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Supplement-WissenJul 15, 20268 min read

Magnesium-Formen im Vergleich: Citrat, Bisglycinat, Oxid und Co.

Dieser Artikel ist Teil von: Micronutrients and Hormones: The Female Guide

Magnesiumcitrat, Bisglycinat oder Oxid? Bei Magnesium entscheidet die Form nicht über die Wirkung, aber sehr wohl darüber, wie viel überhaupt ankommt und wie gut Du es verträgst. Dieser Artikel vergleicht die wichtigsten Formen wissenschaftlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht die Form entscheidet über den Nutzen, sondern wie viel elementares Magnesium tatsächlich aufgenommen wird.
  • Magnesiumoxid enthält viel Magnesium, wird aber schlecht aufgenommen und wirkt vor allem abführend.
  • Organische Formen wie Citrat und Bisglycinat werden deutlich besser aufgenommen.
  • Bisglycinat gilt als besonders magenschonend, Citrat ist der gut verträgliche Allrounder.
  • Der gesundheitliche Nutzen ist an Magnesium gebunden, nicht an die Form, doch Studien zeigen Unterschiede in der Aufnahme und Wirksamkeit. Daher ist beim Kauf auf die Form zu achten.

Kaum ein Mineralstoff wird so oft empfohlen wie Magnesium, und kaum einer wird in so vielen Formen verkauft. Ich selber kann nicht ohne mein Magnesium, weiß als Wissenschafts- und Studien-nerd aber auch: Die Verpackung verspricht oft mehr, als die Form halten kann. Manche Formen liefern viel Magnesium auf dem Etikett, von dem aber nur wenig im Körper ankommt.

Für die Auswahl zählen am Ende drei Dinge: Wie gut wird die Form aufgenommen, wie gut vertrage ich sie, und stimmt die Dosis. Alles andere ist meist Marketing. Gehen wir die wichtigsten Formen durch.

Warum die Form beim Magnesium überhaupt zählt

Magnesium liegt in Präparaten immer als Verbindung mit einem Partner vor, etwa als Magnesiumoxid, -citrat oder -bisglycinat. Diese Verbindung entscheidet über zwei Dinge: wie viel elementares, also tatsächlich nutzbares Magnesium enthalten ist, und wie gut der Körper es aufnehmen kann. Ausgerechnet die Form mit dem höchsten Magnesiumgehalt, das Oxid, wird am schlechtesten aufgenommen. Ein hoher Wert auf dem Etikett sagt also wenig darüber aus, wie viel wirklich ankommt.

Wichtig zur Einordnung: Der gesundheitliche Nutzen von Magnesium, etwa für Nervensystem, Psyche und die Verringerung von Müdigkeit, ist an den Nährstoff Magnesium gebunden, nicht an eine bestimmte Form. Eine Form kann also besser aufnehmbar oder verträglicher sein, aber keine wirkt laut Zulassung stärker.

Form Aufnahme Verträglichkeit Am besten für
Oxid schlecht oft abführend akute Verstopfung, günstig
Citrat sehr gut mild abführend in höherer Dosis gut verträglicher Allrounder
Bisglycinat sehr gut sehr magenschonend empfindlicher Magen, höhere Dosen
Malat gut gut verträglich Alternative, wenn Citrat nicht passt
L-Threonat niedriger Mg-Gehalt gut verträglich, teuer Kognition (nicht belegt)
Sulfat (Epsom) oral stark osmotisch stark abführend Abführmittel, nicht zum Auffüllen

Magnesiumoxid: viel drin, wenig kommt an

Magnesiumoxid ist die günstigste und häufigste Form, die man günstig in der Drogerie bekommt und die mit dem höchsten Magnesiumgehalt pro Kapsel. Der Haken: Es wird sehr schlecht aufgenommen. In Studien lag die aufgenommene Menge bei nur rund vier Prozent, deutlich weniger als bei organischen Formen. Nochmal zur Wiederholung: 4% von dem was du einnimmst, kommt tatsächlich im Blutkreislauf an. Der Großteil bleibt im Darm, zieht Wasser an und wirkt dadurch abführend.

Das macht Oxid nicht wertlos, aber es erklärt, wofür es taugt: als günstiges Mittel bei Verstopfung. Um einen Mangel aufzufüllen oder Nervensystem und Muskeln zuverlässig zu versorgen, ist es die schlechteste Wahl.

Magnesiumcitrat: der gut aufnehmbare Allrounder

Magnesiumcitrat ist eine organische Verbindung und wird deutlich besser aufgenommen als Oxid. In direkten Vergleichsstudien schnitt Citrat sowohl im Blut als auch in der Ausscheidung besser ab. Es ist gut löslich, preislich fair und für die meisten Menschen eine solide Standardwahl für die tägliche Versorgung.

In höheren Dosen wirkt Citrat leicht abführend, weil es osmotisch Wasser bindet. Wer zu weichem Stuhl neigt, dosiert es lieber über den Tag verteilt, wer ohnehin zu Verstopfung neigt, empfindet das oft sogar als angenehmen Nebeneffekt.

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Magnesiumbisglycinat: sanft zum Magen

Beim Bisglycinat, auch Glycinat genannt, ist Magnesium an die Aminosäure Glycin gebunden. Diese Chelatform gilt als gut aufnehmbar und vor allem als besonders magenschonend, weshalb sie oft empfohlen wird, wenn Citrat oder Oxid auf den Darm schlagen. Die Datenlage zur überlegenen Verträglichkeit ist überwiegend aus kleineren Untersuchungen und Erfahrungswerten, plausibel, aber weniger hart belegt als der Aufnahmevorteil gegenüber Oxid.

Bisglycinat wird gern mit Schlaf und Entspannung beworben, weil Glycin beruhigend wirken soll. Hier ist Vorsicht geboten: Ein solcher Effekt ist als Gesundheitsaussage nicht belegt. Was gilt, ist der Magnesium-Nutzen selbst, nämlich der Beitrag zur normalen psychischen Funktion und zur Funktion des Nervensystems, und der ist unabhängig von der Form.

L-Threonat, Malat und Taurat: die Spezialformen

Magnesium-L-Threonat wird gezielt für Gehirn und Kognition vermarktet. Tierversuche sind interessant, die wenigen Studien am Menschen sind aber klein, kurz und teils von Herstellern finanziert. Ein belegter Nutzen für Gedächtnis oder geistige Leistung besteht bisher nicht, dazu ist der Magnesiumgehalt niedrig und der Preis hoch. Malat und Taurat sind dagegen gut verträgliche, gut aufnehmbare organische Formen, für ihre beworbenen Spezialeffekte auf Energie oder Herz-Kreislauf ist die Evidenz allerdings dünn.

Warum viele gute Präparate mehrere Formen kombinieren

In der Praxis muss man sich nicht auf eine einzige Form festlegen. Viele hochwertige Präparate kombinieren mehrere gut aufnehmbare organische Formen, etwa Bisglycinat, Malat und Citrat, in einem Komplex. Der Gedanke dahinter: Die Stärken ergänzen sich, gute Aufnahme trifft auf gute Verträglichkeit, statt sich auf die Schwächen einer einzelnen Form zu verlassen. Entscheidend bleibt, dass es sich um organische, gut resorbierbare Formen handelt und nicht um billiges Oxid.

Wichtig: Der Nutzen gilt für Magnesium, nicht für die Form

Das ist der Punkt, den Werbung gern verwischt. Die zugelassenen Aussagen zu Magnesium, etwa Beitrag zur normalen Funktion des Nervensystems, zur normalen psychischen Funktion, zur Verringerung von Müdigkeit und zur normalen Muskelfunktion, gelten für Magnesium als Nährstoff, sobald die nötige Dosis erreicht ist. Sie gelten für Citrat, Bisglycinat oder Oxid gleichermaßen. Eine Form darf also mit besserer Aufnahme oder Verträglichkeit werben, nicht aber mit stärkerer Wirkung. Das ist schade, da es tatsächlich Formen gibt, die besser wirken. Aber das weißt Du ja jetzt.

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Fazit: Citrat oder Bisglycinat für die meisten

Für die tägliche Versorgung sind Citrat und Bisglycinat die sinnvollsten Formen: gut aufnehmbar, gut verträglich, fair im Preis. Citrat ist der Allrounder, Bisglycinat die erste aber auch teurere Wahl bei empfindlichem Magen oder höheren Dosen. Oxid, was man meist günstig in der Drogerie bekommt, taugt vor allem als Abführmittel, und die teuren Spezialformen lösen ihre Versprechen bisher nicht ein.

Am wichtigsten bleibt aber: dass Du überhaupt genug Magnesium bekommst, in einer Form, die Dein Körper aufnimmt, und in einer sinnvollen Dosis. Ob Deine Beschwerden mit einem Magnesiummangel zusammenhängen, liest Du in unserem Beitrag zu Magnesiummangel bei Frauen.

Häufige Fragen zu Magnesium-Formen

Welche Magnesium-Form ist am besten?

Für die meisten Menschen sind Magnesiumcitrat und Magnesiumbisglycinat die beste Wahl, weil sie gut aufgenommen und gut vertragen werden. Citrat ist der günstige Allrounder, Bisglycinat ist besonders magenschonend. Magnesiumoxid enthält zwar viel Magnesium, wird aber schlecht aufgenommen und eignet sich eher als Abführmittel.

Ist Magnesiumoxid schlecht?

Nicht grundsätzlich, aber es wird schlecht aufgenommen: In Studien kamen nur rund vier Prozent im Körper an. Zum Auffüllen eines Mangels ist es daher wenig geeignet. Als günstiges Mittel bei Verstopfung kann Oxid dagegen sinnvoll sein, weil der nicht aufgenommene Teil abführend wirkt.

Welches Magnesium bei empfindlichem Magen?
Magnesiumbisglycinat gilt als besonders magenschonend und ist meist die beste Wahl, wenn Citrat oder Oxid zu Durchfall oder Bauchweh führen. Auch eine niedrigere Dosis über den Tag verteilt statt einer großen Menge auf einmal verbessert die Verträglichkeit.
Welches Magnesium ist am besten zum Schlafen?
Es gibt keine spezielle Schlaf-Form. Magnesium trägt allgemein zur normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen psychischen Funktion bei, und dieser Beitrag gilt für jede Form gleich. Ein besonderer Schlaf-Effekt einzelner Formen wie Bisglycinat ist wissenschaftlich nicht belegt. Wichtiger als die Form sind eine ausreichende Versorgung und gute Schlafgewohnheiten.

Wissenschaftliche Quellen

  • Firoz, M., Graber, M. (2001). Bioavailability of US commercial magnesium preparations. Magnes Res, 14(4), 257-262. PMID: 11794633
  • Walker, A. F. et al. (2003). Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnes Res, 16(3), 183-191.
  • Kappeler, D. et al. (2017). Higher bioavailability of magnesium citrate as compared to magnesium oxide. BMC Nutr, 3, 7. doi:10.1186/s40795-016-0121-3
  • Slutsky, I. et al. (2010). Enhancement of learning and memory by elevating brain magnesium. Neuron, 65(2), 165-177. PMID: 20152124
  • Verordnung (EU) Nr. 432/2012; EFSA Journal 2009;7(9):1216 und 2010;8(10):1807 (Magnesium: Nervensystem, psychische Funktion, Verringerung von Müdigkeit, Muskelfunktion, Elektrolythaushalt).

About the Author

Amelie Weiss

Amelie Weiss

Research Fellow, PhD · Hormonic

Amelie Weiss ist Research Fellow bei Hormonic und beschäftigt sich mit wissenschaftlicher Recherche rund um hormonelle Gesundheit, Mikronährstoffe und evidenzbasierte Frauengesundheit.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Studien und behördlichen Bewertungen und wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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