Verharmlosung.
Kaum ein Thema in den Wechseljahren ist so aufgeladen wie die Hormontherapie. Viele Frauen tragen noch die Angst aus den frühen 2000er-Jahren in sich, während die Forschung längst ein differenzierteres Bild zeichnet. Zeit für eine nüchterne Einordnung.
2002 sorgten erste Ergebnisse der großen Women’s Health Initiative (WHI) für Schlagzeilen, und die Verordnungen brachen ein. Spätere Re-Analysen zeigten jedoch, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis stark davon abhängt, wann eine Therapie begonnen wird, in welcher Form und in welcher Dosis (Cho et al., 2023).
Was passiert im Körper?
In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Produktion von Östrogen und Progesteron nach und nach ein. Dieser Hormonabfall löst die typischen Beschwerden aus, von Hitzewallungen über Schlafstörungen bis zu Scheidentrockenheit, und beschleunigt den Knochenabbau. Eine Hormontherapie führt dem Körper diese Hormone in niedriger Dosis wieder zu und mildert so die Beschwerden an der Wurzel.
Die HRT ist weder das Schreckgespenst von 2002 noch ein risikofreies Lifestyle-Produkt. Sie ist eine medizinische Entscheidung mit klaren Abwägungen.
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Häufige Fragen zur Hormonersatztherapie
Ist eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren gefährlich?
Ab wann sollte man mit einer Hormontherapie beginnen?
Wie lange darf man eine Hormonersatztherapie machen?
Was sind die Nebenwirkungen einer Hormonersatztherapie?
Gibt es natürliche Alternativen zur Hormonersatztherapie?
Wissenschaftliche Quellen
- Cho L, Kaunitz AM, Faubion SS et al. (2023). Rethinking Menopausal Hormone Therapy: For Whom, What, When, and How Long? Circulation, 147(7), 597-610. doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.122.061559
- US Preventive Services Task Force. (2022). Hormone Therapy for the Primary Prevention of Chronic Conditions in Postmenopausal Persons: USPSTF Recommendation Statement. JAMA, 328(17), 1740-1746. doi:10.1001/jama.2022.18625
- Boardman HMP et al. (2015). Hormone therapy for preventing cardiovascular disease in post-menopausal women. Cochrane Database of Systematic Reviews, (3), CD002229. doi:10.1002/14651858.CD002229.pub4
- Hodis HN et al. (2016). Vascular Effects of Early versus Late Postmenopausal Treatment with Estradiol (ELITE). New England Journal of Medicine, 374(13), 1221-1231. doi:10.1056/NEJMoa1505241
- Manson JE et al. (2017). Menopausal Hormone Therapy and Long-term All-Cause and Cause-Specific Mortality: The Women's Health Initiative Randomized Trials. JAMA, 318(10), 927-938. doi:10.1001/jama.2017.11217
- DGGG et al. (2020). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause: Diagnostik und Interventionen. AWMF Register Nr. 015-062.
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