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Blutröhrchen auf Leinen als Symbol für die PCOS Diagnose und Blutwerte
PCOSAug 12, 20268 min read

PCOS Diagnose: Wie PCOS festgestellt wird

Dieser Artikel ist Teil von: PCOS: The Guide to Causes, Symptoms, and Treatment

In meiner Sprechstunde sitzt mir oft eine Frau gegenüber, die seit Jahren mit unregelmäßigen Zyklen, Hautproblemen und dem leisen Gefühl lebt, dass irgendetwas nicht stimmt. Eine von ihnen, nennen wir sie Mara, hatte vor ihrem ersten klaren Befund drei Ärztinnen gesehen und immer wieder nur die Pille verschrieben bekommen, ohne dass jemand ihre Werte im Zusammenhang gelesen hätte. Als wir ihre PCOS Diagnose endlich strukturiert angingen, stellte sie mir die Frage, die mir fast alle stellen: Wie wird PCOS eigentlich festgestellt, und warum hat das so lange gedauert?

Die kurze Antwort: PCOS wird nicht über einen einzigen Wert bewiesen, sondern über die Rotterdam-Kriterien, also mindestens zwei von drei Merkmalen, kombiniert mit dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Genau dieses Vorgehen schauen wir uns jetzt Schritt für Schritt an, damit Du gut vorbereitet in Deinen eigenen Termin gehst.

Wie wird PCOS diagnostiziert?

PCOS wird anhand der Rotterdam-Kriterien diagnostiziert: Mindestens zwei von drei Merkmalen müssen vorliegen, und andere Ursachen mit ähnlichen Symptomen müssen ausgeschlossen sein. Die drei Merkmale sind eine Zyklusstörung, ein Hyperandrogenismus und eine polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall oder, seit 2023, ein erhöhter AMH-Wert.

Rotterdam-Kriterium Was es bedeutet Wie es festgestellt wird
Zyklusstörung (Oligo- oder Anovulation) Seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge Zyklusanamnese, ausbleibende oder unregelmäßige Blutungen
Hyperandrogenismus Zu viele männliche Hormone, klinisch oder im Labor Sichtbare Zeichen wie Akne oder Hirsutismus und/oder erhöhte Androgen-Blutwerte
Polyzystische Ovarien oder erhöhtes AMH Viele kleine Follikel im Eierstock, seit 2023 alternativ ein hoher AMH-Wert Transvaginaler Ultraschall (über 20 Follikel je Eierstock) oder AMH bei Erwachsenen

Liegen bereits eine Zyklusstörung und ein Hyperandrogenismus vor, sind Ultraschall oder AMH für die Diagnose nicht mehr zwingend nötig. In den folgenden Abschnitten gehen wir jeden dieser Bausteine im Detail durch, von den Blutwerten über den Ultraschall bis zum Ausschluss anderer Ursachen.

Die drei Rotterdam-Kriterien im Detail

PCOS betrifft etwa 10 bis 13 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter, also ungefähr jede Achte (WHO, 2025), und ist damit die häufigste hormonelle Störung in dieser Lebensphase. Die Diagnose stützt sich auf drei mögliche Merkmale, von denen mindestens zwei vorliegen müssen. Jedes einzelne für sich beweist noch nichts, erst die Kombination ergibt ein stimmiges Bild.

Das erste Kriterium ist die Zyklusstörung, also seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge (Oligo- oder Anovulation). In der Praxis heißt das oft: sehr lange oder sehr kurze Zyklen, Blutungen, die Monate ausbleiben, oder ein Zyklus, der sich nie richtig einpendelt. Wenn Du wissen möchtest, was hinter ausbleibenden Blutungen stecken kann, findest Du mehr dazu in unserem Beitrag Periode bleibt aus: Ursachen und was hilft.

Das zweite Kriterium ist der Hyperandrogenismus, ein Zuviel an männlichen Hormonen. Er zählt klinisch (sichtbar an Symptomen wie Akne, vermehrter Körperbehaarung im Sinne eines Hirsutismus oder Haarausfall am Kopf) oder biochemisch, also gemessen im Blut. Beides ist gültig, und häufig liegt beides zusammen vor. Wie Du erhöhte Androgene erkennst und einordnest, vertiefen wir in Testosteron bei PCOS natürlich senken.

Das dritte Kriterium ist die polyzystische Ovarmorphologie, also viele kleine Follikel oder vergrößerte Eierstöcke im Ultraschall. Neu seit der internationalen Leitlinie 2023: Bei erwachsenen Frauen kann anstelle des Ultraschalls ein erhöhter AMH-Wert dieses Kriterium erfüllen. Und wenn bereits eine Zyklusstörung und ein Hyperandrogenismus vorliegen, sind Ultraschall oder AMH für die Diagnose gar nicht mehr zwingend nötig.

Der Name führt übrigens in die Irre: Die vielen Follikel sind keine echten Zysten, und nicht jede Frau mit PCOS hat sie. Deshalb ist die Bezeichnung „polyzystisches Ovarsyndrom" streng genommen ungenau, das Syndrom ist mehr als ein Ultraschallbefund.

Welche Blutwerte werden bei PCOS bestimmt?

Es gibt keinen einzelnen PCOS-Bluttest. Stattdessen wird ein Panel bestimmt, das zwei Aufgaben erfüllt: die Androgenlage einordnen und gleichzeitig andere Ursachen ausschließen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Werte typischerweise gemessen werden und was sie einordnen.

  • Gesamt- und freies Testosteron, freier Androgenindex: wichtigster Laborbaustein des Hyperandrogenismus, misst die Androgenlage.
  • DHEAS und Androstendion: weitere Androgene, die Hinweise auf die Nebenniere als mögliche Quelle geben.
  • LH und FSH: die LH/FSH-Ratio galt früher als Hinweis, ist heute aber nicht mehr diagnostisch entscheidend.
  • AMH (Anti-Müller-Hormon): Marker für die Zahl der Follikel, kann bei Erwachsenen den Ultraschall ersetzen.
  • TSH, Prolaktin und 17-OH-Progesteron: dienen dem Ausschluss von Schilddrüse, Prolaktinüberschuss und adrenaler Hyperplasie.
  • Nüchternglukose, oGTT und HbA1c: klären eine mögliche Insulinresistenz und den Blutzucker ab.

Wichtig ist der Zeitpunkt: Wenn Du blutest, werden die Hormone idealerweise früh im Zyklus abgenommen, meist zwischen Tag 2 und 5. Nimmst Du die Pille, verändert sie viele dieser Werte, deshalb wird sie für eine saubere Abklärung oft einige Wochen vorher abgesetzt. Ein einzelner erhöhter oder normaler Wert entscheidet nie allein, die Ärztin liest die Werte immer im Zusammenhang mit Deinen Symptomen.

Ultraschall und AMH: was die Bilder zeigen

Der transvaginale Ultraschall macht viele kleine Follikel und ein vergrößertes Eierstockvolumen sichtbar. Seit 2023 gilt bei moderner Technik eine höhere Schwelle als früher.

Konkret spricht die internationale Leitlinie von einer polyzystischen Ovarmorphologie ab etwa 20 Follikeln pro Eierstock (bei einem hochauflösenden Schallkopf mit mindestens 8 MHz) oder einem Eierstockvolumen ab rund 10 Millilitern. Die deutsche S2k-Leitlinie von 2025 nennt ebenfalls die Schwelle von mehr als 20 Follikeln je Eierstock mit einer Größe von 2 bis 9 Millimetern. Die höhere Zahl verhindert, dass gesunde Eierstöcke fälschlich als polyzystisch eingestuft werden.

Ein auffälliger Ultraschall allein ist aber keine Diagnose: Viele kleine Follikel kommen auch bei völlig gesunden Frauen vor. Umgekehrt schließt ein unauffälliger Ultraschall PCOS nicht aus, wenn die anderen Kriterien erfüllt sind. Genau deshalb ist der AMH-Wert als Alternative interessant, denn er korreliert eng mit der Follikelzahl. In einer Meta-Analyse zur diagnostischen Genauigkeit erreichte AMH bei erwachsenen Frauen eine Sensitivität von rund 79 Prozent und eine Spezifität von rund 87 Prozent (van der Ham et al., 2024). Er ist allerdings kein Schnelltest, den man isoliert bewertet, sondern nur ein Baustein im diagnostischen Algorithmus.

Warum PCOS eine Ausschlussdiagnose ist

PCOS wird erst dann diagnostiziert, wenn andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen sind. Das ist kein bürokratischer Zusatzschritt, sondern der Kern einer sauberen Diagnose.

Unregelmäßige Zyklen, Akne oder vermehrte Behaarung können nämlich auch andere Ursachen haben. Deshalb gehören zur Abklärung mindestens der TSH-Wert (Schilddrüse), das Prolaktin (ein erhöhter Prolaktinspiegel stört den Zyklus) und das 17-OH-Progesteron, das eine sogenannte late-onset adrenale Hyperplasie aufdecken kann, eine angeborene Störung der Nebenniere, die PCOS täuschend ähnlich sieht. Bei sehr hohen Androgenwerten oder rasch fortschreitenden Symptomen wird zusätzlich an ein Cushing-Syndrom oder seltene androgenproduzierende Tumoren gedacht.

Wie eng Schilddrüse und Zyklus zusammenhängen, liest Du in unserem Beitrag Schilddrüse und Zyklus. Erst wenn diese Alternativen vom Tisch sind und mindestens zwei Rotterdam-Kriterien erfüllt bleiben, steht die Diagnose PCOS wirklich sicher.

Cycle+ Formula: Unterstützung bei Insulin und Androgenen

Bei PCOS hängen Insulin und Androgene eng zusammen, und genau hier setzt Cycle+ an. Die Formula kombiniert Myo- und D-Chiro-Inositol mit Zink: In Studien wurde beobachtet, dass Inositol die Insulinempfindlichkeit und die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Zyklus unterstützen kann (Greff et al., 2023), auch wenn die Gesamtevidenz noch begrenzt ist (Fitz et al., 2024). Zink trägt laut EFSA zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion sowie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Entwickelt als Ergänzung zu Deiner ärztlichen Abklärung, nicht als Ersatz.

Mehr erfahren

Insulinresistenz mit abklären

Viele Frauen mit PCOS haben eine Insulinresistenz, und die internationale Leitlinie empfiehlt, den Blutzucker früh mitzudenken. Bei erhöhtem Körpergewicht wird ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) empfohlen, sonst reichen oft Nüchternglukose und der Langzeitwert HbA1c.

Der Grund liegt in einem Kreislauf, der sich selbst verstärkt: Ist zu viel Insulin im Blut, regt das die Eierstöcke an, mehr Androgene zu bilden, und es senkt zugleich das Bindungsprotein SHBG, sodass mehr freies Testosteron wirksam wird. Die erhöhten Androgene wiederum stören den Eisprung, was die Zyklusstörung erklärt. So schließt sich der Bogen: Insulin, Androgene und Anovulation hängen mechanistisch zusammen, weshalb der Blutzucker schon bei der Diagnose eine Rolle spielt und nicht erst später.

Wichtig zu wissen: Eine Insulinresistenz betrifft nicht nur Frauen mit höherem Gewicht. Auch schlanke Frauen mit PCOS können betroffen sein, weshalb der Blutzucker unabhängig vom Body-Mass-Index einen Blick wert ist. Mehr dazu in unserem Beitrag Insulinresistenz bei Frauen.

Besonderheiten bei Jugendlichen

Bei Jugendlichen gelten strengere Regeln: Hier zählen nur die ersten beiden Kriterien, Zyklusstörung und Hyperandrogenismus, und beide müssen gemeinsam vorliegen. Ultraschall und AMH werden zur Diagnose ausdrücklich nicht empfohlen.

Das hat einen guten Grund. In den ersten Jahren nach der ersten Regelblutung sind unregelmäßige Zyklen oft völlig normal, und multifollikuläre Eierstöcke sind in diesem Alter sehr häufig, ohne dass eine Erkrankung dahintersteckt. Ein Ultraschall würde in der Adoleszenz also viele gesunde Mädchen fälschlich als auffällig einstufen. Auch als Bluttest ist AMH bei Jugendlichen deutlich weniger treffsicher als bei Erwachsenen (van der Ham et al., 2024), weshalb er in dieser Altersgruppe nicht zur Diagnose herangezogen wird. Deshalb wird bei unklarem Bild eher abgewartet und neu bewertet, statt vorschnell ein Etikett zu vergeben.

Was nach der Diagnose hilft

Die Diagnose ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt. Sobald klar ist, dass PCOS vorliegt, geht es um einen individuellen Plan aus Lebensstil, Zyklusschutz und, wo sinnvoll, gezielter Ergänzung. Die Basis bilden immer Bewegung, blutzuckerfreundliches Essen und guter Schlaf, weil sie direkt an der Insulinsensitivität ansetzen.

Unter den ergänzenden Wirkstoffen ist Inositol am besten untersucht. Es wirkt als sogenannter Insulin-Sensitizer und setzt damit genau an dem Kreislauf aus Insulin und Androgenen an, der bei PCOS eine zentrale Rolle spielt. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von 26 RCTs mit 1.691 Frauen beobachtete, dass Inositol die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Zyklus um den Faktor 1,79 gegenüber Placebo erhöhen kann (Greff et al., 2023). Zugleich ordnet die große, für die Leitlinie 2023 erstellte Auswertung die Gesamtevidenz vorsichtig ein und bezeichnet sie als noch begrenzt (Fitz et al., 2024). Die Studien deuten also in eine ermutigende Richtung, ohne ein Versprechen zu sein. Wie Inositol im Detail wirkt, liest Du in Myo-Inositol bei PCOS: Wirkung, Studien und Dosierung.

Auch Zink ist ein Thema. In Studien mit Frauen mit PCOS wurde eine Zink-Ergänzung untersucht: Eine randomisiert-kontrollierte Studie beobachtete günstige Effekte auf androgenbezogene Hautsymptome wie vermehrte Behaarung (Jamilian et al., 2016), und eine aktuelle Meta-Analyse beobachtete eine Verbesserung von Stoffwechselmarkern, darunter der Nüchternglukose (Taslim et al., 2024). Die Evidenz ist noch begrenzt und ersetzt keine Behandlung. Für den Nährstoff selbst gelten die zugelassenen EFSA-Angaben: Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion sowie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Unsere Cycle+ Formula kombiniert Myo- und D-Chiro-Inositol mit Zink und ausgewählten Polyphenolen, entwickelt als Ergänzung für Frauen mit Zyklusthemen. Sie ersetzt keine ärztliche Behandlung, kann Deine Basis aber sinnvoll begleiten.

Wann Du zur Ärztin gehst

Ein Termin lohnt sich, wenn Dein Zyklus dauerhaft unregelmäßig ist, die Blutung immer wieder ausbleibt, Du unter Akne, vermehrter Behaarung oder Haarausfall leidest oder wenn ein Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht. Auch wenn Du das Gefühl hast, dass Deine Symptome bisher nie im Zusammenhang betrachtet wurden, ist das ein guter Anlass, gezielt nach einer strukturierten Abklärung zu fragen.

Je besser Du vorbereitet bist, desto zielgerichteter wird das Gespräch. Hilfreich ist es, wenn Du folgende Dinge mitbringst:

  • Eine Übersicht Deiner Zykluslängen und ausbleibenden Blutungen, gern aus einer Zyklus-App.
  • Vorhandene Laborwerte, Ultraschallbefunde und eine Liste Deiner Medikamente oder Verhütung.
  • Deine wichtigste Frage, die Du nach dem Termin klarer beantwortet haben möchtest, etwa Kinderwunsch, Haut oder Stoffwechsel.

Einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlung findest Du in unserem großen PCOS-Guide, und welche Beschwerden sich hinter den verschiedenen Ausprägungen verbergen, zeigt PCOS Symptome verstehen: die 4 PCOS-Typen.

Unsicher, ob hinter Deinen Symptomen PCOS steckt?

Du musst das nicht allein sortieren. In einem kostenlosen 15-minütigen Videogespräch kannst Du einer unserer Ärztinnen all Deine Fragen stellen, ganz unverbindlich. Bequem von zu Hause aus, ganz ohne lästige Wartezeiten.

Zum kostenlosen Gespräch

Fazit

PCOS festzustellen bedeutet nicht, einen einzelnen Wert zu finden, sondern ein Muster zu lesen. Die Rotterdam-Kriterien verlangen mindestens zwei von drei Merkmalen: Zyklusstörung, Hyperandrogenismus und polyzystische Ovarien oder, seit 2023, ein erhöhter AMH-Wert. Dazu kommt der Ausschluss anderer Ursachen wie Schilddrüse, Prolaktin oder adrenaler Hyperplasie.

Wenn Du seit Jahren das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, ist das kein Grund zur Panik, sondern ein Anlass für eine strukturierte Abklärung. Mit den richtigen Fragen und guter Vorbereitung wird aus einem vagen Verdacht ein klarer Befund, und aus dem Befund ein Plan, der zu Dir passt.

Häufige Fragen zur PCOS Diagnose

Welche Blutwerte zeigen PCOS an?

Es gibt keinen einzelnen Wert, der PCOS beweist. Bestimmt werden vor allem die Androgene, also Gesamt- und freies Testosteron, der freie Androgenindex und oft DHEAS sowie Androstendion. Erhöhte Androgene stützen das Kriterium des Hyperandrogenismus. Zusätzlich werden AMH sowie zum Ausschluss anderer Ursachen TSH, Prolaktin und 17-OH-Progesteron gemessen. Erst das Zusammenspiel dieser Werte mit Deinen Symptomen ergibt die Diagnose.

Kann man PCOS im Ultraschall sehen?

Der Ultraschall kann viele kleine Follikel und vergrößerte Eierstöcke zeigen, ab etwa 20 Follikeln pro Eierstock spricht man von einer polyzystischen Ovarmorphologie. Das allein ist aber keine Diagnose, denn solche Bilder kommen auch bei gesunden Frauen vor. Umgekehrt schließt ein unauffälliger Ultraschall PCOS nicht aus, wenn die anderen Kriterien erfüllt sind. Bei Erwachsenen kann seit 2023 ein erhöhter AMH-Wert den Ultraschall ersetzen.

Wie sicher ist die PCOS-Diagnose?
Die PCOS-Diagnose gilt als sicher, wenn mindestens zwei der drei Rotterdam-Kriterien erfüllt sind und andere Ursachen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen wurden. Genau dieser Ausschluss macht die Diagnose belastbar. Ein einzelner Befund reicht nie, entscheidend ist das stimmige Gesamtbild aus Zyklus, Androgenen, Ultraschall oder AMH und den Ausschlusswerten.
Kann PCOS trotz normaler Blutwerte vorliegen?
Ja, das ist möglich. Nach den Rotterdam-Kriterien genügen zwei von drei Merkmalen. Liegen zum Beispiel eine Zyklusstörung und ein auffälliger Ultraschall oder AMH-Wert vor, kann PCOS auch dann bestehen, wenn die Androgene im Blut normal sind. Umgekehrt gilt: Normale Blutwerte schließen PCOS nicht automatisch aus. Deshalb betrachtet die Ärztin immer das gesamte Bild und nicht nur einen einzelnen Laborwert.

Wissenschaftliche Quellen

  • Teede HJ et al. (2023). Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome. J Clin Endocrinol Metab. 108(10):2447-2469. doi:10.1210/clinem/dgad463
  • Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (2025). S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS). AWMF-Register-Nr. 089-004.
  • Gibson-Helm M et al. (2017). Delayed Diagnosis and a Lack of Information Associated With Dissatisfaction in Women With Polycystic Ovary Syndrome. J Clin Endocrinol Metab. 102(2):604-612. doi:10.1210/jc.2016-2963
  • Greff D et al. (2023). Inositol is an effective and safe treatment in polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Reprod Biol Endocrinol. 21:10. doi:10.1186/s12958-023-01055-z
  • Fitz V et al. (2024). Inositol for Polycystic Ovary Syndrome: A Systematic Review and Meta-analysis to Inform the 2023 Update of the International Evidence-based PCOS Guidelines. J Clin Endocrinol Metab. 109(6):1630-1655. doi:10.1210/clinem/dgad762
  • World Health Organization (2025). Polycystic ovary syndrome. WHO Fact Sheet. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/polycystic-ovary-syndrome
  • van der Ham K et al. (2024). Anti-Müllerian hormone as a diagnostic biomarker for polycystic ovary syndrome and polycystic ovarian morphology: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 122(4):727-739. doi:10.1016/j.fertnstert.2024.05.163
  • Jamilian M et al. (2016). Effects of Zinc Supplementation on Endocrine Outcomes in Women with Polycystic Ovary Syndrome: a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Biol Trace Elem Res. 170(2):271-278. doi:10.1007/s12011-015-0480-7
  • Taslim NA et al. (2024). The Effect of Zinc Supplementation on Endocrine Parameters and Hormonal Profiles in Women Diagnosed With Polycystic Ovary Syndrome: A Systematic Review and Meta-Analysis. Curr Dev Nutr. doi:10.1016/j.cdnut.2024.103758

About the Author

Lisa Maria Emmer

Lisa Maria Emmer

Gründerin · Ärztin · Hormonic

Lisa Maria Emmer ist Mitgründerin und medizinische Leiterin bei Hormonic. Sie begleitet Frauen mit hormonellen Beschwerden tagtäglich und hat sich auf Zyklusgesundheit, PCOS und die Wechseljahre spezialisiert.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Arbeiten (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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