Viele Frauen bemerken um die 40 herum körperliche Veränderungen: Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen. Und dann kommt die Frage: Sind das schon die Wechseljahre? Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Perimenopause und Menopause? Dieser Artikel erklärt Dir verständlich, was in beiden Phasen im Körper passiert, welche Hormone dahinterstecken und wie Du sicher zwischen ihnen unterscheidest.
Wechseljahre
Viele Frauen bemerken um die 40 herum körperliche Veränderungen: Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen. Und dann kommt die Frage: Sind das schon die Wechseljahre? Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Perimenopause und Menopause?
Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt, meinen aber Verschiedenes. Dieser Artikel erklärt Dir verständlich, was in beiden Phasen im Körper passiert, welche Hormone dahinterstecken und wie Du sicher zwischen ihnen unterscheidest. Einen breiteren Gesamtüberblick findest Du in unserem kompletten Guide zu den Wechseljahren.
Kurz erklärt
Perimenopause: die Übergangsphase vor der letzten Periode, mit schwankenden Hormonen und unregelmäßigen Zyklen.
Menopause: der Zeitpunkt der letzten Periode, gesichert erst rückblickend nach 12 Monaten ohne Blutung.
Postmenopause: die Zeit danach, in der der Östrogenspiegel dauerhaft niedrig bleibt.
Was ist die Perimenopause?
Die Perimenopause ist die Phase vor der eigentlichen Menopause. Sie beginnt bei vielen Frauen zwischen Ende 30 und Mitte 40 und kann sich über mehrere Jahre ziehen. Kennzeichnend ist, dass die weiblichen Sexualhormone stark schwanken. Zu Beginn lässt die Östrogenproduktion der Eierstöcke allmählich nach, was zum häufigsten ersten Anzeichen führt: unregelmäßigen Zyklen. Typisch sind mal kürzere, mal längere Abstände und mal stärkere, mal schwächere Blutungen. Auch Zwischenblutungen sind nicht ungewöhnlich.
Hormonell geht es in dieser Phase auf und ab. Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) schüttet vermehrt FSH aus, weil das bremsende Ovarhormon Inhibin B sinkt. Gleichzeitig reagieren die Eierstöcke immer weniger empfindlich auf FSH und LH. Kurzfristig kann der Östrogenspiegel dabei sogar hoch bleiben, während Progesteron früher fällt, weil seltener ein Eisprung stattfindet. Dieses relative Übergewicht von Östrogen gegenüber Progesteron erklärt Beschwerden, die an ein starkes PMS erinnern, sowie zeitweise stärkere Blutungen.
Was ist die Menopause?
Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten natürlichen Regelblutung. Medizinisch gilt sie als erreicht, wenn 12 Monate in Folge keine Blutung mehr aufgetreten ist. Sie ist also ein einzelner Punkt in der Zeit, der sich erst rückblickend sicher bestimmen lässt. Danach beginnt die Postmenopause. Im Durchschnitt liegt die Menopause bei Frauen um das 51. Lebensjahr, mit einer großen individuellen Bandbreite. Tritt sie vor dem 40. Lebensjahr ein, spricht man von einer vorzeitigen Menopause (primäre Ovarialinsuffizienz), die ärztlich abgeklärt werden sollte.
In der Menopause haben die Eierstöcke ihre Hormonproduktion weitgehend eingestellt. Der Eisprung bleibt aus, weshalb eine natürliche Schwangerschaft danach nicht mehr möglich ist. Östrogen und Progesteron sinken dauerhaft auf ein niedriges Niveau, während FSH und LH mangels Rückkopplung dauerhaft hoch bleiben. Die Hormonachterbahn der Perimenopause endet damit, der niedrige Östrogenspiegel bleibt aber bestehen.
Perimenopause vs. Menopause: der direkte Vergleich
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Merkmal | Perimenopause | Menopause und Postmenopause |
|---|---|---|
| Definition | Übergangsphase mit schwankenden Hormonen | Zeitpunkt der letzten Periode, gesichert nach 12 Monaten ohne Blutung |
| Typisches Alter | Beginn oft Ende 30 bis Mitte 40 | Im Schnitt um das 51. Lebensjahr |
| Menstruation | Unregelmäßig: mal kürzer, mal länger, mal stärker, mal schwächer | Bleibt dauerhaft aus |
| Hormonwerte | Stark schwankend: FSH steigt tendenziell, Östrogen mal hoch mal niedrig, Progesteron oft niedrig | Östrogen dauerhaft niedrig, FSH und LH dauerhaft hoch |
| Eisprung | Noch möglich, viele Zyklen verlaufen mit Eisprung | Findet nicht mehr statt |
| Fruchtbarkeit | Eingeschränkt, aber Schwangerschaft noch möglich | Natürliche Schwangerschaft nicht mehr möglich |
| Symptomdynamik | Wechselhaft, oft PMS-artig, Hitzewallungen können beginnen | Schwankungen enden, manche Beschwerden bleiben, urogenitale Symptome nehmen zu |
| Diagnose | Klinisch anhand des Zyklusmusters, Einzelblutwerte wenig aussagekräftig | Rückblickend nach 12 Monaten ohne Blutung |
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Häufige Fragen zu Perimenopause und Menopause
Was ist der Unterschied zwischen Perimenopause und Menopause?
Wie lange dauert die Perimenopause?
Woran erkenne ich, ob ich in der Perimenopause oder schon in der Menopause bin?
Kann ich in der Perimenopause noch schwanger werden?
Ab wann ist die Menopause sicher festgestellt?
Wissenschaftliche Quellen
- Harlow SD, Gass M, Hall JE, et al. (2012). Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop plus 10 (STRAW plus 10). Menopause, 19(4), 387 bis 395. doi:10.1097/gme.0b013e31824d8f40
- Santoro N, Roeca C, Peters BA, Neal-Perry G. (2021). The Menopause Transition: Signs, Symptoms, and Management Options. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 106(1), 1 bis 15. doi:10.1210/clinem/dgaa764
- Santoro N. (2016). Perimenopause: From Research to Practice. Journal of Women's Health, 25(4), 332 bis 339. doi:10.1089/jwh.2015.5556
- Avis NE, Crawford SL, Greendale G, et al. (2015). Duration of Menopausal Vasomotor Symptoms Over the Menopause Transition. JAMA Internal Medicine, 175(4), 531 bis 539. doi:10.1001/jamainternmed.2014.8063
- DGGG, AWMF (2020). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause: Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015-062.









