Wenn in den Wechseljahren plötzlich mehr Haare in der Bürste liegen und der Scheitel breiter wirkt, ist das für viele Frauen ein Schock. Dieser Artikel erklärt, warum das mit den Hormonen zusammenhängt, was Du zuerst abklären lassen solltest und was wirklich hilft, ehrlich und ohne falsche Versprechen.
Das Wichtigste in Kürze
- In den Wechseljahren fällt das Östrogen, das die Haare schützt, und androgene Einflüsse treten stärker hervor. Die Folge ist oft ein dünner werdender Scheitel.
- Bevor Du es allein den Hormonen zuschreibst, sollten Eisen, Schilddrüse und Vitamin D geprüft werden, denn diese Ursachen sind behandelbar.
- Am besten belegt ist äußerlich aufgetragenes Minoxidil. Es braucht Monate und muss dauerhaft angewendet werden.
- Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei. Biotin dagegen hilft bei Haarausfall nur bei einem echten Mangel und kann Bluttests verfälschen.
- Kein Nahrungsergänzungsmittel behandelt Haarausfall. Plötzlicher, kreisrunder oder vernarbender Haarausfall gehört rasch zur Hautärztin.
Letzte Woche habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt, da meine Mutter seit dem Beginn der Wechseljahre stark von dünner werdendem Haar plagt. Damit ist sie nicht alleine. Studien zeigen, dass über die Hälfte der Frauen nach der Menopause von dünner werdendem Haar betroffen ist. Das ist keine Einbildung und kein Grund für Scham, sondern ein hormoneller Vorgang, den man verstehen und angehen kann. Ich möchte Dir hier ehrlich erklären, was dahintersteckt, was zuerst überprüft gehört und welche Mittel wirklich etwas bringen, statt nur teuer zu sein.
Wusstest Du?
Das oft empfohlene Biotin bringt bei Haarausfall nur dann etwas, wenn ein echter, seltener Mangel besteht. Hoch dosiert kann es sogar Bluttests verfälschen, etwa den Herzinfarkt-Wert Troponin oder die Schilddrüsenwerte. Mehr Haare macht es bei normaler Versorgung nicht.
Warum die Haare in den Wechseljahren dünner werden
Der Kern ist hormonell. Über die fruchtbaren Jahre schützt das Östrogen die Haare, indem es die Wachstumsphase verlängert. In den Wechseljahren fällt der Östrogenspiegel deutlich, während die männlichen Hormone, die Androgene, relativ stärker ins Gewicht fallen. An empfindlichen Haarfollikeln führt das dazu, dass die Haare feiner werden und langsamer nachwachsen. Fachlich spricht man dann vom weiblichen Haarausfallmuster. Ehrlich bleibt aber: Der genaue Ablauf im menschlichen Haar ist noch nicht restlos geklärt, und meist wirken mehrere Ursachen zusammen.
Wichtig ist, zwei Muster zu unterscheiden, weil sie unterschiedlich verlaufen:
| Weibliches Haarausfallmuster | Diffuser Haarausfall (telogenes Effluvium) |
|---|---|
| langsam, über Monate bis Jahre | plötzlich, meist zwei bis drei Monate nach einem Auslöser |
| Ausdünnung am Scheitel, breiter werdender Mittelscheitel, Haaransatz bleibt | gleichmäßiges Ausdünnen am ganzen Kopf |
| chronisch, braucht dauerhafte Behandlung | meist reversibel, sobald der Auslöser weg ist |
Häufig überlagern sich beide: Auf dem hormonell bedingten, dünner werdenden Haar liegt zusätzlich ein diffuser Schub, etwa durch Stress, eine Diät oder einen Nährstoffmangel. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die behandelbaren Ursachen. Eine ausführliche Übersicht zu allen Formen findest Du in unserem Beitrag zu Haarausfall bei Frauen.
Was Du zuerst abklären lassen solltest
Bevor Du den Haarausfall allein den Wechseljahren zuschreibst, sollten ein paar behandelbare Ursachen ausgeschlossen werden, denn sie lassen sich oft einfach beheben. Sinnvoll ist ein Blutbild mit Eisenspeicherwert (Ferritin), den Schilddrüsenwerten und Vitamin D. Ein Eisenmangel ist gerade in der Perimenopause mit noch starken Blutungen häufig, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann diffusen Haarausfall auslösen, und auch ein deutlicher Vitamin-D-Mangel wird damit in Verbindung gebracht.
Ehrlich dazugesagt: Rund um den Eisenwert wird viel mit festen Grenzwerten hantiert, etwa Ferritin über 40 oder 70. Diese Zahlen sind aber nicht durch hochwertige Studien belegt, sondern eher Erfahrungswerte. Sinnvoll ist, einen echten Mangel auszugleichen, nicht, einem bestimmten Wunschwert hinterherzujagen. Der Punkt bleibt: erst prüfen, dann gezielt handeln.
Hormonic Base: Zink und Selen für Deine Haare
Zwei Nährstoffe, die zur Erhaltung der Haare beitragen, stecken auch in Hormonic Base: Zink und Selen. Beide sind in einer klinisch fundierten Menge enthalten. Auf Biotin-Megadosen verzichten wir bewusst, weil sie bei normaler Versorgung nichts bringen und Bluttests verfälschen können. Ärztlich entwickelt und von tausenden Frauen geliebt.
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Häufige Fragen zu Haarausfall in den Wechseljahren
Warum bekomme ich in den Wechseljahren Haarausfall?
Was hilft wirklich gegen Haarausfall in den Wechseljahren?
Hilft Biotin gegen Haarausfall?
Welche Blutwerte sollte ich bei Haarausfall prüfen lassen?
Wissenschaftliche Quellen
- Chaikittisilpa, S. et al. (2022). Prevalence of female pattern hair loss in postmenopausal women. Menopause, 29(4), 415-420. PMID: 35357365
- Carmina, E. et al. (2019). Female Pattern Hair Loss and Androgen Excess (AE-PCOS Society). J Clin Endocrinol Metab, 104(7), 2875-2891. doi:10.1210/jc.2018-02548
- Lucky, A. W. et al. (2004). A randomized, placebo-controlled trial of 5% and 2% topical minoxidil in female pattern hair loss. J Am Acad Dermatol, 50(4), 541-553.
- Kanti, V. et al. (2018). Evidence-based (S3) guideline for the treatment of androgenetic alopecia in women and men. JEADV.
- Trost, L. B., Bergfeld, W. F., Calogeras, E. (2006). Iron deficiency and its potential relationship to hair loss. J Am Acad Dermatol, 54(5), 824-844.
- Iron Deficiency and Nonscarring Alopecia in Women: Systematic Review and Meta-Analysis (2022). PMC8928181.
- Update on Biotin Therapy in Dermatology: Time for a Change. J Drugs Dermatol.
- U.S. FDA (2019). Biotin Interference with Troponin Lab Tests: Safety Communication.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012; EFSA Journal 2010;8(10):1819 (Zink, Erhaltung normaler Haare) und Selen, Erhaltung normaler Haare.
- Civas, E. et al. (2024). Selenium as a probable cause of hair loss. J Cosmet Dermatol. doi:10.1111/jocd.15902
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