Vitamin K2 gilt als das unterschätzte Partnervitamin von Vitamin D. Wenn es um die Vitamin K2 Wirkung geht, denken die meisten zuerst an die Knochen, doch das Vitamin steuert mehr: Es aktiviert Eiweiße, die Calcium an die richtige Stelle lenken, in die Knochen statt in die Gefäße. Gerade für Frauen ist das spannend, weil die Knochendichte in der Perimenopause mit sinkendem Östrogen abnimmt. In diesem Artikel ordnen wir die Vitamin K2 Wirkung ehrlich ein: was durch zugelassene Claims gedeckt ist, was in Studien noch untersucht wird und worin sich die Formen MK-4 und MK-7 unterscheiden.
Das Wichtigste in Kürze
- Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Das sind die beiden von der EFSA zugelassenen Aussagen.
- K2 (Menachinon) aktiviert Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein, zwei Eiweiße, die Calcium in den Knochen einbauen und aus den Gefäßwänden fernhalten.
- MK-7 bleibt deutlich länger im Blut verfügbar als MK-4, deshalb wird meist MK-7 eingesetzt.
- Bei postmenopausalen Frauen wurde in Studien ein günstiger Effekt auf die Knochendichte untersucht.
- Die Wirkung auf die Arterienverkalkung wird auch erforscht, die Datenlage ist aber noch dünn.
- Natto, reifer Hartkäse und fermentierte Lebensmittel sind die wichtigsten K2-Quellen.
Vitamin K2 Wirkung: Was macht das Vitamin im Körper?
Die wichtigste Vitamin K2 Wirkung lässt sich in einem Satz sagen: Vitamin K2 schaltet bestimmte Eiweiße scharf, die Calcium dorthin lenken, wo es hingehört. Am besten belegt sind zwei Rollen, die die EFSA als gesundheitsbezogene Angaben zugelassen hat: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Diese beiden Funktionen gelten als gesichert.
Dahinter steckt ein eleganter Mechanismus. Vitamin K wirkt als Helfer für ein Enzym, das bestimmte Eiweiße erst aktiviert (die sogenannte Gamma-Carboxylierung). Ohne Vitamin K bleiben diese Eiweiße inaktiv und können ihre Aufgabe nicht erfüllen. Zu ihnen gehören die Gerinnungsfaktoren in der Leber, aber eben auch Osteocalcin im Knochen und das Matrix-Gla-Protein in den Gefäßwänden. Die Vitamin K2 Wirkung auf Knochen und Gefäße ist also indirekt: K2 heilt nichts selbst, sondern versetzt diese Eiweiße in die Lage, Calcium korrekt zu verarbeiten.
Aktiviertes Osteocalcin bindet Calcium an die Knochenmatrix und unterstützt so den Einbau des Minerals in das Knochengerüst. Das aktivierte Matrix-Gla-Protein wirkt an den Gefäßwänden in die andere Richtung: Es hilft, dass sich Calcium nicht im Gewebe der Arterien ablagert. Dieser Doppeleffekt ist der Grund, warum Vitamin K2 in der Forschung so viel Aufmerksamkeit bekommt.
Vitamin K1 und Vitamin K2: Wo liegt der Unterschied?
Vitamin K ist ein Sammelbegriff. Vitamin K1 (Phyllochinon) steckt vor allem in grünem Blattgemüse und wird in der Leber bevorzugt für die Blutgerinnung genutzt. Vitamin K2 (Menachinon) entsteht durch Bakterien und in fermentierten Lebensmitteln und erreicht im Körper besser auch Gewebe außerhalb der Leber, etwa Knochen und Gefäße. Innerhalb von K2 gibt es wiederum Unterklassen, die bekanntesten sind MK-4 und MK-7.
| Merkmal | MK-4 | MK-7 |
|---|---|---|
| Herkunft | tierische Quellen, körpereigene Umwandlung, synthetisch | fermentierte Lebensmittel wie Natto, bakteriell |
| Verweildauer im Blut | kurz, nur wenige Stunden | deutlich länger, mehrere Tage |
| Bioverfügbarkeit bei Supplementen | benötigt hohe Dosierungen | schon in kleinen Mengen gut verfügbar |
| typische Einsatzform | eher in hohen Dosen in Studien | Standard in den meisten Präparaten |
Für den Alltag heißt das: Weil MK-7 länger im Blut verfügbar bleibt und schon in niedriger Dosis gut aufgenommen wird, ist es in den meisten modernen Nahrungsergänzungsmitteln die bevorzugte Form. In Studien wurde die bessere Verweildauer von MK-7 gegenüber MK-4 mehrfach beschrieben (Sato T et al., 2012).
Das mit Abstand reichste natürliche Vitamin-K2-Lebensmittel ist Natto, ein traditionelles japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen. Der charakteristische, fadenziehende Belag entsteht durch das Bakterium Bacillus subtilis natto, das während der Fermentation große Mengen MK-7 bildet. Eine einzige Portion Natto kann den Tagesbedarf an Vitamin K2 um ein Vielfaches übersteigen.
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Häufige Fragen zur Vitamin K2 Wirkung
Was bewirkt Vitamin K2 im Körper?
Was ist besser, MK-7 oder MK-4?
Sollte man Vitamin K2 zusammen mit Vitamin D einnehmen?
Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin K2?
Wissenschaftliche Quellen
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2009). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to vitamin K. EFSA Journal. doi:10.2903/j.efsa.2009.1228
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel.
- Knapen MHJ et al. (2013). Three-year low-dose menaquinone-7 supplementation helps decrease bone loss in healthy postmenopausal women. Osteoporos Int. doi:10.1007/s00198-013-2325-6
- Ma ML et al. (2022). Efficacy of vitamin K2 in the prevention and treatment of postmenopausal osteoporosis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Front Public Health. doi:10.3389/fpubh.2022.979649
- Geleijnse JM et al. (2004). Dietary intake of menaquinone is associated with a reduced risk of coronary heart disease: the Rotterdam Study. J Nutr. doi:10.1093/jn/134.11.3100
- Diederichsen ACP et al. (2022). Vitamin K2 and D in patients with aortic valve calcification: a randomized double-blinded clinical trial. Circulation. doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.121.057008
- Sato T et al. (2012). Comparison of menaquinone-4 and menaquinone-7 bioavailability in healthy women. Nutrition Journal. doi:10.1186/1475-2891-11-93
- van Ballegooijen AJ et al. (2017). The synergistic interplay between vitamins D and K for bone and cardiovascular health: a narrative review. Int J Endocrinol. doi:10.1155/2017/7454376
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