Unreine Haut am Kinn, dunkle Härchen an Oberlippe oder Bauch, dünner werdendes Haar am Scheitel: Hinter diesen Beschwerden stecken bei Frauen oft Androgene, also männliche Hormone, die jede Frau in kleinen Mengen produziert. Auf Social Media kursieren dazu lange Listen angeblicher „natürlicher Antiandrogene“. Als Ärztin sage ich Dir: Ein paar dieser Pflanzenstoffe haben tatsächlich Studien hinter sich. Die meisten nicht. In diesem Artikel trenne ich beides sauber und erkläre Dir, was pflanzliche Antiandrogene realistisch leisten können und wo ihre Grenzen liegen.
Was Antiandrogene überhaupt tun
Antiandrogene senken entweder die Produktion männlicher Hormone, blockieren ihre Rezeptoren oder bremsen das Enzym 5-alpha-Reduktase, das Testosteron in das stärker wirksame Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. In der Medizin übernehmen das verschreibungspflichtige Wirkstoffe. Pflanzliche Kandidaten setzen an denselben Stellschrauben an, nur deutlich sanfter, und genau deshalb sind realistische Erwartungen so wichtig.
Ebenso wichtig: Erhöhte Androgene sind ein Befund, keine Diagnose. Die häufigste Ursache bei Frauen ist das PCOS, und dann greift eine reine Symptombehandlung zu kurz. Was alles dahinterstecken kann, liest Du im Artikel zu Hirsutismus-Ursachen und im großen PCOS-Guide.
Pflanzliche Antiandrogene im Überblick
| Pflanzenstoff | Studienlage | Einordnung |
|---|---|---|
| Spearmint-Tee | Randomisierte Studie über 30 Tage: freies und Gesamt-Testosteron sanken | Bester Kandidat, 2 Tassen täglich in den Studien |
| Süßholz | Kleine Studie: Testosteron sank bei gesunden Frauen | Nur 9 Teilnehmerinnen, Vorsicht bei Blutdruck |
| Zink | Randomisierte Studie bei PCOS: Hirsutismus und Haarausfall besserten sich | Gut belegte Basis, EFSA-Claim zum Testosteronspiegel |
| Reishi | Nur Laborzellen-Daten | Keine Studien an Frauen, reines Internet-Versprechen |
| Brennnesselwurzel | Nur Labor- und Männerstudien | Für Frauen nicht untersucht |
| Sägepalme | Daten fast nur von Männern | Für Hirsutismus bei Frauen keine belastbare Evidenz |
Der Unterschied zwischen den ersten drei Zeilen und dem Rest ist der Unterschied zwischen Wissenschaft und Wunschdenken. Schauen wir uns die Kandidaten mit echten Daten genauer an.
Hör auf zu raten: miss Deine Androgene
Testosteron, SHBG, DHEA-S: Das At-Home Hormondiagnostik Kit misst genau die Werte, die bei Hirsutismus, Akne und Haarausfall zählen. Ausgewertet im ISO-zertifizierten Partnerlabor Labor Krone, ärztlich eingeordnet. Erst wenn Du Deine Werte kennst, weißt Du, ob Spearmint-Tee reicht oder mehr nötig ist.
Sprich mit einer Ärztin statt mit dem Algorithmus
Du kämpfst mit unerwünschter Behaarung, Haarausfall oder unreiner Haut und willst endlich wissen, was dahintersteckt? Im kostenlosen Erstgespräch hört Dir eine approbierte Ärztin zu und sagt Dir ehrlich, welche Schritte für Dich sinnvoll sind und welche Du Dir sparen kannst. Unverbindlich, per Video, von zu Hause.
Häufige Fragen zu pflanzlichen Antiandrogenen
Was ist das stärkste pflanzliche Antiandrogen?
Wie viel Spearmint-Tee sollte ich trinken?
Ist Süßholz als Antiandrogen sicher?
Reichen pflanzliche Antiandrogene bei PCOS aus?
Wissenschaftliche Quellen
- Grant P (2010). Spearmint herbal tea has significant anti-androgen effects in polycystic ovarian syndrome: a randomized controlled trial. Phytotherapy Research 24(2):186-188. doi:10.1002/ptr.2900
- Akdoğan M et al. (2007). Effect of spearmint (Mentha spicata Labiatae) teas on androgen levels in women with hirsutism. Phytotherapy Research 21(5):444-447. doi:10.1002/ptr.2074
- Armanini D et al. (2004). Licorice reduces serum testosterone in healthy women. Steroids 69(11-12):763-766. doi:10.1016/j.steroids.2004.09.005
- Jamilian M et al. (2016). Effects of zinc supplementation on endocrine outcomes in women with polycystic ovary syndrome: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Biological Trace Element Research 170(2):271-278. doi:10.1007/s12011-015-0480-7
- Unfer V et al. (2017). Myo-inositol effects in women with PCOS: a meta-analysis of randomized controlled trials. Endocrine Connections 6(8):647-658. doi:10.1530/EC-17-0243
- Banaszewska B et al. (2016). Effects of resveratrol on polycystic ovary syndrome: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 101(11):4322-4328. doi:10.1210/jc.2016-1858
- Khorshidi M et al. (2018). The effects of quercetin supplementation on metabolic and hormonal parameters as well as plasma concentration and gene expression of resistin in overweight or obese women with polycystic ovary syndrome. Phytotherapy Research 32(11):2282-2289. doi:10.1002/ptr.6166
- Teede HJ et al. (2023). Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome. Human Reproduction 38(9):1655-1679. doi:10.1093/humrep/dead156
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2010). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to zinc, including maintenance of normal testosterone concentrations in blood. EFSA Journal 8(10):1819. doi:10.2903/j.efsa.2010.1819
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (Health-Claims-Verordnung). EUR-Lex
You might also be interested in this.

Elevated testosterone levels in women, especially with PCOS, affect the cycle, skin, hair, and mood. This article presents evidence-based natural strategies, from circadian rhythm to insulin sensit...

Elevated androgens manifest as acne, hair loss, and menstrual irregularities. We explore the underlying biology and evidence-based effective interventions.

Natural approaches to hirsutism being investigated in research: diet, micronutrients, lifestyle, and their limitations. Informative, not diagnostic.










