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Zyklus & PCOSOct 6, 20268 min read

Pflanzliche Antiandrogene: Was die Forschung wirklich zeigt

Dieser Artikel ist Teil von: PCOS: The Guide to Causes, Symptoms, and Treatment

Unreine Haut am Kinn, dunkle Härchen an Oberlippe oder Bauch, dünner werdendes Haar am Scheitel: Hinter diesen Beschwerden stecken bei Frauen oft Androgene, also männliche Hormone, die jede Frau in kleinen Mengen produziert. Auf Social Media kursieren dazu lange Listen angeblicher „natürlicher Antiandrogene“. Als Ärztin sage ich Dir: Ein paar dieser Pflanzenstoffe haben tatsächlich Studien hinter sich. Die meisten nicht. In diesem Artikel trenne ich beides sauber und erkläre Dir, was pflanzliche Antiandrogene realistisch leisten können und wo ihre Grenzen liegen.

Was Antiandrogene überhaupt tun

Antiandrogene senken entweder die Produktion männlicher Hormone, blockieren ihre Rezeptoren oder bremsen das Enzym 5-alpha-Reduktase, das Testosteron in das stärker wirksame Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. In der Medizin übernehmen das verschreibungspflichtige Wirkstoffe. Pflanzliche Kandidaten setzen an denselben Stellschrauben an, nur deutlich sanfter, und genau deshalb sind realistische Erwartungen so wichtig.

Ebenso wichtig: Erhöhte Androgene sind ein Befund, keine Diagnose. Die häufigste Ursache bei Frauen ist das PCOS, und dann greift eine reine Symptombehandlung zu kurz. Was alles dahinterstecken kann, liest Du im Artikel zu Hirsutismus-Ursachen und im großen PCOS-Guide.

Pflanzliche Antiandrogene im Überblick

Pflanzenstoff Studienlage Einordnung
Spearmint-Tee Randomisierte Studie über 30 Tage: freies und Gesamt-Testosteron sanken Bester Kandidat, 2 Tassen täglich in den Studien
Süßholz Kleine Studie: Testosteron sank bei gesunden Frauen Nur 9 Teilnehmerinnen, Vorsicht bei Blutdruck
Zink Randomisierte Studie bei PCOS: Hirsutismus und Haarausfall besserten sich Gut belegte Basis, EFSA-Claim zum Testosteronspiegel
Reishi Nur Laborzellen-Daten Keine Studien an Frauen, reines Internet-Versprechen
Brennnesselwurzel Nur Labor- und Männerstudien Für Frauen nicht untersucht
Sägepalme Daten fast nur von Männern Für Hirsutismus bei Frauen keine belastbare Evidenz

Der Unterschied zwischen den ersten drei Zeilen und dem Rest ist der Unterschied zwischen Wissenschaft und Wunschdenken. Schauen wir uns die Kandidaten mit echten Daten genauer an.

Die drei Kandidaten mit echten Studien

Spearmint-Tee: der am besten untersuchte Pflanzenstoff

Spearmint (Mentha spicata, Grüne Minze) ist der Star unter den pflanzlichen Antiandrogenen. Schon fünf Tage mit zwei Tassen täglich senkten in einer türkischen Studie das freie Testosteron bei Frauen mit Hirsutismus (Akdoğan et al., 2007). Eine randomisierte, kontrollierte Studie über 30 Tage bestätigte das: Freies und Gesamt-Testosteron sanken signifikant, und die Teilnehmerinnen empfanden ihren Hirsutismus als weniger belastend (Grant, 2010). Ehrlich dazugesagt: Der objektiv gemessene Haarwuchs-Score veränderte sich in den 30 Tagen noch nicht messbar, dafür ist der Haarzyklus zu träge. Wer Spearmint testet, braucht also Monate, nicht Wochen.

Süßholz: wirksam, aber mit Vorsicht zu genießen

Süßholzwurzel (Lakritz) senkte in einer kleinen Studie das Testosteron gesunder Frauen messbar (Armanini et al., 2004). Bevor Du jetzt Lakritz hamsterst: Die Studie hatte nur neun Teilnehmerinnen, und der Inhaltsstoff Glycyrrhizin kann Blutdruck erhöhen und Kalium senken. Für Frauen mit Bluthochdruck ist Süßholz in relevanten Mengen ungeeignet. Als täglicher Ansatz ist es deshalb zweite Wahl.

Zink: die unterschätzte Basis

Zink ist für mich der heimliche Favorit in dieser Liste. Es bremst im Haarfollikel die 5-alpha-Reduktase, und in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie bei Frauen mit PCOS besserten sich unter acht Wochen Zink sowohl Hirsutismus als auch Haarausfall (Jamilian et al., 2016). Dazu passt der offiziell zugelassene EFSA-Claim: Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei. Genau deshalb gehört Zink bei Hormonic zur Grundausstattung: Du findest es in der täglichen Mikronährstoff-Basis Hormonic Base genauso wie in Cycle+ Formula mit 15 mg pro Tagesdosis. Ob Deine Versorgung überhaupt eine Lücke hat, erfährst Du im Zink-Artikel.

Hör auf zu raten: miss Deine Androgene

Testosteron, SHBG, DHEA-S: Das At-Home Hormondiagnostik Kit misst genau die Werte, die bei Hirsutismus, Akne und Haarausfall zählen. Ausgewertet im ISO-zertifizierten Partnerlabor Labor Krone, ärztlich eingeordnet. Erst wenn Du Deine Werte kennst, weißt Du, ob Spearmint-Tee reicht oder mehr nötig ist.

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Was nur im Labor funktioniert

Reishi-Pilz, Brennnesselwurzel, Sägepalme: Diese Namen tauchen in fast jeder Internet-Liste auf. Die Datenlage dahinter besteht aber aus Zellkultur-Experimenten oder Studien an Männern mit Prostatabeschwerden. Für Frauen mit erhöhten Androgenen gibt es zu diesen Stoffen keine belastbaren klinischen Studien. Das macht sie nicht gefährlich, aber es macht jedes Produktversprechen dazu unseriös.

Der größte Hebel liegt oft im Stoffwechsel

So sympathisch der sanfte Weg ist: Es gibt Situationen, in denen er allein nicht genügt. Die internationale PCOS-Leitlinie empfiehlt bei ausgeprägtem Hirsutismus und Haarausfall eine strukturierte Abklärung und nennt wirksame medizinische Optionen (Teede et al., 2023). Dazu kommt der oft größte Hebel überhaupt: Bei vielen Frauen treibt eine Insulinresistenz die Androgenproduktion an, und dann bewegen Ernährung, Krafttraining und Stoffwechselarbeit mehr als jeder Tee.

Die spannende Forschung hinter unseren Wirkstoffen

Genau an dieser Schnittstelle aus Insulin, Entzündung und Androgenen setzen die Wirkstoffe an, die wir in unsere Formeln packen. Und die Forschung dazu ist deutlich aufregender, als viele denken:

  • Myo-Inositol: Eine Meta-Analyse randomisierter Studien zeigt bei PCOS nicht nur eine bessere Insulinsensitivität, auch die Androgenwerte sanken (Unfer et al., 2017). Das ist der Grund, warum Cycle+ Formula auf 1.500 mg Myo-Inositol als Hauptwirkstoff baut.
  • Resveratrol: In einer kleinen, aber bemerkenswerten randomisierten Studie sank das Gesamt-Testosteron bei Frauen mit PCOS unter Resveratrol um gut 23 Prozent (Banaszewska et al., 2016). Was das Polyphenol noch kann, liest Du im Resveratrol-Artikel.
  • Quercetin: In einer randomisierten Studie bei Frauen mit PCOS sanken unter Quercetin Testosteron und LH (Khorshidi et al., 2018). Die Studienlage ist jung, aber genau die Richtung, die wir spannend finden. Mehr dazu im Quercetin-Artikel.
  • Apigenin und Rhodiola: Zwei indirekte, aber clevere Wege. Apigenin aus der Kamille wird intensiv zu Hormonwegen und Schlaf erforscht, und Rhodiola setzt an der Stressachse an, denn Dauerstress und Cortisol spielen bei Androgenen oft still mit. Die Einordnung findest Du im Apigenin-Artikel und im Rosenwurz-Artikel.

All diese Wirkstoffe stecken kombiniert in Cycle+ Formula, zusammen mit 15 mg Zink. Die Stoffwechsel-Seite deckt Shape Formula ab: zehn Wirkstoffe, darunter Chrom, das zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels beiträgt, plus Alpha-Liponsäure, Bockshornklee und Grüntee-Extrakt. Und damit wir ehrlich bleiben: Einige dieser Studien nutzten höhere Dosierungen als übliche Kombi-Formeln, und klein heißt klein. Große Bestätigungsstudien fehlen noch, das sagen wir Dir lieber selbst, bevor es ein Werbeversprechen tut. Die komplette Strategie findest Du im Artikel Testosteron natürlich senken und im Überblick zu Androgene senken.

  • Zur Ärztin solltest Du, wenn: sich Behaarung oder Haarausfall schnell verändern, Deine Periode unregelmäßig wird oder ausbleibt, oder zusätzlich Akne und Gewichtszunahme auftreten.
  • Erst messen, dann handeln: Testosteron, freier Androgenindex, SHBG und DHEA-S zeigen, ob und wo ein Androgenüberschuss besteht. Ohne Werte bleibt jede Supplement-Routine ein Blindflug.
  • Geduld einplanen: Haut reagiert nach Wochen, Haare nach Monaten. Beurteile jede Maßnahme frühestens nach drei Monaten, besser nach sechs.

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Fazit: sanft wirksam, ehrlich eingeordnet

Pflanzliche Antiandrogene sind keine Märchen, aber auch keine Medikamente. Spearmint-Tee, Zink und mit Einschränkungen Süßholz haben randomisierte Studien hinter sich und können eine durchdachte Strategie ergänzen. Reishi, Brennnessel und Sägepalme bleiben bis auf Weiteres Internet-Folklore. Und die Basis bleibt immer gleich: Ursache verstehen, Werte kennen, Stoffwechsel mitdenken.

Das Schöne daran: Für die gut untersuchten Bausteine musst Du nicht zehn Einzelpräparate jonglieren. Zink und Myo-Inositol stecken kombiniert in Cycle+ Formula, die Stoffwechsel-Seite deckt Shape Formula ab, und die tägliche Mikronährstoff-Basis liefert Hormonic Base. Alle Formeln sind von Ärztinnen entwickelt, voll transparent deklariert und in Österreich produziert.

Welche Rolle einzelne Pflanzenstoffe wie Pfefferminze und Spearmint für Deine Hormone spielen können, liest Du auch in unserem Tee-Guide. Und wenn Du Deinen Beschwerden strukturiert auf den Grund gehen willst, starte mit Deinen Werten statt mit der nächsten Kapsel.

Häufige Fragen zu pflanzlichen Antiandrogenen

Was ist das stärkste pflanzliche Antiandrogen?

Am besten untersucht ist Spearmint-Tee: In zwei Studien sanken freies und Gesamt-Testosteron bei zwei Tassen täglich. Dazu kommen Zink, das in einer randomisierten PCOS-Studie Hirsutismus und Haarausfall besserte, und mit Einschränkungen Süßholz. Für Reishi, Brennnessel oder Sägepalme gibt es bei Frauen keine belastbaren Studien.

Wie viel Spearmint-Tee sollte ich trinken?

In den Studien wurden zwei Tassen Spearmint-Tee pro Tag getrunken, morgens und abends. Hormonwerte veränderten sich schon nach Tagen bis Wochen, sichtbare Effekte an Haut und Haaren brauchen wegen des trägen Haarzyklus eher drei bis sechs Monate. Spearmint gibt es auch als „Nanaminze“ im Supermarkt.

Ist Süßholz als Antiandrogen sicher?
Vorsicht ist besser: Der Süßholz-Inhaltsstoff Glycyrrhizin kann den Blutdruck erhöhen und den Kaliumspiegel senken. Wer Bluthochdruck hat oder blutdrucksenkende Medikamente nimmt, sollte Süßholz nicht regelmäßig in relevanten Mengen konsumieren und die Frage am besten ärztlich klären.
Reichen pflanzliche Antiandrogene bei PCOS aus?
Nein. Bei ausgeprägtem Hirsutismus, schnell fortschreitendem Haarausfall oder Zyklusstörungen gehört zuerst die Ursache abgeklärt, häufig steckt ein PCOS dahinter. Pflanzliche Ansätze können eine Behandlung ergänzen, ersetzen aber weder Diagnostik noch wirksame medizinische Optionen, die Dir Deine Ärztin anbieten kann.

Wissenschaftliche Quellen

  • Grant P (2010). Spearmint herbal tea has significant anti-androgen effects in polycystic ovarian syndrome: a randomized controlled trial. Phytotherapy Research 24(2):186-188. doi:10.1002/ptr.2900
  • Akdoğan M et al. (2007). Effect of spearmint (Mentha spicata Labiatae) teas on androgen levels in women with hirsutism. Phytotherapy Research 21(5):444-447. doi:10.1002/ptr.2074
  • Armanini D et al. (2004). Licorice reduces serum testosterone in healthy women. Steroids 69(11-12):763-766. doi:10.1016/j.steroids.2004.09.005
  • Jamilian M et al. (2016). Effects of zinc supplementation on endocrine outcomes in women with polycystic ovary syndrome: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Biological Trace Element Research 170(2):271-278. doi:10.1007/s12011-015-0480-7
  • Unfer V et al. (2017). Myo-inositol effects in women with PCOS: a meta-analysis of randomized controlled trials. Endocrine Connections 6(8):647-658. doi:10.1530/EC-17-0243
  • Banaszewska B et al. (2016). Effects of resveratrol on polycystic ovary syndrome: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 101(11):4322-4328. doi:10.1210/jc.2016-1858
  • Khorshidi M et al. (2018). The effects of quercetin supplementation on metabolic and hormonal parameters as well as plasma concentration and gene expression of resistin in overweight or obese women with polycystic ovary syndrome. Phytotherapy Research 32(11):2282-2289. doi:10.1002/ptr.6166
  • Teede HJ et al. (2023). Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome. Human Reproduction 38(9):1655-1679. doi:10.1093/humrep/dead156
  • EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2010). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to zinc, including maintenance of normal testosterone concentrations in blood. EFSA Journal 8(10):1819. doi:10.2903/j.efsa.2010.1819
  • Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (Health-Claims-Verordnung). EUR-Lex

About the Author

Lisa Maria Emmer

Lisa Maria Emmer

Gründerin · Ärztin · Hormonic

Lisa Maria Emmer ist Mitgründerin und medizinische Leiterin bei Hormonic. Sie begleitet Frauen mit hormonellen Beschwerden tagtäglich und hat sich auf Zyklusgesundheit, PCOS und die Wechseljahre spezialisiert.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf wissenschaftlichen Studien und Leitlinien (Stand 2026). Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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