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ZyklusJul 10, 20267 min read

Vitamin B6 bei PMS: Wirkung, Dosierung und Hormone

Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin, das Dein Körper für den Nervenstoffwechsel und die Bildung von Botenstoffen braucht. Rund um PMS wird es viel empfohlen. Dieser Artikel zeigt, was B6 bei PMS wirklich kann, wie es auf die Hormone wirkt und welche Dosis sicher ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin B6 kann PMS-Beschwerden lindern, aber die Effekte nicht moderat.
  • B6 ist Cofaktor für Serotonin, das erklärt den möglichen Effekt auf die Stimmung.
  • Die EFSA erlaubt auf Basis der starken Datenlage die Aussage: B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei.
  • Wichtig: Die sichere Tageshöchstmenge liegt laut EFSA bei nur 12 mg, hohe Dosen können die Nerven schädigen.
  • Der Tagesbedarf von etwa 1,4 mg lässt sich meist über die Ernährung decken.

Kaum ein Nährstoff wird bei PMS so oft empfohlen wie Vitamin B6, und kaum einer wird dabei so oft überdosiert dargestellt. Als Gründerin höre ich ständig von Frauen, die sich hoch dosierte B6-Präparate kaufen, weil irgendein Beitrag „100 mg gegen PMS" versprochen hat. Deshalb möchte ich hier ehrlich einordnen: Was kann B6 wirklich, und wo ist Vorsicht angebracht?

Vitamin B6 gehört zu den B-Vitaminen und ist an über 100 enzymatischen Reaktionen beteiligt, vor allem im Eiweiß- und Nervenstoffwechsel. Für den Zyklus ist es interessant, weil es bei der Bildung von Botenstoffen wie Serotonin mitwirkt und laut EFSA zur Regulierung der Hormontätigkeit beiträgt.

Wusstest Du?

Die PMS-Studien nutzten oft 50 bis 100 mg B6 pro Tag. Die EFSA hat die sichere Tageshöchstmenge 2023 aber auf nur 12 mg gesenkt, weil dauerhaft hohe Dosen die Nerven schädigen können. Mehr ist hier also nicht besser.

Was Vitamin B6 im Körper macht

Vitamin B6 ist der Sammelname für mehrere verwandte Stoffe, die der Körper in die aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat umwandelt. In dieser Form arbeitet es als Cofaktor, also als unverzichtbarer Helfer, bei sehr vielen Enzymreaktionen. Für Frauen sind vor allem diese von der EFSA anerkannten Funktionen relevant:

Bereich Was Vitamin B6 laut EFSA beiträgt
Hormone zur Regulierung der Hormontätigkeit
Psyche zur normalen psychischen Funktion
Energie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung
Nerven zu einer normalen Funktion des Nervensystems

Gerade die erste Zeile ist bemerkenswert: Anders als bei vielen anderen Nährstoffen darf man bei Vitamin B6 seriös von einem Beitrag zur Hormontätigkeit sprechen, das ist eine offiziell zugelassene Aussage. Genau das macht B6 für den weiblichen Zyklus so interessant.

Hilft Vitamin B6 wirklich bei PMS?

Kurz gesagt: Vitamin B6 kann PMS-Beschwerden lindern, die Beweislage ist aber schwächer, als viele Werbeversprechen glauben machen. Die bekannteste Auswertung, eine Meta-Analyse von neun Studien mit 940 Frauen, fand, dass Frauen mit B6 rund doppelt so häufig von einer Besserung berichteten wie mit einem Scheinmedikament, besonders bei prämenstrueller Verstimmung (Wyatt et al., 1999).

Das klingt stark, und der Effekt ist plausibel, doch Ehrlichkeit gehört dazu: Die zugrundeliegenden Studien waren klein und methodisch schwach, und einen klaren Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung fand man nicht. B6 ist also ein möglicher, kein gesicherter PMS-Helfer. Was hinter PMS grundsätzlich steckt, liest Du in unserem Beitrag zu den Ursachen und Symptomen von PMS.

Warum B6 überhaupt auf die Stimmung wirken kann

Der spannende Teil ist das Warum. Vitamin B6 ist in seiner aktiven Form ein unverzichtbarer Cofaktor bei der Herstellung von Botenstoffen im Gehirn, allen voran Serotonin, aber auch Dopamin und GABA. Serotonin ist der Stoff, der stark mit Stimmung und Wohlbefinden zusammenhängt, und eine gestörte Serotonin-Signalübertragung in der zweiten Zyklushälfte gilt als führende Erklärung für prämenstruelle Stimmungstiefs.

Über diesen indirekten Weg, mehr Bausteine für Serotonin, wird der stimmungsstabilisierende Effekt von B6 erklärbar. Zusätzlich trägt B6 laut zugelassenen Angaben zur normalen psychischen Funktion und zur Verringerung von Müdigkeit bei, zwei Dinge, die vielen Frauen rund um die Periode fehlen.

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Wichtig: die richtige Dosis, ohne die Nerven zu belasten

Hier kommt der Punkt, den die meisten Ratgeber verschweigen. In den PMS-Studien wurden oft 50 bis 100 mg B6 pro Tag verwendet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 2023 die sichere tägliche Höchstmenge jedoch deutlich auf nur 12 mg gesenkt, weil dauerhaft hohe Dosen Nervenschäden auslösen können, spürbar als Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen (EFSA, 2023).

Das heißt nicht, dass B6 gefährlich ist, im Gegenteil, in üblichen Mengen ist es sehr sicher. Aber hohe Dosen über Monate gehören nicht in die Selbstmedikation, sondern in ärztliche Begleitung. Für den Alltag ist eine moderate, gut verträgliche Menge im Rahmen einer ausgewogenen Versorgung der klügere Weg.

B6, die Pille und der Zyklus

Ein oft übersehener Zusammenhang: Östrogenhaltige Antibabypillen können den B6-Spiegel im Körper senken. Das ist relevant, wenn Du unter PMS-ähnlichen Stimmungsschwankungen leidest oder gerade die Pille absetzt. Auch der prämenstruelle Heißhunger hängt mit der Zyklushälfte zusammen, mehr dazu findest Du im Beitrag zu Heißhunger vor der Periode.

Ein verwandtes Mineral, das bei Regelschmerzen und PMS untersucht wird, ist übrigens Zink, das oft gut mit B6 kombiniert wird.

So deckst Du Deinen B6-Bedarf

Der Tagesbedarf einer erwachsenen Frau liegt bei etwa 1,4 mg, in Schwangerschaft und Stillzeit etwas höher. Gute Quellen sind Fisch wie Lachs, Geflügel, Kichererbsen, Bananen, Walnüsse, Kartoffeln und Vollkornprodukte. Über eine abwechslungsreiche Ernährung ist der Bedarf meist gut zu decken, weshalb ein echter Mangel bei gesunden Frauen selten ist.

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Fazit

Vitamin B6 ist ein interessanter, gut verträglicher Nährstoff bei PMS: Es liefert Bausteine für Serotonin, trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit und zur normalen psychischen Funktion bei und schnitt in älteren Studien besser ab als ein Scheinmedikament. Gleichzeitig ist die Evidenz nicht so stark, wie oft behauptet, und mehr ist ausdrücklich nicht besser.

Der vernünftige Weg ist eine solide, moderate Versorgung über Ernährung und, wo sinnvoll, eine durchdachte Ergänzung im sicheren Bereich, statt hoher Dosen auf eigene Faust. Bei starkem, belastendem PMS oder Verdacht auf eine prämenstruelle dysphorische Störung gehört das ärztlich abgeklärt.

Häufige Fragen zu Vitamin B6 bei PMS

Hilft Vitamin B6 wirklich bei PMS?

Die bekannteste Auswertung von 1999 mit neun Studien und 940 Frauen fand, dass Frauen mit Vitamin B6 rund doppelt so häufig eine Besserung ihrer PMS-Symptome berichteten wie mit Placebo, besonders bei prämenstrueller Verstimmung. Der Effekt ist plausibel, weil B6 an der Bildung von Serotonin beteiligt ist. Allerdings waren die Studien klein und methodisch schwach, deshalb gilt B6 als möglicher, nicht als gesicherter Helfer.

Wie viel Vitamin B6 sollte ich bei PMS nehmen?

In Studien wurden meist 50 bis 100 mg pro Tag verwendet. Wichtig: Die EFSA hat 2023 die sichere Tageshöchstmenge auf nur 12 mg gesenkt, weil dauerhaft hohe Dosen Nervenschäden wie Kribbeln oder Taubheit auslösen können. Höhere Dosen daher nicht dauerhaft und nur mit ärztlicher Begleitung, niemals als monatelange Selbstmedikation.

Was hat Vitamin B6 mit den Hormonen zu tun?
Die EFSA erlaubt die Aussage, dass Vitamin B6 zur Regulierung der Hormontätigkeit beiträgt. Praktisch ist B6 Cofaktor für Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und GABA, die Stimmung und Zyklus mitbeeinflussen. Zusätzlich trägt B6 zur normalen psychischen Funktion und zur Verringerung von Müdigkeit bei, beides rund um die Periode für viele Frauen relevant.
Senkt die Pille meinen Vitamin-B6-Spiegel?
Östrogenhaltige Antibabypillen können den Vitamin-B6-Status senken. Das ist relevant, wenn Du unter PMS-ähnlichen Stimmungsschwankungen leidest oder gerade die Pille absetzt. Am besten deckst Du den Bedarf über eine ausgewogene Ernährung und klärst anhaltende Beschwerden ärztlich ab, statt hoch dosiert zu supplementieren.

Wissenschaftliche Quellen

  • Wyatt, K. M. et al. (1999). Efficacy of vitamin B-6 in the treatment of premenstrual syndrome: systematic review. BMJ, 318(7195), 1375-1381. doi:10.1136/bmj.318.7195.1375
  • EFSA NDA Panel (2023). Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin B6. EFSA Journal, 21(5), e08006. doi:10.2903/j.efsa.2023.8006
  • EFSA NDA Panel (2010). Scientific Opinion on health claims related to vitamin B6 (regulation of hormonal activity, psychological function). EFSA Journal, 8(10), 1759. doi:10.2903/j.efsa.2010.1759
  • Retallick-Brown, H. et al. (2020). A Pilot RCT of Vitamin B6 versus Broad-Spectrum Micronutrients for Premenstrual Syndrome. J Altern Complement Med, 26(2), 88-97. doi:10.1089/acm.2019.0305
  • Systematic review (2025). Nutritional interventions for psychological symptoms of premenstrual syndrome: a systematic review of randomised controlled trials. PMC11723155.
  • Kashanian, M. et al. (2016). Vitamin B6 for premenstrual syndrome: a systematic review and meta-analysis. (supporting evidence).

About the Author

Lee Paulina Pape

Lee Paulina Pape

Gründerin · MSc Psychologie · Hormonic

Lee ist Psychologin (MSc) und Mitgründerin von Hormonic. Als CEO macht sie hormonelle Frauengesundheit verständlich und zugänglich.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Arbeiten (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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