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Natürliche Vitamin K2 Quellen von oben: Natto, Hartkäse und Softgel Kapseln auf hellem Leinen
MikronährstoffeOct 2, 20268 min read

Vitamin K2 Wirkung: Knochen, Herz und was Studien zeigen

Dieser Artikel ist Teil von: Micronutrients and Hormones: The Female Guide

Vitamin K2 gilt als das unterschätzte Partnervitamin von Vitamin D. Wenn es um die Vitamin K2 Wirkung geht, denken die meisten zuerst an die Knochen, doch das Vitamin steuert mehr: Es aktiviert Eiweiße, die Calcium an die richtige Stelle lenken, in die Knochen statt in die Gefäße. Gerade für Frauen ist das spannend, weil die Knochendichte in der Perimenopause mit sinkendem Östrogen abnimmt. In diesem Artikel ordnen wir die Vitamin K2 Wirkung ehrlich ein: was durch zugelassene Claims gedeckt ist, was in Studien noch untersucht wird und worin sich die Formen MK-4 und MK-7 unterscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Das sind die beiden von der EFSA zugelassenen Aussagen.
  • K2 (Menachinon) aktiviert Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein, zwei Eiweiße, die Calcium in den Knochen einbauen und aus den Gefäßwänden fernhalten.
  • MK-7 bleibt deutlich länger im Blut verfügbar als MK-4, deshalb wird meist MK-7 eingesetzt.
  • Bei postmenopausalen Frauen wurde in Studien ein günstiger Effekt auf die Knochendichte untersucht.
  • Die Wirkung auf die Arterienverkalkung wird auch erforscht, die Datenlage ist aber noch dünn.
  • Natto, reifer Hartkäse und fermentierte Lebensmittel sind die wichtigsten K2-Quellen.

Vitamin K2 Wirkung: Was macht das Vitamin im Körper?

Die wichtigste Vitamin K2 Wirkung lässt sich in einem Satz sagen: Vitamin K2 schaltet bestimmte Eiweiße scharf, die Calcium dorthin lenken, wo es hingehört. Am besten belegt sind zwei Rollen, die die EFSA als gesundheitsbezogene Angaben zugelassen hat: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Diese beiden Funktionen gelten als gesichert.

Dahinter steckt ein eleganter Mechanismus. Vitamin K wirkt als Helfer für ein Enzym, das bestimmte Eiweiße erst aktiviert (die sogenannte Gamma-Carboxylierung). Ohne Vitamin K bleiben diese Eiweiße inaktiv und können ihre Aufgabe nicht erfüllen. Zu ihnen gehören die Gerinnungsfaktoren in der Leber, aber eben auch Osteocalcin im Knochen und das Matrix-Gla-Protein in den Gefäßwänden. Die Vitamin K2 Wirkung auf Knochen und Gefäße ist also indirekt: K2 heilt nichts selbst, sondern versetzt diese Eiweiße in die Lage, Calcium korrekt zu verarbeiten.

Aktiviertes Osteocalcin bindet Calcium an die Knochenmatrix und unterstützt so den Einbau des Minerals in das Knochengerüst. Das aktivierte Matrix-Gla-Protein wirkt an den Gefäßwänden in die andere Richtung: Es hilft, dass sich Calcium nicht im Gewebe der Arterien ablagert. Dieser Doppeleffekt ist der Grund, warum Vitamin K2 in der Forschung so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Vitamin K1 und Vitamin K2: Wo liegt der Unterschied?

Vitamin K ist ein Sammelbegriff. Vitamin K1 (Phyllochinon) steckt vor allem in grünem Blattgemüse und wird in der Leber bevorzugt für die Blutgerinnung genutzt. Vitamin K2 (Menachinon) entsteht durch Bakterien und in fermentierten Lebensmitteln und erreicht im Körper besser auch Gewebe außerhalb der Leber, etwa Knochen und Gefäße. Innerhalb von K2 gibt es wiederum Unterklassen, die bekanntesten sind MK-4 und MK-7.

Merkmal MK-4 MK-7
Herkunft tierische Quellen, körpereigene Umwandlung, synthetisch fermentierte Lebensmittel wie Natto, bakteriell
Verweildauer im Blut kurz, nur wenige Stunden deutlich länger, mehrere Tage
Bioverfügbarkeit bei Supplementen benötigt hohe Dosierungen schon in kleinen Mengen gut verfügbar
typische Einsatzform eher in hohen Dosen in Studien Standard in den meisten Präparaten

Für den Alltag heißt das: Weil MK-7 länger im Blut verfügbar bleibt und schon in niedriger Dosis gut aufgenommen wird, ist es in den meisten modernen Nahrungsergänzungsmitteln die bevorzugte Form. In Studien wurde die bessere Verweildauer von MK-7 gegenüber MK-4 mehrfach beschrieben (Sato T et al., 2012).

Wusstest Du?

Das mit Abstand reichste natürliche Vitamin-K2-Lebensmittel ist Natto, ein traditionelles japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen. Der charakteristische, fadenziehende Belag entsteht durch das Bakterium Bacillus subtilis natto, das während der Fermentation große Mengen MK-7 bildet. Eine einzige Portion Natto kann den Tagesbedarf an Vitamin K2 um ein Vielfaches übersteigen.

Vitamin K2 und Knochen: Das sagt die Studienlage

Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Diese Aussage ist von der EFSA zugelassen und damit die am besten abgesicherte Vitamin K2 Wirkung im Bereich der Knochengesundheit. Der Grund liegt im bereits beschriebenen Osteocalcin: Nur wenn genug Vitamin K vorhanden ist, kann dieses Eiweiß Calcium an die Knochenmatrix binden.

Für Frauen ist dieser Punkt besonders relevant. Mit dem Rückgang des Östrogens in der Perimenopause beschleunigt sich der Abbau von Knochensubstanz, das Risiko für Osteoporose steigt. Deshalb richtet sich ein Großteil der Forschung zu Vitamin K2 gezielt an postmenopausale Frauen.

In einer vielbeachteten randomisierten Studie nahmen 244 gesunde postmenopausale Frauen drei Jahre lang täglich 180 Mikrogramm MK-7 oder ein Placebo ein. In der MK-7-Gruppe verlangsamte sich der altersbedingte Verlust an Knochendichte an Wirbelsäule und Oberschenkelhals, und der Höhenverlust der Brustwirbel fiel geringer aus (Knapen MHJ et al., 2013). Das ist ein untersuchter Effekt, kein Heilversprechen, aber ein Hinweis, der zur zugelassenen Knochen-Aussage passt.

Auch eine zusammenfassende Auswertung stützt diese Richtung: Eine systematische Übersichtsarbeit mit 16 randomisierten Studien und über 6.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand Hinweise, dass Vitamin K2 die Knochendichte der Lendenwirbelsäule bei postmenopausalen Frauen erhalten und verbessern kann und mit einer niedrigeren Rate an Knochenbrüchen einherging (Ma ML et al., 2022). Die Studienlage ist damit vielversprechend, auch wenn Dosierungen und Formen zwischen den Studien variieren.

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Vitamin K2 und die Gefäße: Was erforscht wird

Der spannendste, aber noch nicht abschließend geklärte Teil der Vitamin K2 Wirkung betrifft die Blutgefäße. Hier spielt das Matrix-Gla-Protein die Hauptrolle: Aktiviert durch Vitamin K2 hilft es, Calciumablagerungen in den Gefäßwänden entgegenzuwirken. In einer großen Beobachtungsstudie, der Rotterdam-Studie, war eine höhere Zufuhr von Vitamin K2 über die Ernährung mit einem geringeren Risiko für Verkalkungen der Hauptschlagader und für koronare Herzkrankheit verbunden (Geleijnse JM et al., 2004).

Wichtig ist die Einordnung: Eine Beobachtungsstudie zeigt einen Zusammenhang, aber keine Ursache. In kontrollierten Studien ist das Bild bisher gemischt. Einzelne Untersuchungen deuten an, dass MK-7 das Fortschreiten von Gefäßverkalkungen verlangsamen könnte, während eine randomisierte Studie bei Patientinnen und Patienten mit verkalkter Aortenklappe keinen signifikanten Effekt von Vitamin K2 plus Vitamin D auf das Fortschreiten der Klappenverkalkung fand (Diederichsen ACP et al., 2022).

Ehrlich bleibt daher: Die Wirkung von Vitamin K2 auf Herz und Gefäße wird aktiv erforscht, sie ist noch kein gesichertes Versprechen. Über die beiden zugelassenen Aussagen zu Blutgerinnung und Knochen hinaus lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt kein weitergehender gesundheitsbezogener Nutzen behaupten.

Vitamin K2 und Vitamin D: das Team für Calcium

Vitamin K2 und Vitamin D werden in der Forschung häufig gemeinsam betrachtet, weil sie beim Calcium Hand in Hand arbeiten. Vereinfacht gesagt: Vitamin D sorgt dafür, dass mehr Calcium aus dem Darm ins Blut aufgenommen wird, und Vitamin K2 aktiviert die Eiweiße, die dieses Calcium anschließend in die Knochen lenken. Diese Zusammenarbeit der beiden fettlöslichen Vitamine ist Gegenstand mehrerer Übersichtsarbeiten (van Ballegooijen AJ et al., 2017). Mehr zu Formen, Quellen und Dosierung findest Du auf unserer Zutatenseite zu Vitamin K2.

Vitamin K2 in Lebensmitteln

Vitamin K2 entsteht vor allem durch bakterielle Fermentation, weshalb fermentierte Lebensmittel und bestimmte tierische Produkte die wichtigsten Quellen sind:

  • Natto (fermentierte Sojabohnen): mit Abstand die reichste Quelle für MK-7
  • Reifer Hartkäse wie Gouda oder Edamer sowie Weichkäse wie Brie
  • Weitere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut
  • Eigelb, Butter und Leber in kleineren Mengen

Da Natto in Deutschland kaum auf dem Speiseplan steht, nehmen viele Menschen über die Ernährung eher wenig Vitamin K2 auf. Das erklärt, warum K2 als Nahrungsergänzung so viel Interesse weckt.

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Dosierung und Einnahme von Vitamin K2

Vitamin K2 ist fettlöslich und wird am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett eingenommen, idealerweise zusammen mit Vitamin D. In Nahrungsergänzungsmitteln wird meist MK-7 verwendet, häufig in Mengen von etwa 75 bis 200 Mikrogramm pro Tag. Für MK-7 gilt die Einnahme in diesem Bereich nach aktueller Datenlage als gut verträglich.

Wichtig für die Sicherheit: Wer blutverdünnende Medikamente vom Typ der Vitamin-K-Antagonisten einnimmt (zum Beispiel Phenprocoumon oder Warfarin), sollte Vitamin K nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ergänzen, da Vitamin K die Wirkung dieser Medikamente beeinflusst.

Für wen Vitamin K2 besonders interessant ist

Vitamin K2 rückt vor allem für Frauen rund um die Wechseljahre in den Blick, wenn die Knochendichte mit dem sinkenden Östrogen abnimmt. Interessant ist es außerdem für alle, die ohnehin Vitamin D oder Calcium ergänzen und das Zusammenspiel der Nährstoffe berücksichtigen möchten, sowie für Menschen, die wenig fermentierte Lebensmittel essen. Statt K2 isoliert zu schlucken, ergibt es oft mehr Sinn, es als Teil einer durchdachten Mikronährstoff-Basis aufzunehmen.

Fazit

Die Vitamin K2 Wirkung ist kein Marketingmythos, aber sie ist differenzierter, als viele Werbebotschaften vermuten lassen. Gesichert und von der EFSA zugelassen sind zwei Aussagen: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Darüber hinaus ist die Forschung zu Knochen bei postmenopausalen Frauen vielversprechend, und die Wirkung auf die Gefäße wird spannend, aber ergebnisoffen untersucht.

Am klügsten ist deshalb der nüchterne Blick: Vitamin K2 ist ein sinnvoller Baustein, besonders im Zusammenspiel mit Vitamin D, aber kein Wundermittel. Wie K2 mit den anderen Mikronährstoffen zusammenwirkt, liest Du in unserem Guide zu Mikronährstoffen und Hormonen.

Häufige Fragen zur Vitamin K2 Wirkung

Was bewirkt Vitamin K2 im Körper?

Vitamin K2 aktiviert Eiweiße, die Calcium steuern. Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei und zur Erhaltung normaler Knochen bei, das sind die beiden zugelassenen Aussagen. Darüber hinaus aktiviert K2 Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein, zwei Eiweiße, die Calcium in die Knochen einbauen und aus den Gefäßwänden fernhalten.

Was ist besser, MK-7 oder MK-4?

Beide sind Formen von Vitamin K2. MK-7 bleibt deutlich länger im Blut verfügbar als MK-4 und wird schon in niedriger Dosis gut aufgenommen. Deshalb ist MK-7 die Form, die in den meisten modernen Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird (Sato T et al., 2012).

Sollte man Vitamin K2 zusammen mit Vitamin D einnehmen?
Vitamin D und Vitamin K2 werden in der Forschung oft als Team betrachtet: Vitamin D steigert die Calciumaufnahme aus dem Darm, während K2 die Eiweiße aktiviert, die das Calcium in die Knochen lenken. Diese Kombination wird in Studien untersucht. Beide Vitamine sind fettlöslich und werden am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett eingenommen.
Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin K2?
Die reichste natürliche Quelle ist Natto aus fermentierten Sojabohnen. Nennenswerte Mengen stecken außerdem in reifem Hartkäse wie Gouda, in anderen fermentierten Lebensmitteln, in Eigelb und in Leber. Über eine typische westliche Ernährung wird vergleichsweise wenig Vitamin K2 aufgenommen, weil Natto hierzulande kaum gegessen wird.

Wissenschaftliche Quellen

  • EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2009). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to vitamin K. EFSA Journal. doi:10.2903/j.efsa.2009.1228
  • Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel.
  • Knapen MHJ et al. (2013). Three-year low-dose menaquinone-7 supplementation helps decrease bone loss in healthy postmenopausal women. Osteoporos Int. doi:10.1007/s00198-013-2325-6
  • Ma ML et al. (2022). Efficacy of vitamin K2 in the prevention and treatment of postmenopausal osteoporosis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Front Public Health. doi:10.3389/fpubh.2022.979649
  • Geleijnse JM et al. (2004). Dietary intake of menaquinone is associated with a reduced risk of coronary heart disease: the Rotterdam Study. J Nutr. doi:10.1093/jn/134.11.3100
  • Diederichsen ACP et al. (2022). Vitamin K2 and D in patients with aortic valve calcification: a randomized double-blinded clinical trial. Circulation. doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.121.057008
  • Sato T et al. (2012). Comparison of menaquinone-4 and menaquinone-7 bioavailability in healthy women. Nutrition Journal. doi:10.1186/1475-2891-11-93
  • van Ballegooijen AJ et al. (2017). The synergistic interplay between vitamins D and K for bone and cardiovascular health: a narrative review. Int J Endocrinol. doi:10.1155/2017/7454376

About the Author

Amelie Weiss

Amelie Weiss

Research Fellow, PhD · Hormonic

Amelie Weiss ist Research Fellow bei Hormonic und beschäftigt sich mit wissenschaftlicher Recherche rund um hormonelle Gesundheit, Mikronährstoffe und evidenzbasierte Frauengesundheit.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Arbeiten (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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